Ernährung von Insekten zur Rettung des Weltklimas oder die Frage: Werden uns zukünftig Insekten im Essen untergeschoben? Mein Aufruf zum Boykott von Insektenprodukten der niederländischen Insektenverarbeitungsfirma „Ynsect NL B.V.“

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Ernährung von Insekten zur Rettung des Weltklimas oder die Frage: Werden uns zukünftig Insekten im Essen untergeschoben? Mein Aufruf zum Boykott von Insektenprodukten der niederländischen Insektenverarbeitungsfirma „Ynsect NL B.V.“

Rainer Langlitz
Veröffentlicht von Rainer Langlitz in Essays · 24 Januar 2023
Ernährung von Insekten zur Rettung des Weltklimas oder die Frage: Werden uns zukünftig Insekten im Essen untergeschoben? Mein Aufruf zum Boykott von Insektenprodukten der niederländischen Insektenverarbeitungsfirma „Ynsect NL B.V.“

 
„Werden uns künftig Insekten im Essen untergeschoben?“, so fragt der Autor eines Online-Artikels auf MDR-Thüringen vom 23. Januar 2023 (Link, hier).

Ja, Sie haben richtig gelesen; und es ist wirklich kein verfrühter April-Scherz!

Es geht um Insekten (Heuschrecken und Mehlwürmer, Larven des Getreideschimmelkäfers etc.) in unserem alltäglichen Essen, unter anderem in Nudeln, Brötchen, Backwaren und auch im Bier – und dies ganz normal im Lebensmittelregal, allerdings gekennzeichnet. Wer aber liest sich schon jedes Mal, wenn er sich z. B. Nudeln in den Einkaufskorb lebt, die Inhaltsliste durch?
 
Es gab ein offizielles Zulassungsverfahren in der EU. So schrieb die Europäische Kommission bereits am 02. Juni 2021 auf ihrer Website (Zitat):

„Kleine Insekten – große Wirkung! EU erteilt Zulassung für Insekten als Lebensmittel“ (Link, hier)
 
Innerhalb dieser Bekanntmachung der EU wird verlautbart (Zitat):
 
„Die Europäische Kommission hat Mehlwürmer als erste Insektenart als Lebensmittel in der Europäischen Union zugelassen. Rafael Perez, Teamleiter für neuartige Lebensmittel in der GD SANTE, erläutert, warum die Lebensmittelauswahl für EU-Bürgerinnen und -Bürger nun erweitert wurde und welche Bedeutung Insekten künftig für eine gesündere und nachhaltigere Ernährung und für den Umweltschutz haben werden. […]
 
Wie geht es jetzt weiter?

Laut FAO wurden bereits über 1900 Insektenarten weltweit als Lebensmittel verzehrt. Was die Mehlwürmer anbelangt, so hat die Kommission im Rahmen der Verordnung über neuartige Lebensmittel bereits mehrere Anträge auf Zulassung anderer Insektenarten erhalten, darunter Larven von Alphitobius diaperinus (Getreideschimmelkäfer), Gryllodes sigillatus (tropisches Heimchen), Acheta domesticus (Heimchen), Locusta migratoria (Wanderheuschrecke) und Larven von Hermetia illucens (Soldatenfliege).
 
Bis jetzt hat die Kommission 11 Anträge für gültig befunden, und für jeden dieser Anträge wird derzeit eine Sicherheitsbewertung durch die EFSA durchgeführt. Sobald die EFSA eine positive Stellungnahme abgegeben hat, leitet die Kommission das Zulassungsverfahren ein.
 
In den kommenden Jahren werden die im Rahmen der Verordnung über neuartige Lebensmittel zugelassenen Insektenarten eine immer wichtigere alternative Eiweißquelle darstellen und zu den Zielen der Strategie „Vom Hof auf den Tisch“ beitragen – für ein nachhaltiges Lebensmittelsystem in der EU und weltweit.“
 
Zitat Ende

Hier noch ein Zitat aus dem o. g. MDR-Artikel:

„Immerhin stammt der Antrag auf Zulassung der Hausgrille vom 24. Juli 2019 und seitdem fand eine "ausführliche wissenschaftliche Bewertung durch die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) statt", wie die EU-Kommission Anfang Januar mitteilte. Auch die EU-Staaten haben den Vorschlag der Kommission zur Zulassung der Insekten erhalten, teilte die EU-Kommission mit. Und bevor in der EU irgendetwas Neues auf die Tische kommt, das in der EU vor Mai 1997 "nicht in nennenswertem Umfang konsumiert wurde", müssen erstmal die Wissenschaftler ran. Und erst dann, wenn am Ende des Verfahrens tatsächlich eine Zulassung erfolgt, darf ein sogenanntes "neuartiges Lebensmittel" überhaupt in den Verkehr gebracht werden und das mit klaren Kennzeichnungsregeln.

Laut Pressemitteilung der Europäischen Kommission "[muss] klar gekennzeichnet sein, dass ein Lebensmittel ein Insekt enthält (mit lateinischem und deutschem Namen) und auch, in welcher Form". Zunächst dürfen die Firmen Cricket One Co. Ltd (mit Sitz in Vietnam) und Ynsect NL B.V. (mit Sitz in den Niederlanden) in den nächsten fünf Jahren exklusiv die Tiere verarbeiten und in den Verkehr bringen und wir dürfen dann entscheiden, ob wir das essen wollen oder nicht.“

Jene niederländische Firma „Ynsect NL B.V.“ schreibt tatsächlich auf ihrer Website (Zitat):

„AdalbaPro is the world’s first food ingredient line made from insects. Our unique, sustainable, and minimally processed ingredient line offers solutions for meat replacement and protein fortification to add value and effectiveness to all kinds of formulations. Our AdalbaPro products are already in several baked goods, sports nutrition, pasta, meat and meat alternatives. As a high-quality animal protein, AdalbaPro contains all essential amino acids as well as essential vitamins and minerals. AdalbaPro is currently available in a textured form and as powders.“

Link, hier

Zitat Ende.

Google übersetzt dies wie folgt ins Deutsche:

AdalbaPro ist die weltweit erste Lebensmittelzutatenlinie aus Insekten. Unsere einzigartige, nachhaltige und minimal verarbeitete Zutatenlinie bietet Lösungen für Fleischersatz und Proteinanreicherung, um allen Arten von Zubereitungen Wert und Wirksamkeit zu verleihen. Unsere AdalbaPro-Produkte sind bereits in mehreren Backwaren, Sportlernahrung, Nudeln, Fleisch und Fleischalternativen enthalten. Als hochwertiges tierisches Protein enthält AdalbaPro alle essentiellen Aminosäuren sowie lebenswichtige Vitamine und Mineralstoffe. AdalbaPro ist derzeit in texturierter Form und als Pulver erhältlich.
 
 
 
Mein persönliches Statement:

Ich finde, Essen hat etwas mit Kultur zu tun. Meine Esskultur sieht vor, dass ich mich nicht (!) von Insekten ernähren möchte; und schon gar nicht durch die Hintertür in Form von Pulver in Nudeln, Backwaren etc… Ich finde so etwas ekelhaft!
 
 
Es ist allgemein akzeptiert, dass Menschen jüdischer und auch islamischer Religion kein Schweinefleisch essen. Auch dies hat selbstverständlich etwas mit Kultur zu tun.
 
Wenn Menschen aus dem asiatischen Lebensraum bereit sind, sich von Insekten zu ernähren, ist dies natürlich ihr gutes Recht.
 
Wenn dies nun allerdings quasi durch die Hintertür auch in Europa Gang und Gäbe werden soll, so finde ich das nicht sehr prickelnd bzw. einfach nur ekelig.
 
Auch das Argument der Klimarettung, was einige wohl anführen für diese Vorgehensweise, möchte ich (!) nicht akzeptieren.
 
Ich bin so erzogen worden und halte dies auch für richtig, dass Insekten nicht in die Nahrung und schon gar nicht auf den Teller gehören.
 
Und hiermit hat sich die Diskussion für mich auch beendet.
 
Ich rufe hiermit zum Boykott dieser Produkte von jener niederländischen Firma Ynsect NL B.V. auf.


Rainer Langlitz


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