Das Phänomen der Evidenzproblematik im 21. Jahrhundert: Ursache, Folgen und Bedeutung dieser Erscheinung

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Das Phänomen der Evidenzproblematik im 21. Jahrhundert: Ursache, Folgen und Bedeutung dieser Erscheinung

Rainer Langlitz
Veröffentlicht von Rainer Langlitz in Essays · 26 Juni 2022
Das Phänomen der Evidenzproblematik im 21. Jahrhundert: Ursache, Folgen und Bedeutung dieser Erscheinung

Evidenz (von lat. evidentia = Eindeutigkeit, Klarheit) beinhaltet das Kompositum aus lat. e / ex und videre (sehen). Damit deutet sich zweierlei an:

a) eine persönliche Sichtweise.
b) eine wissenschaftliche Sichtweise.

Vorweggenommen ist die Erklärung für diese Hypothese einer Evidenzproblematik im 21. Jahrhundert die folgende:

Im  21. Jahrhundert hat sich die im Laufe der Jahrhunderte geführte  Diskursivität kumuliert, indem sich die offenen Fragen nicht abschließend klären ließen und damit angehäuft haben.

Folge dieser Evidenzproblematik ist eine Diversifizierung bzw. Pluralität an persönlichen und wissenschaftlichen Meinungen.

Dazu folgende Erläuterung(en):

Wie lassen sich die einzelnen Jahrhunderte von ihren Highlights her mit einer Überschrift versehen?

1 Urgemeinde, Apostolische Väter
2-7 Patristik + Apologetik
8/9 Neu-Platonismus
10-13 Scholastik
14 Spätscholastik
15 Renaissance / Humanismus
16 Reformation
17 Aufklärung
18 Deutscher Idealismus
19 Freud, Darwin, Nietzsche
20 Forschung und Entwicklung
21 Transformation, Internet

Mit anderen Worten:

Die Jahrhunderte 1 - 16 waren vor allem geprägt durch "Religion und durch die Suche/Frage nach Gott".

Das 17. Jahrhundert (Aufklärung) setzt neben dem 15. Jahrhundert einen entscheidenden Wendepunkt: die Naturwissenschaft (15. Jahrhundert; Kopernikanische Wende etc.) bzw. die "Kritik" setzt ein (17. Jahrhundert; Kant, Reimarus, Hume etc.).

Danach folgt im 19. Jahrhundert Sigmund Freud. Dieser bringt die Psychologie bzw. die Psychoanalyse aufs Tableau.

Weiterhin führt Charles Darwin im 19. Jahrhundert seine Evolutionstheorie ein und stellt damit den biblischen Schöpfungsbericht in Frage.

Auch Friedrich Nietzsche trägt im 19. Jahrhundert durch seine Kritik an Kirche und gängiger Gottesvorstellung zur Diskursivität bei.

Im 20. Jahrhundert schließlich bringen uns "Forschung und Entwicklung" völlig aus dem Konzept:

Die jahrhundertelang existierende Meinung und Theorie, Atome seien unteilbar (deswegen auch deren Bezeichnung "a-tomos (vgl. Demokrits  Atommodell), wird durch die Atomphysik innerhalb der ersten 50 Jahre des 20. Jahrhunderts über Bord geworfen:

  • Ernest Rutherford (Rutherfordsches Atommodell, 1911).
  • Niels Bohr (Bohrsches Atommodell, 1913).
  • Werner Heisenberg (Quantenmechanisches Atommodell bzw. Orbitalmodell, 1927).

Vgl. dazu folgenden Link zum Thema Atommodelle (Link, hier)

Das 21. und damit das aktuelle Jahrhundert, in dem wir leben, ist nun m. E. geprägt durch zwei Begriffe:

1.) Transformation (Veränderung der Verhältnisse).

2.) Internet (Social Media, weltweites Publizieren und  Zugriffsmöglichkeiten zu Informationen und Daten, aber auch  Falschmeldungen bzw. Zunahme persönlicher Darstellungen, Verzerrungen  der Wirklichkeit durch Blogs und unseriöse Webseiten etc.).

Bedingt durch Transformation und bedingt durch das Internet folgen nun wiederum zwei Dinge:

1.) die stärkere Notwendigkeit der 'Kontrolle'.
2.) eine Evidenzproblematik.

Diese Evidenzproblematik bedingt eine persönliche Sichtweise (A) und eine wissenschaftliche Sichtweise (B).

Sichtweise A ist (noch) durch das Grundgesetz im Art. 5 (1) garantiert, wo es heißt:

"Artikel  5. (1) Jeder hat das Recht, seine Meinung in Wort, Schrift und Bild  frei zu äußern und zu verbreiten und sich aus allgemein zugänglichen  Quellen ungehindert zu unterrichten. Die Pressefreiheit und die Freiheit  der Berichterstattung durch Rundfunk und Film werden gewährleistet."

Sichtweise B ist quasi derzeit "erschüttert" durch diskursiv geführte Diskussionen innerhalb unserer westlichen Gesellschaft(en).

Es gab zwar schon immer diskursiv geführte Ansichten.

Aber nun hat sich im 21. Jahrhundert diese im Laufe der Jahrhunderte geführte Diskursivität kumuliert, indem sich die offenen Fragen nicht abschließend klären ließen und damit angehäuft haben.

Hinzugekommen sind stattdessen im 20./21. Jahrhundert noch weitere Probleme für den einzelnen Menschen, für die Gesellschaft(en) und für die Welt als ganze:

Zusammenfassend habe ich diese Probleme auf meinem Blog dargestellt (vgl. Link, hier)

Von  daher erleben wir aufgrund bzw. infolge dieser Evidenzproblematik  weltweit zum einen Instabilität, Unsicherheit(en), Zerfallsprozesse und  zum anderen eine Tendenz zur Globalisierung verbunden mit einem immer  stärker auftretenden Phänomen der zunehmenden Kontrolle, was vor allem  auffällt durch die Realität bzw. Diskussion von (vgl. dazu Blog, Link, hier):

  • Abschaffung des Bargelds
  • Internet (Google, Payback-Karten, GPS-Systeme, Facebook etc.)
  • Kameras an öffentlichen Plätzen (Bahnhöfe, Blitzer, Parkplätze)
  • Smart-Phone (Apps z. B.)
  • Telefon und Internet (Voice over IP)
  • Abhör-Mechanismen (siehe STASI, siehe Großer Lauschangriff)
  • Mikrochips im Menschen[1]
  • Satelliten im Weltall

Der Ansicht von der "Evidenzproblematik" im 21. Jahrhundert ist also m. E. uneingeschränkt zuzustimmen.

Rainer Langlitz


Anmerkung:



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