Resilienz

Direkt zum Seiteninhalt

Resilienz

Rainer Langlitz
Veröffentlicht von Rainer Langlitz in Gesundheit · 21 September 2021
Resilienz

Was ist Resilienz? Was brauchen wir, um resilient zu sein?

Stell Dir folgende Situation vor:

Du hast einen Bandscheibenvorfall erlitten und musst operiert werden. Du bekommst einen Termin und begibst Dich ins Krankenhaus. Du wurdest aufgeklärt über mögliche Komplikationen bei der Operation. Du willigst ein. Noch ahnst Du nichts Schlimmes. Du gehst mit einem guten Gefühl in die OP. Nach der OP wachst Du auf: Du bist querschnittsgelähmt. Den Ärzten ist ein Fehler unterlaufen.
 
 
Zunächst ist es zwar relativ unwahrscheinlich, dass so etwas passiert bei einer OP. Aber es ist nicht ausgeschlossen. Ärzte sind keine Götter, sondern Menschen!

Wer kennt Samuel Koch? Schon von jenem schlimmen Vorgang damals bei Wetten dass… bei Thomas Gottschalk gehört? Wie würde es Dir gehen, wenn Dir etwas passieren würde, wie es Samuel Koch passiert ist?

Lies hier mehr über die Person "Samuel Koch" (Link zu Wikipedia, hier).

Wie würdest Du damit umgehen, wenn du nun querschnittsgelähmt wärst nach jener beschriebenen Situation? Wie würdest Du damit umgehen, wenn Dir die Diagnose Krebs von einem Arzt mitgeteilt werden würde?
 
 
Würdest Du ...

...dich hängen lassen?
 
...depressiv werden?
 
...mit dem Schicksal hadern?
 
...verzweifeln?

...verbittert werden?
 

 
Wie verletzbar bist Du?
 
Wie resilient bist Du?

 
Resilienz meint ursprünglich den Vorgang, dass ein Material, nachdem es deformiert wurde, durch seine Beschaffenheit in der Lage ist, wieder seine ursprüngliche Form annehmen kann.

Wikipedia schreibt dazu in seinem Artikel "Resilienz", Link, hier (Zitat):

Resilienz (von lateinisch resilire ‚zurückspringen‘ ‚abprallen‘) auch Anpassungsfähigkeit, ist der Prozess, in dem Personen auf Probleme und Veränderungen mit Anpassung ihres Verhaltens reagieren. Dieser Prozess umfasst:[1]
 
  • Auslöser, die Resilienz erfordern (z. B. Traumata),
  •  
  • Ressourcen, die Resilienz begünstigen (z. B. Selbstbewusstsein, positive Lebenshaltung, unterstützendes soziales Umfeld) und
  •  
  • Konsequenzen (z. B. Veränderungen im Verhalten oder in Einstellungen).
 

Resilienz kann einen wichtigen Beitrag zur Fähigkeit eines Einzelnen leisten, sich zu erholen oder auf Herausforderungen und Veränderung zu reagieren.[1]
 
Mit Resilienz verwandt sind Entstehung von Gesundheit (Salutogenese), Widerstandsfähigkeit (Hardiness), Bewältigungsstrategie (Coping) und Selbsterhaltung (Autopoiesis).

In der Medizin bezeichnet Resilienz auch die Aufrechterhaltung bzw. rasche Wiederherstellung der psychischen Gesundheit während oder nach stressvollen Lebensumständen und wird als Ergebnis der Anpassung an Stressoren definiert.[2]

Das Gegenteil von Resilienz ist Verwundbarkeit (Vulnerabilität).

Zitat Ende.

Resilienz ist die Fähigkeit,

  • Herausforderungen anzunehmen
  • sich zu wehren
  • Schwierigkeiten zu meistern
  • negative Gefühle zu kanalisieren, statt zu explodieren
  • sich durchzusetzen und Rechte einzufordern
  • das Bedürfnis nach Zuneigung und Bestätigung zu befriedigen
  • die Wunden der eigenen Seele / Persönlichkeit zu heilen
  • Rückschläge auszuhalten
  • der Wille zu überleben
  • sich Unabhängigkeit zu verschaffen

Vgl. dazu folgenden Link, hier.
 

Durch welche inneren und äußeren Bedingungen/Faktoren gelingt es Menschen wie Samuel Koch, sich von solch einem Tiefschlag nicht entmutigen zu lassen, sondern aufzustehen und weiterhin Freude und Spaß am Leben zu haben?
 
 
Samuel Koch brauchte sicherlich:

 
  • Ärzte und eine Reha
  • Freunde, Bekannte, Familie
  • Willensstärke
  • Lebenswille
  • positive Energie / positives Denken
  • Ziele


Was braucht man noch, um resilient zu sein/zu werden?

Grundsätzlich ist jeder Mensch verletzbar. Jeder Mensch hat seine Schwachstellen.
 
Wenn wir uns nicht deformieren/verletzen lassen wollen, dann müssen wir resilient sein oder werden.

Wir dürfen/sollten/müssen uns nicht verletzen lassen.


Ich möchte Folgendes dazu ausführen:

Wir sind eine Person (vgl. dazu meinen Blogartikel "Angst und Stress", Link, hier). Was bedeutet das? (Link zu meinem Blogartikel "Von der Bedeutung einer Persönlichkeitslehre", Link, hier). Unsere Person wird im Laufe des Heranwachsens zu einer Persönlichkeit mit eigenen Stärken, Schwächen, Interessen etc…eben eine eigene Persönlichkeit.
 
Außerdem befinden wir uns immer im Austausch mit anderen Personen. Wir sind mehr oder weniger von vielen anderen Personen abhängig: sei es der Hausarzt, die Kassiererin im Supermarkt oder ein Kollege. Kein Mensch ist allein auf dieser Welt. Es herrscht gegenseitige Abhängigkeit.
 

Was will ich damit sagen?

Zunächst geht es bei Resilienz um das Finden der eigenen Person:

  • Wer bin ich eigentlich?
  • Aus welcher Familie stamme ich? Wo sind meine Wurzeln?
  • Welche Eigenschaften habe ich eigentlich?
  • Was macht mich glücklich? Worauf habe ich Lust? Was füllt mich aus? (Link zu den Blogartikeln "Von der Kunst des Lebens", Link, hier, und "Glück und der Sinn des Lebens", Link, hier)
  • Erkenne ich mich gerne morgens im Spiegel? Bin ich zur Selbstliebe fähig?
         
Im weiteren Sinne geht es um soziale Kompetenz: denn wie gesagt, kein Mensch ist autark: Wir sind voneinander abhängig. Je höher meine soziale Kompetenz ist, desto einfacher komme ich im Leben zurecht und umso resilienter bin ich.

Ich finde soziale Kompetenz extrem wichtig. Deswegen habe ich zu diesem Thema innerhalb meines Blogs auch einen eigenen Bereich eingerichtet (Link zum Bereich "soziale Kompetenz" auf meinem Blog, hier).

Zur Resilienz gehört allerdings auch, dass wir uns eingestehen müssen, dass wir nicht allzu stolz sein sollten, sondern dass wir erkennen sollten, dass bzw. wann wir Hilfe in Anspruch nehmen müssen.
 

Nochmals:

Um resilient sein zu können, muss ich mich als Person reflektieren können.
 
Ich muss mich immer wieder fragen, was ich brauche, damit es mir gut geht.

Welche Bedürfnisse kennen Sie? Wie zuverlässig nehmen Sie Ihre Bedürfnisse wahr?

(Vgl. zu Johann Schneider (2013) folgenden Link, hier).


Welche Eigenschaften kennen Sie, die resilient machen könnten?

Folgende Eigenschaften machen uns resilient:

  • Verantwortungsbewusstsein
  • Kreativität
  • Beziehungsfähigkeit
  • Geduld
  • Unabhängigkeit
  • Humor
  • Reflexion
  • Konfliktfähigkeit
  • Selbstständigkeit
  • Entschlossenheit
  • Glaube
  • Phantasie
  • Distanz
  • Mut
  • Eigenantrieb
  • Einsicht
  • Hoffnung

Vgl. dazu folgenden Link, hier.

Um resilient sein zu können, darf ich nicht stolz sein, sondern muss erkennen, wann ich Hilfe benötige.

Manche Menschen sprechen auch von den "7 Säulen der Resilienz", mit deren Hilfe wir erlernen können, resilient zu sein / zu werden:

1.) Optimismus
= Fähigkeit, hoffnungsfroh und positiv in die Zukunft zu blicken und an einen guten Verlauf der Dinge zu glauben.

2.) Akzeptanz
...bedeutet, Situationen, die nicht mehr zu ändern sind, anzunehmen und die Vergangenheit vergangen sein zu lassen.

3.) Lösungsorientierung
...bedeutet, nachdem man die Situation angenommen und hinter sich gelassen hat, nach vorne zu schauen und nach Lösungen zu suchen.

4.) Opferrolle verlassen
...bedeutet, die Passivität aufzugeben und aktiv in der jeweiligen Situation zu werden.

5.) Verantwortung übernehmen
...bedeutet, Initiative zu zeigen und sich aktiv für die Erreichung der eigenen Ziele einzusetzen.

6.) Zukunftsplanung
...bezeichnet die Umsicht, sich auf die Zukunft aktiv und bewusst vorzubereiten.

7.) Netzwerkorientierung
...bedeutet die Fähigkeit, ein Netzwerk, also ein System von menschlichen Beziehungen zu knüpfen und zu nutzen.


Über folgenden Link finden Sie einen Resilienz-Selbsttest zum Download (Link, hier).


Ich wünsche Ihnen, dass Sie resilient sind/werden.


Ihr


Rainer Langlitz
 
 


Es gibt noch keine Rezension.
0
0
0
0
0

Zurück zum Seiteninhalt