Warum gibt es Probleme? Vom Sinn der Probleme oder die Frage: Warum gibt es etwas und nicht etwa Nichts?

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Warum gibt es Probleme? Vom Sinn der Probleme oder die Frage: Warum gibt es etwas und nicht etwa Nichts?

Rainer Langlitz
Veröffentlicht von Rainer Langlitz in Essays · 18 Oktober 2023
Warum gibt es Probleme? Vom Sinn der Probleme oder die Frage: Warum gibt es etwas und nicht etwa Nichts?

Die meisten Menschen erleben Probleme als störend, als negativ und als belastend.

Könnte man den Problemen aber nicht auch etwas Positives abgewinnen?

Könnten Probleme und die Tatsache, dass es Probleme gibt, nicht auch einen Sinn haben?

Ich versuche folgende Antworten im Voraus zu formulieren:

1.) Probleme sind ein weiterer Hinweis, ein weiteres Indiz dafür, dass es 'Gott' gibt.

2.) Probleme dienen der Entwicklung von allem.

3.) Probleme dienen dazu, dass wir versuchen, die Dinge und die Zusammenhänge dieser Welt besser zu verstehen.

Inwiefern?

Wir versuchen die Antwort im Folgenden nachvollziehbar zu machen.

Menschen haben sich schon mehrfach Gedanken gemacht, warum es diese Welt gibt und warum es nicht vielmehr gar nichts gibt: Warum gibt es etwas und nicht etwa Nichts?

Wie definiert sich überhaupt ein Problem?

Wikipedia schreibt zum Begriff "Problem" (Aufruf vom 18.10.2023; Zitat):

Ein Problem (griechisch πρόβλημα próblema, deutsch ‚das Vorgeworfene, das Vorgelegte‘, „das, was [zur Lösung] vorgelegt wurde, Klippe, Hindernis“[1]) nennt man eine Aufgabe oder Streitfrage, deren Lösung  mit Schwierigkeiten verbunden ist. Ausgangssituation, Hindernis und  Zielsituation müssen hierzu festgestellt werden, während der Lösungsweg  offen, unbestimmt bleibt. Hindernisse, Widerstände oder Schwierigkeiten,  die überwunden oder umgangen werden müssen, um von einer  Ausgangssituation in eine Zielsituation zu gelangen, sind Teil von  Problemen.  
Probleme treten in diversen Ausprägungen in allen Lebensbereichen und Wissenschaften  auf. Um ein definiertes Problem lösen zu können, kann es sinnvoll sein,  es in einfachere Unterprobleme zu zerteilen oder auf ein bereits  gelöstes Problem zurückzuführen. Die Lösung eines Problems kann auch  darin bestehen, die Ausgangssituation, das Hindernis oder die  Zielsituation auf ungewohnte andere Art und Weise zu betrachten.  Probleme können lösbar, nicht lösbar oder unentscheidbar sein. Mehrere  in einem übergeordneten kausalen Zusammenhang stehende Probleme können  als Problematik bezeichnet werden."

Zitat Ende.

Unser Gott scheint ein 'Schöpfergott' zu sein.

Diese Welt ist Teil des Universums. Das Universum ist Alles ("das Gesamte").

Hätte es überhaupt eine Entwicklung auf dieser Welt gegeben, wenn es keine (!) Probleme geben würde?

Es scheint eine besondere Kraft zu existieren, die will, dass sich etwas entwickelt.

Probleme dienen u. a. der Entwicklung.

Das ganze Universum seit dem angenommenen Urknall ist eine reine Entwicklung. Es entwickelt sich etwas. Alles entwickelt sich.

Diese Welt soll sich entwickeln. Wohin sie sich entwickelt, ist nicht voraussehbar.

Wir versuchen drei Beispiele zu geben:

Beispiel 1:

Wir erleben Krankheiten als hinderlich. Krankheiten sind ein Problem. Wenn es aber keine Krankheiten gäbe, hätte sich dann jemals eine Medizin entwickelt?

Beispiel 2:

Wir erleben Hunger als Problem. Wenn es aber keinen Hunger gäbe, hätte sich der Mensch dann jeweils gefragt, wie er sich gesund ernähren kann bzw. dass sich der Mensch überhaupt gesund ernähren muss?

Beispiel 3:

Nicht erst seit der Corona-Pandemie erleben wir Viren als großes Problem. Wenn es aber keine Viren gäbe, hätte sich dann jeweils unter der Annahme der Evolutionstheorie solch ein Wesen wie wir Menschen entwickeln können? Könnte man nämlich davon ausgehen, dass die DNA von höher entwickelten Lebewesen ursprünglich aus Virus-RNA entstanden ist?

Exkurs zu Beispiel 3:

Die Max-Planck-Gesellschaft hat auf ihrer Webseite einen Artikel mit folgendem Inhalt veröffentlicht (Zitat):

      
Die Frage nach der Entstehung des Lebens ist eines der  grundlegenden Probleme der Wissenschaft. Wir haben zwar noch lange keine  definitive Antwort, aber in den letzten Jahrzehnten haben sich einige  interessante Möglichkeiten ergeben. Eine davon wurde in den  1980er-Jahren näher ausgearbeitet und postuliert eine „RNA-Welt“: Die  genetische Information höherer Organismen wird in der Doppelhelix der  DNA-Moleküle gespeichert. Darüber hinaus gibt es die eng verwandten  RNA-Moleküle (Ribonukleinsäure), die in modernen Zellen eine  herausragende Rolle spielen. Insbesondere katalysieren sie bestimmte  chemische Reaktionen und sind für die Weiterleitung genetischer  Informationen ebenso unentbehrlich wie für die Synthese spezifischer  Proteine auf der Grundlage des genetischen Codes. Bei einigen Viren wird  für die Speicherung der genetischen Information überhaupt keine DNA  verwendet, sondern alle Informationen sind in Virus-RNA kodiert.

DNA und RNA
Die wichtigsten Bausteine von RNA und DNA sind die Nukleotide. In  beiden Fällen bestimmt das Muster von Nukleotiden innerhalb der langen  Kette die kodierte Information. Für DNA wird die Abfolge von Nukleotiden  manchmal als Zeichenkette ausgedrückt. Dabei steht jedes Zeichen für  eine der vier möglichen Nukleobasen: A für Adenin, C für Cytosin, T für  Thymin und G für Guanin (CGATTCACGATTACTACA...). In RNA-Molekülen wird  Thymin durch Uracil, U, ersetzt. Ein weiterer Unterschied: Während DNA  in der Regel als die bekannte Doppelspirale auftritt, hat die RNA  vielfältigere Erscheinungsformen – am häufigsten kommen einzelne  RNA-Stränge vor, die in sich gefaltet sind und dabei recht komplizierte  Formen annehmen können.
Die RNA ist für das Leben, wie wir es kennen, essenziell. Darüber  hinaus hat sie aber auch Eigenschaften, die sie zu einem guten  Kandidaten für frühere, primitivere Lebensformen machen – lange vor der  Entstehung der ersten Zellen, ganz zu schweigen von vielzelligen  Organismen. Die wichtigste Eigenschaft ist die der Selbstreplikation:  RNA kann die richtigen Nukleotide zu einer Kopie von sich selbst  zusammenfügen.

Frühe RNA-Welt
Das vielversprechendste gegenwärtige Szenario für die Entstehung des  Lebens ist die Bildung von Nukleotidketten in Form von RNA, die sich  selbst replizieren. Einfache Zellvorläufer entstehen dann, wenn sich  Fettsäuren spontan zu Membranen zusammenlagern – eine Reaktion, die in  Laborexperimenten bereits beobachtet wurde – und damit kleine,  abgeschiedene Taschen bilden, in deren geschütztem Inneren komplexere  chemische Reaktionen ablaufen können. Aus diesen einfachen Ansätzen  entwickelten sich im Laufe der Zeit dann kompliziertere Mechanismen,  insbesondere die der DNA-Replikation.
Alle Komponenten dieses Szenarios sind derzeit spekulativ, und für  jeden Schritt gibt es alternative Erklärungen und Modelle – auch für die  Vorstellung einer RNA-Welt. Dennoch besteht eine realistische Hoffnung,  dass sich in den nächsten Jahrzehnten eine Art Standardmodell für die  Entstehung des Lebens etablieren wird. Dies erfordert aber nicht nur  phantasievolle Szenarien, sondern konkrete Berechnungen und Experimente,  die zeigen, welche Evolutionswege gangbar sind und welche nicht. Dabei  werden Fortschritte auf ganz unterschiedlichen Forschungsgebieten  erzielt: Zum einen sind immer mehr Hypothesen über den Übergang vom  Vorleben zum Leben nun auch experimentellen Tests zugänglich, da unser  molekularbiologisches Wissen zunimmt. Zum anderen gibt es spannende neue  Entwicklungen an der Schnittstelle von Molekularbiologie und  Astronomie.
In den letzten Jahrzehnten ist unser Verständnis, wie um junge Sterne  herum Planetensysteme entstehen, beträchtlich gewachsen. Dieser  Wissenszuwachs schließt auch die Evolutionsgeschichte der Erde und  unseres eigenen Sonnensystems ein. Die neuen Ergebnisse profitieren  dabei von der Entdeckungswelle neuer Planeten um andere Sterne als  unsere Sonne (Exoplaneten) sowie von direkten Beobachtungen junger  Planetensysteme, die erst mit der neuesten Generation von Teleskopen  möglich wurden. Modelle der Planetenentstehung, einschließlich der  chemischen Evolution neugeborener Planetensysteme, zeigen, welche  Rahmenbedingungen unsere Erde für die Entstehung von Leben bot und wie  Leben in anderen Planetensystemen hätte entstehen können."

Zitat Ende.

Der Autor dieses Artikels gibt also in diesem Artikel eingangs eindeutig zu verstehen, dass der Ursprung des Lebens auf dieser Welt eines der grundlegenden Probleme der Wissenschaft darstellt.

Auch hier erscheint wieder das Wort "Problem".

Ende des Exkurses.

Man könnte also die Vermutung äußern, dass selbst Viren einen Sinn in dieser Welt haben.

Diese drei Beispiele sind in einer fast unendlichen Reihe fortführbar.

Die Frage ist also auch, ob wir alles immer negativ sehen und betrachten müssen oder wir den Dingen und den Zusammenhängen auch etwas Positives abgewinnen können:

Ist für Dich - wenn Du Dein Leben mit einem Glas vergleichst, das zur Hälfte mit Wasser gefüllt ist - das Glas halbvoll oder halbleer?

Mit anderen Worten:

Wir können die Dinge aus verschiedener Perspektive betrachten: aus der negativen Sichtweise und aus der positiven Sichtweise.

Der Mensch hat sich im Laufe der Evolution heraus entwickelt. Er ist in der Lage, selbstständig zu denken. Er ist in der Lage, die Dinge zu beobachten, zu analysieren und zu verstehen. Man könnte also darüber hinaus sagen, dass der Sinn von Problemen auch ist, die Dinge und die Zusammenhänge dieser Welt besser zu verstehen.

Die Dinge und alles, was existiert, haben grundsätzlich zwei einander entgegen gesetzte Pole:

Es gibt grundsätzlich zwei Pole ("Polarität").

Manche Menschen sprechen auch vom geistigen "Gesetz der Polarität".

Wir betrachten die Dinge immer von einer bestimmten Perspektive.

Wir können die Dinge negativ bewerten oder positiv.

Wir können Dinge als Problem wahrnehmen und insofern "problemorientiert" sein oder wir können - im Gegensatz dazu - Probleme als Herausforderung erkennen, um eine Lösung herbeizuführen/zu finden ("lösungsorientiert").

Man könnte nun abschließend die Frage stellen:

Warum gibt es etwas und warum nicht etwa Nichts?

Die Existenz von Dingen ist ein Hinweis, ein Indiz für Gott. Der Urknall - so nimmt es derzeit die Wissenschaft an - ist ein singulärer Anfang von allem (Universum). Seit diesem Anfang entwickeln sich die Dinge. Die Existenz von "Etwas" (nennen wir es Materie) dient der Entwicklung. Es existieren - auch das wird angenommen - Geist und Materie. Hat sich nun der Geist aus der Materie entwickelt oder ist etwas Geistiges vor dem Anfang von allem anzunehmen? Ich persönlich gehe davon aus, dass der Geist vor (!) der Materie war. Anders wären solche Dinge wie "Naturkonstanten" nicht denkbar, um nur ein (!) Beispiel zu geben.

Wie wir uns allerdings die Existenz Gottes vorzustellen haben, wird wohl immer ein Geheimnis bleiben.

Vielleicht wird dieses Geheimnis einst mit der Vollendung unseres Todes gelüftet und wir erleben eine besondere Erleuchtung, eine Lichtung, eine nochmalige Entwicklung, denn nichts geht verloren. Der Tod stellt insofern lediglich eine Neuordnung der Atome unserer Materie dar. Der Geist in uns kann nicht vergehen, denn er ist wohl vergleichbar mit einer besonderen Energie, und Energie verschiebt sich lediglich, kann aber nicht vernichtet werden.

Dazu schreibt Wikipedia im Artikel "Energieerhaltungssatz" (Aufruf vom 18.10.2023; Zitat):

"Der Energieerhaltungssatz (auch Gesetz von der Erhaltung der Energie genannt) drückt die Erfahrungstatsache aus, dass die Energie eine Erhaltungsgröße ist, dass also die Gesamtenergie eines abgeschlossenen Systems sich nicht mit der Zeit ändert. Energie kann zwischen verschiedenen Energieformen  umgewandelt werden, beispielsweise von Bewegungsenergie in  Wärmeenergie. Außerdem kann sie aus einem System heraus oder in ein  System hinein transportiert werden, es ist jedoch nicht möglich, Energie  zu erzeugen oder zu vernichten. Die Energieerhaltung gilt als wichtiges  Prinzip aller Naturwissenschaften."

Zitat Ende.


Probleme gibt es. Sie sind nicht wegdiskutierbar.

Die Tatsache, dass es Etwas gibt und nicht etwa Nichts, ist für mich ein Hinweis, ein Indiz dafür, dass es einen Geist (sagen wir: 'Gott') gibt, der wollte, dass sich die Dinge entwickeln.

Dass sich das Universum und die Dinge entwickeln, ist ein Faktum (Faktum der Existenz). Damit sich die Dinge aber entwickeln können und Leben entstehen kann, braucht es - für den ein oder anderen vielleicht schwer vorstellbar - Probleme. Probleme sind da, wir erleben sie als Hindernis. Probleme dienen aber der Entwicklung. Probleme sind etwas "Vorgelegtes", etwas "Vorgeworfenes". Probleme werfen etwas voraus, Probleme ziehen die Entwicklung und sorgen für eine Zukunft.

Es kommt darauf an, als was wir Probleme erkennen:

als störend oder als hilfreich?



"Ist das Glas für Dich halb voll oder halb leer?"

Gehst Du mit Problemen schöpferisch oder entmutigt um?

Könntest Du zukünftig Probleme neben aller Last, die durch Probleme durchaus entsteht, zusätzlich auch als sinnvoll erleben?

Wir können an unseren Problemen verzweifeln oder an ihnen wachsen!

Rainer Langlitz


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