Reichspogromnacht 1938: der 09. November in der jüngeren deutschen Geschichte - Verantwortung und die Rede von Richard von Weizsäcker vom 08. Mai 1985

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Reichspogromnacht 1938: der 09. November in der jüngeren deutschen Geschichte - Verantwortung und die Rede von Richard von Weizsäcker vom 08. Mai 1985

Rainer Langlitz
Veröffentlicht von Rainer Langlitz in Essays · 9 November 2023
Reichspogromnacht 1938: der 09. November in der jüngeren deutschen Geschichte - Verantwortung und die Rede von Richard von Weizsäcker vom 08. Mai 1985


Heute am 09. November 2023 sollten wir der "Reichspogromnacht" in Deutschland von 1938 und damit einem der dunkelsten Tage der Geschichte Deutschlands gedenken und in uns gehen.

Genau 85 Jahre liegt nun dieses horrible Ereignis in der deutschen Geschichte zurück.

Jeder und jede muss sich fragen:

"Wie offen bin ich für andere Menschen und deren Einstellungen?"

Es geht um das Erinnern und um das Lernen aus der Geschichte.

Zitat:

"Vor mehr als 80 Jahren, in der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938, brannten die Synagogen. Sie brannten in Baden, Württemberg und Hohenzollern genauso wie im gesamten Deutschen Reich.

Der 9. November ist der Tag, an dem organisierte Schlägertrupps jüdische Geschäfte, Gotteshäuser und andere Einrichtungen in Brand setzten. Es ist der Tag, an dem Tausende Jüdinnen und Juden misshandelt, verhaftet oder getötet wurden. Spätestens nun konnte jeder in Deutschland sehen, dass Antisemitismus und Rassismus bis hin zum Mord staatsoffiziell geworden waren. Diese Nacht war das offizielle Signal zum größten Völkermord in der Geschichte."

Zitat Ende.

Link: https://www.lpb-bw.de/reichspogromnacht

Wikipedia schreibt zum 09. November im gleichnamigen Artikel (Zitat):

"Auf den 9. November fällt eine Reihe von Ereignissen, die für die jüngere deutsche Geschichte als politische Wendepunkte mit teilweise auch internationalen Auswirkungen gelten. Als gravierend für die zeitgenössische öffentliche Diskussion in der rückwirkenden Betrachtung gelten – beginnend in der jüngeren Vergangenheit – die Jahrestage des Mauerfalls 1989 in Berlin, des Beginns der Novemberpogrome 1938, des Hitlerputsches 1923 in München und 1918 die Ausrufung der Republik in Deutschland als Datum der Novemberrevolution in Berlin. Diese historischen „Schlaglichter“ bilden in je unterschiedlichem Kontext in der Zusammenschau und der Rezeption im Verhältnis zueinander inhaltlich und ideologisch gegensätzliche und polarisierende Höhepunkte der historisch-politischen Auseinandersetzung mit der Geschichte Deutschlands, insbesondere derjenigen des 20. Jahrhunderts.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurde von verschiedenen Historikern und Journalisten für dieses Tagesdatum der Ausdruck Schicksalstag geprägt, der aber erst nach den Ereignissen vom Herbst 1989 weitere Verbreitung fand.

In mahnender Erinnerung an die Novemberpogrome des NS-Regimes gegen die deutschen Juden im Jahr 1938 ist der 9. November in Deutschland auch ein Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus – zusätzlich zum offiziellen nationalen Holocaust-Gedenktag 27. Januar, dem Jahrestag der Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz (1945). Der 27. Januar ist auch der von der Generalversammlung der UNO international proklamierte Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus."

Zitat Ende.

In seiner hervorstechenden und wichtigen Rede vom 08. Mai 1985 anlässlich des Gedenktages zum Kriegsende vom 08. Mai 1945 sprach der ehemalige Bundespräsident Richard von Weizsäcker eine eindringliche Bitte an die jungen Menschen aus (Zitat):

                                                                                                                       
"Lassen Sie sich nicht hineintreiben in Feindschaft und Hass
gegen andere Menschen,
gegen Russen oder Amerikaner,
gegen Juden oder Türken,
gegen Alternative oder Konservative,
gegen Schwarz oder Weiß.
                                                                                                                       
Lernen Sie, miteinander zu leben, nicht gegeneinander.
                                                                                                                       
Lassen Sie auch uns als demokratisch gewählte Politiker dies immer wieder beherzigen und ein Beispiel geben.
                                                                                                                       
Ehren wir die Freiheit.
Arbeiten wir für den Frieden.
Halten wir uns an das Recht.
Dienen wir unseren inneren Maßstäben der Gerechtigkeit.
Schauen wir am heutigen 8. Mai, so gut wir es können, der Wahrheit ins Auge."


"Richard von Weizsäcker war der erste Bundespräsident, der den 8.  Mai 1945 einen "Tag der Befreiung" nannte. Seine Rede vom 8. Mai 1985  vor dem Deutschen Bundestag, die von Weizsäcker in neun Kapitel  unterteilte, gilt als ein Meilenstein in der öffentlichen Aufarbeitung  der NS-Zeit in Deutschland." (Zitat a.a.O.)

Rainer Langlitz


Bildnachweis: Das Photo dieses Blogbeitrags wurde käuflich erworben bei WebSite X5 pro. Es trägt den Titel: "Holocaust memory day - Arbed wire and burning candle on black background" (ID: 542016670).


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