Jod und seine orthomolekulare bzw. physiologische Bedeutung

Direkt zum Seiteninhalt

Jod und seine orthomolekulare bzw. physiologische Bedeutung

Rainer Langlitz
Veröffentlicht von Rainer Langlitz in Gesundheit · 11 Dezember 2022
Jod und seine orthomolekulare bzw. physiologische Bedeutung
 
Jod gehört zu den 8 wichtigsten Spurenelementen.
 
Wikipedia schreibt zur physiologischen Bedeutung von Jod (Zitat):

"Lebensmittel
Der Mineralstoff Iod (meist in der Form als Iodid) gilt in der Ernährung der Menschen und vieler Tiere als Nährstoff und hierbei als essentielles Spurenelement. Insbesondere Jodsalz wird als iodiertes Lebensmittel (angereichert mit Iodaten) zur Vorbeugung gegen Jodmangel eingesetzt. In Verordnung (EG) Nr. 1925/2006 (Anreicherungsverordnung) wurde der Iodgehalt in Lebensmitteln festgesetzt, um ihn gesundheitsbezogen entsprechend Verordnung (EG) Nr. 1924/2006 (Health Claims) in der Europäischen Union (deklariert nach Maßgabe der nationalen Lebensmittel-Kennzeichnungsverordnungen  in Deutschland, Österreich und der Schweiz) bewerben zu dürfen. Dazu  wird es oft zugesetzt, meist als Calciumiodid. Auch in Fertig-Tierfutter  wird Iod zugesetzt, so in den meisten Katzen- und Hundenahrungen, aber  auch Vogelfutter (z. B. für Kanarienvögel) kann iodiert werden. Für die  Iodzugabe bei Schlachttieren gelten in der EU auf Empfehlung bzw. auf  Befragen der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) Höchstgehalte.

In Deutschland kommen Iodverbindungen in den Böden unverändert in  zu geringen Mengen vor. Durch die Jodprophylaxe, die im Wesentlichen  aus der Iodierung von Speisesalz („Jodsalz“) und der Iodierung von  Futtermitteln in der Landwirtschaft besteht, konnte die Iodversorgung in  Deutschland soweit verbessert werden, dass die Iodurie  bei Kindern – die als zuverlässigstes Kriterium zur Beurteilung der  Iodversorgung gilt – in einer großen Stichprobe zwischen 2003 und 2006  im Median 117 μg/l erreichte. Sie lag damit im unteren Bereich der von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfohlenen Spanne von 100 bis 200 μg/l.[28] Damit gilt Deutschland nach WHO-Kriterien als ausreichend mit Iod versorgt.[29] Dennoch besteht in Deutschland bei 36 % der Bevölkerung ein milder und bei 21 % ein moderater bis schwerer Jodmangel.[29]

Medizinische Anwendungen
 
Iodtinktur und Iodoform enthalten Iod in elementarer bzw. gebundener Form und dienen als Antimykotikum und Antiseptikum. Es wird vermutet, dass die desinfizierende Wirkung auf der Abspaltung von Sauerstoff aus Wasser beruht. Dieser Sauerstoff ist kurz nach seiner Freisetzung (in statu nascendi) besonders reaktionsfähig: Dieser Mechanismus wird auch für die anderen Halogene diskutiert. Iod wird aus diesem Grund in einzelnen Fällen auch zur Desinfektion  von Wasser in Badeanstalten genutzt. Vorteilhaft ist in diesem  Zusammenhang, dass Iod weniger aggressiv ist als Chlor. Allerdings  vermag diese Wasserbehandlung nicht Algen abzutöten, so dass zusätzlich  ein Algizid zugesetzt werden muss. Der intensive Gebrauch von Iod kann aber zu Hautverfärbungen führen. Auch besteht die Gefahr der Allergisierung. Beides ist durch Einsatz von so genannten Iodophoren, Trägermaterialien, die Iod binden können, vermeidbar.
Iodate werden in Form von Natriumiodat oder Kaliumiodat in geringen Mengen dem Speisesalz zugesetzt, um Jodmangelerkrankungen vorzubeugen. Es wird im Handel umgangssprachlich als Jodsalz angeboten.
Die radioaktiven Iod-Isotope 131I (8,02 Tage Halbwertszeit) und 123I (13,22 Stunden Halbwertszeit) werden als Radiopharmaka in der nuklearmedizinischen Diagnostik und Therapie vorwiegend von Schilddrüsenerkrankungen eingesetzt (vergleiche Radiojodtherapie), wobei 131 heute verstärkt zum Einsatz kommt. Zur Bestimmung des Knochenmineralgehalts wird 125I (Gammastrahlung von Eγ = 35 keV, 59,4 Tage Halbwertszeit) herangezogen. 125I ist zudem das am häufigsten im Radioimmunassay (RIA) verwendete Radioisotop.[30]

Iod ist ein häufig eingesetzter Katalysator bei chemischen Reaktionen. So verwendet man es bei stereospezifischen Polymerisationen von 1,3-Butadien. Die Sulfurierung aromatischer Verbindungen sowie die Alkylierung und Kondensation aromatischer Amine sind weitere Einsatzfelder.

Aromatische Iodverbindungen werden als Röntgenkontrastmittel in der Diagnostik eingesetzt.

Natriumiodid wird als Szintillator in Szintillationszählern eingesetzt.

Strahlenschutz
Radioaktive Iod-Isotope sind im Fallout von Nuklearexplosionen und im Reaktor von Kernkraftwerken (KKW) enthalten. Für den Fall eines Atomunfalles  mit der Freisetzung radioaktiver Iodisotope bevorraten Bund und Länder  in der Umgebung der deutschen Kernkraftwerke insgesamt 137 Millionen Kaliumiodid-Tabletten mit hohem Gehalt des stabilen Iodisotops 127I (meist als „Jod-Tabletten“ bezeichnet), die im Kontaminierungsfall durch eine Iodblockade die Aufnahme der radioaktiven Iodisotope in der Schilddrüse verhindern sollen. Der Vorrat wurde zuletzt 2004 erneuert.[31]  In der Schweiz werden an alle Personen, die im Umkreis von 50 Kilometer  um ein Kernkraftwerk wohnen (rund 4,6 Millionen), sowie an die dort  ansässigen Betriebe Kaliumiodid-Tabletten abgegeben.[32]
Iod-Radionuklide liegen als Ergebnis der Kernspaltung in hoher  Konzentration im Gap, dem Spalt zwischen den Brennstofftabletten und dem  Hüllrohr der KKW-Brennstäbe, vor. Sollte der Sicherheitsbehälter des KKW im Falle eines Kernschadens oder gar einer Kernschmelze nach Unfalleintritt ein Leck aufweisen, so sorgt es aus Sicht des Strahlenschutzes für großen Schaden, da es als sehr flüchtiges Nuklid praktisch als erstes, neben den radioaktiven Isotopen 85Kr und 135Xe der Edelgase Krypton und Xenon, in größerer Konzentration freigesetzt wird und in den biologischen Kreislauf gelangt.

Biologische Bedeutung
 
Das Schilddrüsenhormon Thyroxin
Nach Aufnahme von größeren, im Milligrammbereich liegenden Dosen von  Iodverbindungen treten Reizwirkungen an Haut und Schleimhäuten auf. Dies  kann zum „Jodismus“ führen, einhergehend mit den Symptomen Schnupfen  („Jodschnupfen“), Konjunktivitis, Bronchitis und Exanthemen. Die Wirkung auf die Bronchialschleimhaut hat dazu geführt, dass Iodsalze früher als Expektorans benutzt wurden. Andererseits kann hochdosiertes Iodid bei Hyperthyreose zur Suppression genutzt werden, da es die Freisetzung und die Synthese von Schilddrüsenhormonen hemmt.

Schilddrüsenhormone
Iod spielt im Organismus hauptsächlich eine Rolle für die Produktion der Schilddrüsenhormone Thyroxin (T4) und Triiodthyronin (T3), die vier bzw. drei Iodatome enthalten. Der Iodvorrat im menschlichen Körper wird auf 10 bis 30 Milligramm beziffert. Jodmangel führt zunächst nur zu einer euthyreoten Kropfbildung. Erst ein ausgeprägter Jodmangel hat auch eine Unterfunktion der Schilddrüse (Hypothyreose)  zur Folge, die sich durch eine Minderproduktion von T4 und T3  auszeichnet. Da die Schilddrüsenhormone wesentliche Funktionen in der  Regulation von Stoffwechselprozessen in beinahe jeder Zelle des Körpers übernehmen, resultieren aus einer Schilddrüsenunterfunktion schwerwiegende Stoffwechsel- und Entwicklungsstörungen.

Zur Rolle der Iodversorgung bei Schilddrüsenkrankheiten siehe Jodprophylaxe, Iodunverträglichkeit, Hyperthyreose und Hashimoto-Thyreoiditis."

Zitat Ende.

Jod ist wichtig für die Bildung der Schilddrüsenhormone, die für Wachstum und für die Energieproduktion in Zellen verantwortlich sind.

Jod ist wichtig für die Energiegewinnung aus der Nahrung.

Jod ist besonders enthalten in:
  • Seefischen
  • Gemüse
  • jodiertem Speisesalz

Bedarf an Jod pro Tag:
150 - 200 µg

Mangelsymptome für Jod:
  • Kropf
  • Wachstumsstörung
  • Übergewicht
  • Konzentrationsschwäche
  • Müdigkeit


Es gibt noch keine Rezension.
0
0
0
0
0

Zurück zum Seiteninhalt