Was bedeutet "Seele" und inwiefern ist die sog. "Seele" mit den Schwingungen des Universums verbunden? Mein Versuch der Synthese des Seelenbegriffs zwischen dem Verständnis Platons und der Psychologie

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Was bedeutet "Seele" und inwiefern ist die sog. "Seele" mit den Schwingungen des Universums verbunden? Mein Versuch der Synthese des Seelenbegriffs zwischen dem Verständnis Platons und der Psychologie

Rainer Langlitz
Veröffentlicht von Rainer Langlitz in Essays · 10 November 2022
Was  bedeutet "Seele" und inwiefern ist die sog. "Seele" mit den Schwingungen des Universums verbunden? Mein Versuch der Synthese des Seelenbegriffs zwischen dem Verständnis Platons und der Psychologie


Einleitung:

Dieser Aufsatz hat drei Ziele:

1.) Wir wollen mit diesen Ausführungen eine Synthese herstellen, die es schafft, eine gewisse Harmonie zwischen dem Seelenbegriff Platons und der modernen Psychologie zu ermöglichen.

2.) Wir wollen mit diesem Aufsatz den Versuch unternehmen, den Begriff der "Seele" ggf. neu zu verstehen.

3.) Wir wollen zu verstehen versuchen, dass unsere "Seele" als Schwingungskörper in einem Kontakt zum Universum steht und damit zum  Ursprung in "Gott".


Hauptteil:

Unsere Seele schwingt und steht im Raum des Universums in Rückschwingung (Resonanz) zu jener Singularität, aus der Alles (Universum) gekommen ist.

Zunächst zum Begriff der "Seele"?

Was ist eigentlich die Bedeutung des Wortes "Seele"?

Zunächst sei darauf hingewiesen, dass der Begriff "Seele" im Laufe der Menschheitsgeschichte verschiedenen Interpretationen unterlegen war. So verstanden z. B. viele Menschen während der Lebenszeit des antiken Philosophen Platon unter Seele bekanntlich etwas Anderes als wir heutzutage in der Moderne.

Noch heute gebrauchen wir den alt-griechischen Begriff der "psyché" in unserer modernen Sprache sowohl im Deutschen als auch z. B. innerhalb der englischen Sprache, so z. B. in den Begriffen:

"Psychologie und psychologisch" (engl. psychology und psychological) oder auch in "Psychiatrie und psychiatrisch".

Die moderne Psychologie versteht "Seele" sicherlich nicht im Sinne Platons, sondern eher im Sinne des "Körper-Seele-Geist-Modells".

Können wir aber nun den Begriff "Seele" besser verstehen - und mehr noch: Gibt es gar eine Lokalität der Seele innerhalb unseres Körpers?

Hier gleich als Vorwegnahme meine (!) Antwort zu dieser Frage:

Nein! Die Seele hat keine Lokalität innerhalb unseres Körpers, sondern Seele ist sozusagen die jeweilige "Person" selbst!

Zum Begriff der "Person" vgl. meinen Aufsatz unter:


Wie können wir stattdessen nun eine Synthese herstellen aus der These  Platons (Seele steht in der Dualität zum Leib; die Seele ist im Leib "gefangen"; die Seele ist wertvoller als der Leib) und der dazu gehörigen Antithese der modernen Psychologie ("Seele im Sinne der Psyche  ist der Bereich der Gefühle")?

Die Kenntnis von einer bestimmten altorientalischen Sprache hilft uns hier weiter: Wir kennen im  Alt-Hebräischen den Begriff der „näfäsch“. Was ist das? In aller Regel übersetzt man diesen Begriff „näfäsch“ zunächst etwas voreilig mit „Seele“. Beim genaueren Hinschauen (z. B. im Psalm 103,1) sehen wir, dass mit diesem Begriff „näfäsch“ tatsächlich die Kehle gemeint ist, mit Hilfe derer wir den menschlichen Körper zum Sprechen und damit in Schwingung bringen können. Die Kehle ist der Ort und das Instrument der Schwingung. Wir erkennen dies darüber hinaus im Begriff „Person“. Die Person ist die Seele selbst. Die Person ist etwas, das sich durch einmalige und unverwechselbare Schwingung, Stimme, Gesicht, Genetik usw. auszeichnet. Abgeleitet ist der Begriff "Person" von lat. personare = klingen, ertönen (engl. to sound). Seele meint die Unverwechselbarkeit der Person in Form ihrer Eigenschaften. Die Seele will schwingen, die Seele will singen, sie will lachen und sie will fröhlich sein. Sie ist aber nicht immer positiv beschwingt. Wir kennen auch sozusagen Gefühle mit sehr schwacher und dunkler Schwingung, in der sich die Seele befinden kann (Melancholie von griech. "melas" = schwarz).

Folgende Skala an Gefühlsschwingungen (Skala der Emotionen) können wir in Abstufung unterscheiden:

1. Freude / Wissen / Macht / Freiheit / Liebe / Wertschätzung
2. Leidenschaft
3. Begeisterung / Hingabe / Glücklichsein
4. Positive Erwartung / Glaube
5. Optimismus
6. Hoffnung
7. Zufriedenheit
8. Langeweile
9. Pessimismus
10. Frustration / Irritation / Ungeduld
11. Kontra-Sein
12. Enttäuschung
13. Zweifel
14. Sorge
15. Vorwürfe / Schuldzuweisungen gegen andere
16. Entmutigung
17. Ärger
18. Rachlust
19. Hass / rasender Zorn
20. Neid / Eifersucht
21. Unsicherheit / Schuldgefühle / Minderwertigkeitsgefühle
22. Furcht / Trauer / Depression / Verzweiflung / Ohnmacht

Innerhalb dieser Skala bewegt sich unsere individuelle Seele nach dem Gesetz der Schwingung. Aber nicht nur das. Die Seele schwingt und bewegt sich nicht nur in sich selbst, sondern sie steht auch in einem Kontakt zu ihrem Ursprung. Wir kommen ja irgendwo her. Alles hat einen Anfang. Alles fließt und alles befindet sich in Schwingung: Licht, Wasser, Erde, Luft, Feuer: Atome im  Allgemeinen sind in Schwingung. Das sind allgemeine feste Kenntnisse der Wissenschaft (Physik und Chemie).

Mit anderen Worten:

Wir stehen in einer Evolutionskette, die sich fortlaufend entwickelt und die sich aufeinander bezieht, aufbaut und die mit allem verbunden ist - seit allen Urzeiten: Egal, ob wir es

  • Urknall
  • Universum
  • Alpha
  • Schöpfung

nennen. Die Schwingungen sind im Universum vorhanden. Unsere Seele schwingt mit dem Universum, so blöd und unverständlich es sich auch anhören mag. Wir sind und wir kommen aus der Schwingung des Universums. Aus Schwingung(en) haben wir uns entwickelt. Wir können dies durchaus als Resonanz bezeichnen: Wir befinden uns in Rückschwingung zur Urschwingung. Wie ist das zu verstehen? Schwingung ist nur durch Energie möglich. Es gibt sozusagen eine Schwingung und eine Bewegung unter, in und zwischen den Atomen. Diese Schwingung und Bewegung der atomaren Teilchen erzeugt Reibung, und Reibung stellt und erzeugt wiederum Energie, die wiederum etwas bewegt. Diese Bewegung der Teilchen entsteht durch Einwirkung von Kräften. In der heutigen Physik werden meist vier Grundkräfte bzw. Wechselwirkungen unterschieden:

  • Gravitationskraft
  • Schwache Kernkraft
  • Elektromagnetische Kraft
  • Starke Kernkraft

Irgendetwas muss nun aber sein Dazutun gegeben haben, das diese Schwingungen,  diese  Bewegungen, diese Kräfte, diese Energie, Atome, Materie etc. und  das, was auch immer es in der Naturwissenschaft gibt, in Bewegung  gebracht  hat.

Man sagt:

Von Nichts kommt Nichts. Kann von Nichts Alles kommen? Kann von Alles Nichts kommen? Kann von Alles Alles kommen?

Welcher dieser vier Sätze macht aus Ihrer Sicht am meisten Sinn?

Jeder dieser vier Sätze hat eine innere Logik und Bedeutung.

"Von nix kommt nix", sagt man. Man meint damit: Es braucht schon eine gewisse Anstrengung, um es zu etwas zu bringen. Anstrengung hat etwas mit Kraft, Bewegung, Energie zu tun. Im übertragenen Sinne bedeutet dies: Ist keine Kraft da, dann bleibt es beim Nichts.

Kommen wir zur dritten Frage: Kann von Alles Nichts kommen? Oder anders gefragt: Kann aus dem Alles das Nichts werden? Wir kennen dies ja von der Annahme, dass Materie auch zu Antimaterie (Vakuum, Nichts) werden kann.

Nun zur zweiten Frage: Kann von Nichts Alles kommen? Manche Physiker sagen, dass es eine zunehmende Verschiebung der Materie hin zur Antimaterie gibt. Hawking  meinte nun, dass bei dem Punkt, bei dem es einen maximalen Unterschied zwischen Antimaterie und Materie gibt, es zur Explosion auf Grund maximaler Reibung kommt. Darüber hinaus hätten wir dann ein fast maximales Nichts (Antimaterie) in Reibung zur Materie (Alles), wodurch es wieder zu einem Knall (Explosion) kommen könnte. (Theorie von Multiversen).

Schauen wir uns den letzten Satz an: Von Alles kommt Alles. Und das haben wir ja gerade im sog. Universum und im Phanerozoikum als dem Zeitalter des sichtbaren Lebens, in dem Alles erscheint.

Wir kommen nun zu der Erkenntnis - zumindest zur Frage nach dem Ursprung - und stellen fest, dass es so etwas wie einen „Initiator“ („Katalysator“) geben muss bzw. dass dies anzunehmen bzw. zu postulieren ist.

Anhand der Begriffe Alles (Universum) und Nichts (Vakuum, Antimaterie) können wir eine Dualität ableiten und erkennen.

Ich habe bereits in einem anderen Aufsatz über das Thema „Wahrheit“ nachgedacht mit dem Ergebnis der Annahme von der Wahrheit als Singularität.


Diese Singularität wird auch naturwissenschaftlich beim Urknall postuliert und angenommen. Es ist eine Singularität („Gott“) anzunehmen, aus der die Dualität (Alles und Nichts bzw. Polarität, Antinomie und Ambivalenz) gekommen ist. Schließlich sprechen wir von einem Raum (Länge, Breite und Höhe) und im Anschluss von der Zeit  als der vierten Dimension. Beim Suchen nach der fünften Dimension scheinen wir an unsere Grenze zu kommen. Dennoch sind wir an dieser Stelle wieder beim Gesetz der Polarität, die ihren Ursprung bei Gott als singuläre Dimension hat.

Das Licht als elektromagnetische Strahlung (Bewegung) bzw. als Welle ist auch eine Form der Schwingung und damit Teil der Schwingungen im Universum. Wir wissen, dass Schwingung eine Form der Energie ist. Und wir wissen, dass Energie nicht verloren geht.Wenn nun Seele ein Schwingungskörper ist, Schwingung aber Energie ist und Energie nicht verloren geht, dann verstehen wir nun, dass zwar mit unserem Tod unser Körper in Atome zurückfällt, aus denen er einst gebaut und geformt war, dass aber die Seele als Schwingung und damit als Energie nicht verloren geht. Nun wissen wir weiterhin, dass Materie und Energie in einem engen Zusammenhang stehen. Albert Einstein stellte in diesem Zusammenhang von Materie und Energie eine Relativitätstheorie auf:

E = mc² (Energie = Masse · Lichtgeschwindigkeit²).

Dabei werden der Zusammenhang und die Gleichung zwischen Energie auf der einen Seite und Masse multipliziert mit der zweiten Potenz (Kraft) der Lichtgeschwindigkeit auf der anderen Seite der Gleichung hergestellt. Masse beschreibt eine Eigenschaft von dem, was wir als Materie, also das, woraus die stoffliche Welt besteht, bezeichnen. Masse ist die Eigenschaft, dass sich zwei Körper, die diese Eigenschaft haben, über die Gravitationswechselwirkung anziehen: Masse bewegt sich demnach in dieser Formel (E = mc²) im Verhältnis von Energie zum Licht im Raum. Relativ ist dabei lediglich die Zeit, die wir je nach Ortszustand anders wahrnehmen: im Universum z. B. herrscht eine andere zeitliche Bewegung der Masse als auf der Erde. Hier kommen wir in den Bereich der Vektion und der vier Vektoren (Zeit und Raum in Form von Länge, Breite und Höhe).


Schlussteil:

Insofern verstehen wir nun ggf. etwas von jenen Zusammenhängen der Schwingung unserer Seele mit dem Ursprung in und bei Gott. (Gesetz der Resonanz).

Schwingungen sind überall wahrzunehmen.

Wir selbst sind eine Form der Schwingung.

Unsere Kehle erzeugt u. a. durch Schwingung Stimme und damit auch Stimmung (Form des Gefühlszustands).

Vom  Begriff der "Person" ( = lat. personare; dt. klingen; engl. to sound  ---> soul = Seele) kommen wir zum hebräischen Verständnis des Begriffs der "näfäsch" (Kehle; Leben), der voreilig und unverständlich im Deutschen mit "Seele" übersetzt wird, der jedoch eben im Zusammenhang mit dem Leben der unverwechselbaren jeweiligen Person zu sehen ist.

Wir Lebewesen (und im Prinzip alles (!) ( = "Universum")) haben einen Ursprung, den niemand genau definieren kann. Nennen wir unbekannterweise diesen Ursprung "Gott", so meinen wir damit nicht eine Füllung einer Wissenslücke aus der Naturwissenschaft, sondern die absolute "prima causa".

Nun ist Sterben der Übergang der Person als schwingende Seele („Schwingkörper“) und der Prozess der Trennung des Geistes vom Körper: der Körper zerfällt und der Geist bleibt übrig und muss – wenn er wieder in die Manifestation will – in einen anderen Körper schlüpfen. Dies ist regelmäßig der Vorgang bei der Geburt, wo Geist und damit Lebendigkeit entsteht und sichtbar wird (Reinkarnation).


Rainer Langlitz


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