Vom Schwarz-Weiß-Denken beim Russland-Ukraine-Krieg oder die Frage: Wer ist der Böse in diesem Krieg? Der Versuch einer Analyse zur Stärkung unserer Medienkompetenz

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Vom Schwarz-Weiß-Denken beim Russland-Ukraine-Krieg oder die Frage: Wer ist der Böse in diesem Krieg? Der Versuch einer Analyse zur Stärkung unserer Medienkompetenz

Rainer Langlitz
Veröffentlicht von Rainer Langlitz in Essays · 18 Dezember 2022
Vom Schwarz-Weiß-Denken beim Russland-Ukraine-Krieg oder die Frage: Wer ist der Böse in diesem Krieg? Der Versuch einer Analyse zur Stärkung unserer Medienkompetenz

Einführung

Bekanntlich ist der russische Präsident W. Putin am 24. Februar 2022 völkerrechtswidrig in das Nachbarland der Ukraine mit militärischen Truppen einmarschiert.

Dieser Tag markiert, um einen Wortlaut des derzeitigen Bundeskanzlers, Olaf Scholz, zu gebrauchen, eine Zeitenwende in der Geschichte unseres Kontinents. So sagte Olaf Scholz am 27. Februar 2022 in seiner Regierungserklärung (Zitat):

"Der 24. Februar 2022 markiert eine Zeitenwende in der Geschichte unseres Kontinents. Mit dem Überfall auf die Ukraine hat der russische Präsident Putin kaltblütig einen Angriffskrieg vom Zaun gebrochen."

Zitat Ende.

Der Formulierung "kaltblütig vom Zaun gebrochen" deutet bereits darauf hin, dass der russische Präsident in den Augen unseres Bundeskanzlers sozusagen der Schuldige und damit der Böse innerhalb dieses Krieges ist bzw. sein soll.

Dieser Aufsatz will damit der Frage nachgehen, ob diese Einschätzung des Bundeskanzlers und damit weiter Teile der Bevölkerung Deutschlands und der Welt so einfach zu sehen ist oder eben nicht.

Dazu wird dieser Aufsatz folgendermaßen gegliedert:

  1. Was bedeutet Medienkompetenz?
  2. Die Regime-Changes durch die US-Regierung
  3. Geschichtliche Hintergründe zum Russland-Ukraine-Krieg und der Putsch in der Ukraine im Jahr 2014
  4. Die Frage nach dem Bösen im Russland-Ukraine-Krieg und Statement von Prof. Dr. Daniele Ganser zum Abschluss

Herzlichen Dank bereits jetzt, liebe Besucher*innen und Freunde meines Blogs, für das Lesen, Verstehen und für das eventuelle Kommentieren.



Hauptteil

1. Was bedeutet Medienkompetenz?

Gemäß Wikipedia bezeichnet Medienkompetenz die Fähigkeit, Medien und ihre Inhalte den eigenen Zielen und Bedürfnissen entsprechend sachkundig zu nutzen.

Wikipedia führt dazu weiter aus (Zitat):

"Seit den 1990er Jahren hat Dieter Baackes Definition von Medienkompetenz besondere Bedeutung erlangt; er  gliederte den Begriff in vier Dimensionen: Medienkritik, Medienkunde, Mediennutzung und Mediengestaltung.[1] Um das komplexe Begriffsystem Baackes anschaulicher zu machen, wird  hier seine Beschreibung der Ausdifferenzierung des Begriffs Medienkompetenz schematisch dargestellt (siehe Grafik).

Medienkritik soll analytisch problematische gesellschaftliche Prozesse angemessen erfassen. Jeder Mensch sollte reflexiv in der Lage sein, das analytische Wissen auf sich selbst und sein Handeln anzuwenden. Die Fähigkeit, soziale Konsequenzen der Medienentwicklung zu berücksichtigen, bezeichnet eine weitere Dimension der Medienkritik.

Medienkunde umfasst das Wissen über die heutigen Mediensysteme. Die informative Unterdimension der Medienkunde beinhaltet klassische Wissensbestände. Die instrumentell-qualifikatorische  Unterdimension meint die Fähigkeit, neue Geräte auch bedienen zu  können. Die beiden Aspekte Medienkritik und Medienkunde umfassen die Unterdimension der Vermittlung. Die Unterdimension der Zielorientierung  liegt im Handeln der Menschen. Hierbei spielt also die Nutzung von Medien eine wichtige Rolle.

Mediennutzung ist doppelt zu verstehen: Medien sollen rezeptiv angewendet werden (Programm-Nutzungskompetenz) und interaktive Angebote genutzt werden.

Mediengestaltung stellt in Baackes Ausdifferenzierung den vierten Bereich der Medienkompetenz dar. In den Bereich Mediengestaltung fallen die innovativen Veränderungen und Entwicklungen des Mediensystems und die kreativen ästhetischen Varianten, die über die Grenzen der alltäglichen Kommunikationsroutinen hinausgehen.

Baacke erweitert den Begriff Medienkompetenz theoretisch auf die  überindividuelle, gesellschaftliche Ebene. Mit diesem  Ausdifferenzierungsziel wird der Begriff zum „Diskurs der Informationsgesellschaft“. Ein solcher Diskurs bezieht alle wirtschaftlichen, technischen, sozialen, kulturellen und ästhetischen Probleme mit ein, so dass er ständig aktualisiert werden kann und muss. Baackes pädagogisch begründeter Begriff der Medienkompetenz inspiriert dauerhaft Wissenschaft, Praxis und Politik."

Zitat Ende.

Der Begriff "Diskurs der Informationsgesellschaft" erscheint innerhalb dieser Wikipedia-Beschreibung.

Der Historiker und Friedensforscher, Prof. Dr. Daniele Ganser (Schweiz) sieht den Begriff "Medienkompetenz" genau in diesem Zusammenhang eines Diskurses der Informationsgesellschaft:

Dr. Ganser sagt:

a) Wir brauchen eine bessere Medienkompetenz. Wir dürfen nicht mehr alles glauben und hinnehmen, was uns tagtäglich die Mainstreammedien präsentieren.

b) Die USA sind die größte imperiale Macht. Wer ist aber die zweitgrößte? Nein, es ist weder Russland noch China, sondern die "Öffentliche Meinung". Deswegen ist es von außerordentlicher Bedeutung, wie wir als Volk aufgeklärt werden und wie aufgeklärt wir als Volk sind.



2. Die Regime-Changes durch die US-Regierung

Zunächst sei darauf hingewiesen, dass auch bei Wikipedia ein Artikel über "die Beteiligung der Vereinigten Staaten an Regierungswechseln im Ausland" erscheint (Link, hier).

Warum nun an dieser Stelle dieses Thema? Nun, diese Analyse der sogenannten Regime-Changes durch die jeweilige US-amerikanische Regierung ist deswegen wichtig, weil diese Regime-Changes sehr wahrscheinlich auch im historischen Zusammenhang mit dem Russland-Ukraine-Krieg stehen.

Die folgende Auflistung der Regime-Changes geht aus einem Beitrag von Prof. Dr. Daniele Ganser hervor (Link zu diesem YouTube-Beitrag, hier).

Welche Regime-Changes hat Prof. Dr. Ganser in dem oben gegannten Video analysiert?

a) Regime-Change Iran 1953

b) Regime Change Guatemala 1954

c) Regime Change Kuba 1962

d) Regime Change USA 1963

e) Regime Change Chile 1973

f) Regime Change Afghanistan 2001

g) Regime Change Libyen 2011


Prof. Dr. Daniele Ganser sagt, dass die USA bei all diesen Regime-Changes die Finger mit ihm Spiel hatten.



3. Geschichtliche Hintergründe zum Russland-Ukraine-Krieg und der Putsch in der Ukraine im Jahr 2014


1939 – 1945
Zweiter Weltkrieg




1945 – 1990
Teilung DDR und BRD

      


01.08.1975:
Unterzeichnung der Schlussakte von Helsinki.
 


 
1980er Jahre:
Wirtschaftskrise in der Sowjetunion
 



03.10.1990
Wiedervereinigung Deutschlands (BRD und DDR)




19.-25.08.1991:
Putsch gegen Gorbatschow – Sowjetunion in Auflösung
 


 
21.12.1991:
Ende der Sowjetunion – Ukraine wird Teil der GUS.




Anfang der 1990er Jahre:
Ukraine ist nach dem Zerfall der Sowjetunion drittgrößte Atommacht der Welt.
 


 
05.12.1994:
Budapester Memorandum.
 



01.01.1995:
Gründung der OSZE.




19.-16.08.1999:
Wladimir Putin wird Ministerpräsident.
 


 
31.12.1999:
Am  31. Dezember 1999 tritt Jelzin zurück und Putin übernimmt die  Präsidentschaft kommissarisch.
 


 
26.03.2000:
Wladimir Putin wird Präsident Russlands.
 


 
28.05.2002:
NATO-Russland-Rat gegründet. – „Kalter Krieg“ vorbei.
 



20.02.2014
Putsch in Kiew
 


 
18.03.2014:
Putin erklärt nach Annexion: „Die Krim gehört zu Russland.“
 


 
 
Mai 2016:
Ein Raketenabwehrsystem entsteht in Polen.



 
24.02.2022
Russischer Überfall auf die Ukraine.





Besonders der Putsch in Kiew vom 20. Februar 2014 muss u. a. bei dem derzeitigen Russland-Ukraine-Krieg mitbetrachet und analysiert werden.

Wie kam es zu diesem Putsch?

Exzerpt aus diesem Wikipedia-Artikel (Euromaidan, Aufruf vom 18.12.2022):

"Ausländische Einflussnahme auf die Protestbewegung:
Von russischer Seite als auch von Seiten der Janukowytsch-Regierung wird behauptet, dass der Maidan-Protest von EU und NATO gezielt gesteuert wurde, wofür der Begriff Farbrevolutionen genutzt wurde,[323] um Einfluss auf die innenpolitische Situation der Ukraine auszuüben. Der daraus hervorgegangene Regierungswechsel im Februar 2014 sei ein von auswärtigen Mächten herbeigeführter Staatsstreich unter Mithilfe einheimischer rechtsextremer und ultranationalistischer Gruppen;[324][325] laut Putin war der Machtwechsel in der Ukraine „ein bewaffneter Umsturz und verfassungswidriger Putsch“.[326] Diese Sicht auf die Geschehnisse wurde von westlichen Medien wiederholt als Propaganda bezeichnet.[327][328]
Rede des US-Senators John McCain auf dem Maidan am 15. Dezember 2013: „America Stands with You!“ (Amerika steht auf eurer Seite)[329]

Über nichtstaatliche Stiftungen, Parteien und parteinahe Stiftungen sowie Nichtregierungsorganisationen waren oppositionelle Bewegungen und Organisationen schon seit Jahren offen und transparent unterstützt worden. So hatte UDAR, die Partei Vitali Klitschkos, Kontakt zu der CDU-nahen Konrad-Adenauer-Stiftung.[330][331] Die Adenauer-Stiftung hielt es für ihre Aufgabe, Oppositionelle zu unterstützen, es kam schon im Vorfeld zu Konflikten mit Regierung und Geheimdienst.[332] In einem Interview mit CNN am 25. Mai 2014 sagte George Soros: „Ich habe in der Ukraine schon vor deren Unabhängigkeit 1991 eine Stiftung gegründet. Sie hat seither funktioniert und spielte eine große Rolle bei den jetzigen Ereignissen“ und dass es im russisch dominierten Osten der Ukraine starken Antisemitismus gebe und Grausamkeiten gegen Juden und Roma.[333]

Der private Fernsehsender Espreso TV wurde mit Beginn des Euromaidan im November 2013 gegründet und berichtete als Teil der Protestbewegung live vom Maidan. Über die National Endowment for Democracy in Washington D.C. waren 2012 3,5 Millionen Dollar an knapp 60 verschiedene Einrichtungen in der ganzen Ukraine geleitet worden.[334]

Im Februar traf sich Victoria Nuland sowohl mit Tjanhybok als auch mit Arsenij Jazenjuk, der später als neuer Interimspremierminister der Ukraine bestimmt wurde. In dem am 4. Februar 2014 durch Russland an die Öffentlichkeit getragenen Telefongespräch mit Botschafter Pyatt erklärte Nuland, sie zöge Jazenjuk Klitschko vor.

Der Osteuropahistoriker Andreas Kappeler schreibt, es sei zwar richtig, dass Nichtregierungsorganisationen in der Ukraine vom Ausland finanziert worden seien, der Euromaidan sei jedoch „im Kern eine basisdemokratische spontane Massenbewegung gegen eine autoritäre Regierung, die mit dem Zurückziehen der Unterschrift unter den Assoziierungsvertrag ihr Wort gebrochen und mit dem rücksichtslosen Einsatz von Gewalt ihre Legitimität eingebüßt hatte“ und verweist eine „zielgerichtete Planung und Durchführung des Euro-Majdan durch die USA und die EU“ ins Reich der Verschwörungstheorien.[335] Der Politikwissenschaftler Paul D’Anieri macht als Ursache für die Eskalation seit 2010 den Versuch der Janukowytsch-Regierung aus, ein autoritäres Modell zu etablieren und mehr Macht an sich zu ziehen.[336]"

Zitat Ende.

Wikipedia rückt also die These, dass der Maidan-Protest von EU und NATO gezielt gesteuert wurde, in die Ecke russischer Propaganda.

Dem widerspricht jedoch der Friedensforscher und Historiker, Prof. Dr. Daniele Ganser.

Dazu hatte Dr. Ganser die obige Chronologie der von den US-Präsidenten initiierten Regime-Changes als zusätzlichen Beleg angeführt.

Außerdem gibt es noch eine Abhörung, die diese These, dass der Maidan-Protest von EU und NATO gezielt gesteuert wurde, untermauert. So schreibt Wikipedia über Victoria Nuland (Zitat):

"Seit 1984 ist Nuland im Außenministerium der Vereinigten Staaten tätig.[3]  Als Diplomatin war sie unter anderem in der Mongolei, China und  Russland akkreditiert. Parteipolitisch war sie ungebunden: Unter dem demokratischen Präsidenten Bill Clinton war sie von 1993 bis 1996 die Stabschefin eines stellvertretenden Außenministers Strobe Talbott, von 2003 bis 2005 arbeitete sie zu Hochzeiten des Irakkriegs als sicherheitspolitische Beraterin des republikanischen US-Vizepräsidenten Dick Cheney. [...] Am 4. Februar 2014 publizierte vermutlich Russland ein abgehörtes Telefongespräch Nulands mit dem US-Botschafter für die Ukraine, Geoffrey R. Pyatt, auf der Video-Plattform YouTube unter dem suggestiven Titel Die Marionetten des Maidan (Марионетки Майдана).[6][7] Die beiden Diplomaten diskutieren darin die aktuelle Euromaidankrise in der Ukraine und ihre Unzufriedenheit mit der zögerlichen EU.[7] Nuland fand es nicht nötig und keine gute Idee, „Klitsch“ (Vitali Klitschko) in die ukrainische Regierung aufzunehmen. Sie favorisiere aufgrund dessen Erfahrung „Jats“ (Arseni Jazenjuk),  den Vorsteher der größten Oppositionspartei. Pyatt seinerseits erklärt  Nuland, er sei froh, dass sie Jazenjuk zu einer Antwort gedrängt habe,  wo dieser am besten in das Szenario passe. („And I'm glad you sort of  put him on the spot on where he fits in this scenario.“[7] – die Redewendung to put someone on the spot  bedeutet etwa „jemanden in Verlegenheit bringen“.) Um die Neubesetzung  der Regierung voranzutreiben und die Rolle der UN zu aktivieren, habe  sie – so Nuland – den stellvertretenden UN-Generalsekretär für politische Angelegenheiten Jeffrey Feltman gebeten, dass der Nahost-Beauftragte Ban Ki-moons, Robert Serry,  intervenieren möge: „Ich denke das wäre sehr gut, um zu helfen, die  Sache festzumachen und auch, dass die UN dabei helfen, sie festzumachen,  und Du weißt schon... Scheiß auf die EU.“ („Fuck  the EU“), woraufhin Pyatt erwiderte: „Oh, genau, und ich denke wir  müssen etwas machen …“ („Oh, exactly, and I think we've got to do  something …“).[8]  Das US-Außenministerium erklärte später, Nuland habe sich bei ihren  EU-Kollegen entschuldigt. Nulands Bemerkungen spiegelten nicht wider,  was sie tatsächlich über die Beziehungen der USA zur EU denke.[9][10] Laut Sprecher von US-Präsident Barack Obama, Jay Carney, sage das Video auch etwas über Russlands Rolle aus,[11] also zu den bekannten russischen Versuchen, die uneinigen USA und EU weiter zu spalten.[12] Nuland bezeichnete die gegen sie gerichtete Abhöraktion als eine „ziemlich eindrucksvolle Spionagearbeit“.[13]

Zitat Ende.

"Scheiß auf die EU.“ („Fuck the EU“). So soll sich also Nuland in der Frage der Bedeutung Europas als geostrategisches Feld geäußert haben. Was bedeutet diese Abhörung und was sind die Ziele der USA in Bezug auf Europa? Welche Rolle spielte Victoria Nuland beim Euromaidan 2013/2014 in Kiew?

Genau auf diese Abhörung von Victora Nuland greift auch Prof. Dr. Daniele Ganser zurück in seiner Annahme, dass die USA mit die Finger im Spiel haben innerhalb dieses derzeitigen Krieges im Osten Europas.


4. Die Frage nach dem Bösen im Russland-Ukraine-Krieg und Statement von Prof. Dr. Daniele Ganser (Vgl. dazu Link zu YouTube, hier) zum Abschluss

Die Frage nach der bösen Person im Russland-Ukraine-Krieg darf nicht in einem Schwarz-Weiß-Denken beantwortet werden. Beide Seiten (die Ukraine bzw. der Westen und Russland) haben eine Teilschuld an diesem derzeitigen Krieg im Osten Europas.

Prof. Dr. Ganser hat also als Historiker die historischen Entstehungsgrundlagen dieses Krieges analysiert und ist auf die Frage eingegangen, wo die USA bei diesem Krieg möglicherweise ihre Finger mit im Spiel haben - auch im Hinblick auf die Sprengung der Pipeline Nordstream II.

Prof. Dr. Ganser betrachtet hierbei den Putsch in Kiew aus dem Jahr 2014, bei dem die USA maßgeblich beteiligt waren, wie nun aus dieser Abhörung von Victoria Nuland offenbar wurde.

Prof. Dr. Ganser fordert neue Friedensverhandlungen.

Sein Schluss-Statement lautet:

Der Mensch hat prinzipiell einen guten Kern. Aber wir Menschen machen oftmals den Fehler, in der Kategorie von "schwarz" und "weiß" zu denken à la:

'Das sind die Bösen, und das die Guten.'

Wir gehören aber alle - egal ob Mexikaner oder Schweizer, egal ob Russen oder Ukrainer, egal ob Chinesen oder Amerikaner - zu einer (!) Menschheitsfamilie.

Konflikte zu haben, gehört zum Menschsein dazu.

Aber wir müssen lernen, diese Konflikte friedlich zu lösen, ohne einander zu töten (Du sollst nicht töten!).

Dass nun auch unser derzeitiger Bundeskanzler Olaf Scholz die Frage nach der eigentlich bösen Person in diesem Russland-Ukraine-Krieg in einem Schwarz-Weiß-Denken beantwortet hat, zeugt nicht von einer besonderen Medienkompetenz - so viel muss gesagt werden dürfen.

Aber es wundert ja nicht, denn schon zur Corona-Pandemie ließ man nur die "eine" Seite zu Wort kommen. Die "andere" Seite der Wissenschaftler (Ioannidis, Bhakdi, Hockertz, Hollitzsch und viele andere) wurde exkludiert, diffamiert und diskreditiert. Nun jedoch stehen wir an einem Wendepunkt innerhalb der Corona-Politik. Das Volk musste nun am eigenen Leib erfahren, dass auch in diesem Punkt kein Schwarz-Weiß-Denken richtig ist à la "Impfen und alles wird gut - Nicht-Impfen und alles bleibt schlecht". Auch die mRNA- Impfung, von der gesagt wurde, sie habe keinerlei Nebenwirkungen, hat Nachteile mit sich gebracht (Myo- und Perikarditis, um nur ein paar zu nennen).

Die Welt und ihre Zusammenhänge sind nicht so einfach zu verstehen, zu interpretieren und zu ordnen.

Prof. Dr. Ganser hat mir jedenfalls auch in Bezug auf den Russland-Ukraine-Krieg die Augen geöffnet, dass auch in diesem Fall kein (!) Schwarz-Weiß-Denken angebracht ist. Viele Informationen dazu hatte ich jedoch einfach nicht parat. Deswegen ist es wichtig, dass wir uns nicht einseitig informieren. Besonders das Internet lässt Recherchen zu. Wer nur auf die Meldungen des öffentlich-rechtlichen Rundfunks (ÖRR) hört, der wird in aller Regel zu einem Schwarz-Weiß-Denken verleitet. Dies entspricht aber nicht der Realität und schon gar nicht der Wahrheit. Ich will damit nicht sagen, dass der ÖRR Lügen verbreitet. Aber indem ich nicht auch die Gegenseite zu Wort kommen lasse, schneide ich einen erheblichen Teil der Realität weg und betreibe exklusive Medieninformation. Dies muss aufhören und geändert werden.

Rainer Langlitz


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