GAY-LESBIAN - Rainer Langlitz

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GAY-LESBIAN

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"Gay (Link zu Wikipedia, hier) ist ein aus dem Englischen übernommenes Fremdwort für homosexuell. Es wird als Adjektiv im allgemeinen Sprachgebrauch des deutschsprachigen Raumes häufig synonym mit schwul  verwendet, weil es mehrheitlich als weniger direkt und dennoch nicht so klinisch bzw. wissenschaftlich wie „homosexuell“ empfunden wird. Die Bedeutung von „gay“ erstreckt sich manchmal, aber nicht immer, auch auf lesbisch. Beispielsweise ist die englische Bezeichnung „gay women“ korrekt, und Begriffe wie „Gay Pride“ und „gay people“ beziehen sich nicht nur auf Schwule, sondern auch auf Lesben." (Vgl. Wikipedia, Gay)

Homosexualität stand lange Zeit unter Strafe, galt lange Zeit als Krankheit und ist noch immer ein Thema, das gerne mal tabuisiert wird.

Homosexualität im Zusammenhang mit Religion (Link zu Wikipedia, hier) wird immer noch sehr kritisch gesehen, vor allem in den drei monotheistischen Religionen.

Die jüdische Religion steht am Anfang von jenen drei monotheistischen Religionen.

Der emeritierte Professor für evangelische Theologie, Dr. Siegfried Zimmer, hat am 07. Februar 2015 einen beachtlichen Vortrag zu diesem Thema gehalten:

"Die schwule Frage – Die Bibel, die Christen und das Homosexuelle" (Link, hier).

Die am häufigsten zitierten Stellen aus dem Alten Testament zum Thema Homosexualität sind neben Genesis 19 wohl 3. Buch Mose, Kapitel 18, Vers 22 und Kapitel 20, Vers 13.

In 3. Mose 20,13 steht (Buch Levitikus):

„Wenn ein Mann bei einem Mann liegt, wie man bei einer Frau liegt, dann haben beide einen Gräuel verübt. Sie müssen getötet werden.“ (Levitikus 20, 13).

Meine Erklärung zur Ablehnung der Homosexualität im Alten Testament:

Das 3. Buch Mose u. a. ist ein Text der "Priesterschrift" - ggf. noch jünger.

Nun gehe ich davon aus, dass es sich bei jener Priesterschrift um eine weitere Reform handelt, und zwar gemäß den Reformen des Königs Hiskija und denen des Königs Josia.

Hintergrund dieser Reformen war die Abschaffung des Polytheismus und des Henotheismus hin zur strengen Einführung des Monotheismus.

Jene Reformen hatten zum Hintergrund, dass man politische Ereignisse auf Gott zurück führte und z. B. prophetischerseits jene politischen Ereignisse (wie z. B. die Zerstörung des Nordreichs im Jahr 722 v. Chr. sowie die Zerstörung bzw. Eroberung Jerusalems im Jahr 589 v. Chr.) als Bestrafung für polytheistische bzw. henotheistische Anbetung des Volkes Israel sowie als Bestrafung für die Kooperation der Mächtigen des Volkes Israel mit fremden Völkern, die nicht monotheistisch eingestellt waren, ansah.

In  der Priesterschrift nun - besonders deutlich im Buch Levitikus - wird nun versucht, alle möglichen strafbaren Handlungen zu benennen und schließlich zu untersagen, damit das Unheil - wie typischerweise im Theismus angenommen wird - nicht erneut von Gott auf das Volk Israel hereinbreche(n soll, kann und würde).

Und  darunter wurde dann eben auch die homosexuelle Handlung - leider Gottes  - subsumiert. Es wird aber auch der Ehebruch darunter subsumiert und  als zu bestrafende Handlung deklariert.

Man könnte also sagen:

Das Buch Levitikus ist eine Kontroll- und Angstschrift: Angst  vor dem Zürnen und Zorne Gottes - geprägt und verursacht vor dem  Hintergrund der Kriege, Zerstörung des Tempels (589 v. Chr.) und  Verschleppung ins Exil. Der Zorn Gottes soll und muss kontrolliert bzw. vermieden werden nach Meinung des Buches Levitikus. All diese Ereignisse (Kriege, Zerstörung des Tempels und die Verschleppung ins Exil) wurden nämlich auf Gott ursächlich projiziert - und zwar auch und besonders durch die Propheten.

Trotz des untersagenden Umgangs der römisch-katholischen Kirche mit Homosexualität ist - so schätzt man - in etwa jeder zweite katholische Priester schwul.

Siehe dazu auch meine Blogbeiträge unter den Titeln:

a) Homosexualität und Kirche (Link, hier) mit dem Untertitel: Homosexualität - oder die Frage: Gibt es eine Liebe, die ethisch besser ist als Liebe? - Schwul und lesbisch sein in der Kirche oder die Frage: Was ist Liebe?)

b) Aspekte des Schwulseins in Kirche, Politik und Gesellschaft (Link, hier) mit dem Untertitel: Welche Haltung wird bzw. will die Kirche zukünftig  einnehmen in Sachen "Homosexualität" - auch und im besonderen angesichts  ihrer schwulen Priester in ihren eigenen Reihen?

c) Vatikan stellt sich auch gegen Transgender (Link, hier) mit dem Untertitel: Vatikan geht gegen neues italienisches Gesetz gegen Diskriminierung von Lesben, Schwulen, Bisexuellen, Transgender und Behinderte vor.

Einige Leute (A) sagen:

“Homosexualität ist eine Sünde!”

Einige Leute (B) sagen:

“Homosexualität ist keine Sünde!”

Was ist die Wahrheit? (Siehe dazu meinen Blogartikel "Was ist Wahrheit?" (Link, hier)).

Kann die Wahrheit erkannt werden?

Platon sagt: Nein!

Einige Leute sagen: “Wir betrachten die Wahrheit von verschiedenen Aspekten!”

Aufklärer sagen: “Wir können die Wahrheit erkennen!”

Jesus (Christus) sagt: “Ich bin die Wahrheit!”

Thomas von Aquin sagt: “Gott ist die Wahrheit!”


Wer hat Gott jemals reden gehört? Eher bestreitet die Richtung des Atheismus jegliche Sinnhaftigkeit von Religion und damit den Glauben an Gott, Götter bzw. etwas Göttliches.

Hierbei deutet sich eines der größten Probleme an:

Die drei monotheistischen Religionen sind Schriftreligionen, d. h. die Aussagen und das Glaubensfundament dieser drei Religionen bauen auf einer Verschriftlichung auf, von der gesagt wird, sie sei jeweils göttlich inspiriert:

Das Judentum hat die Hebräische Bibel (Tanach, Link zu Wikipedia, hier) als Grundlage ihrer religiösen Ansichten.

Das Christentum baut auf dem Alten Testament (in etwa vergleichbar mit der Hebräischen Bibel), auch Erstes Testament genannt, auf in Zusammenhang mit dem Neuen Testament.

Der Islam baut auf dem Koran auf.

Mit dem Monotheismus sind mindestens zwei gravierende Probleme verbunden:

Es geht um das Problem und die Frage nach der Autorität Gottes: Inwiefern hat sich Gott, wenn man ihn denn überhaupt annimmt und für existent hält, offenbart?

Es geht um das Problem und die Frage nach dem Eingreifen Gottes in die Zusammenhänge dieser Welt: Interveniert Gott oder verhält er sich passiv in Freiheit gewährender Weise?

Hat sich Gott den jüdischen Propheten offenbart?

Ist Jesus von Nazaret tatsächlich der "Sohn Gottes"?

Mohammed ist der Religionsstifter des Islam und gilt im Islam als Prophet und Gesandter Gottes.

Ausgehend vom Judentum und der negativen Sichtweise von Homosexualität wie in Genesis 19 und Levitikus 18,22 und Levitikus 20,13 gilt diese negative Sichtweise immer noch heutzutage zu Unrecht weitestgehend auch im Christentum und im Besonderen im Islam.

Strenge katholische Sozialisation führt dazu, dass die Ansicht, Homosexualität sei etwas "Abartiges", etwas "Schmutziges" oder gar etwas, das gemäß Bibel von "Gott" als ein Gräuel gesehen wird und mit dem Tod zu bestrafen sei, prolongiert wird.
 
Es geht nun darum, diese fatale Sichtweise auch in der römisch-katholischen Kirche aufzulösen.

Das Problem ist, dass römisch-katholische Kleriker "Wasser predigen, aber Wein trinken":

"Wasser predigen" bedeutet in diesem Zusammenhang, dass sie das Praktizieren von gleichgeschlechtlichem Sex ablehnen - ja - geradezu "verteufeln".
 
"Wein trinken" meint in diesem Zusammenhang, dass diese Kleriker es aber genießen, unter sich schwulen Sex zu praktizieren.

"Wasser predigen - Wein trinken" stellt also jene Doppelmoral dar - und das ist ja mittlerweile auch hinlänglich bekannt.
 
Viele dieser Priester kommen sehr wahrscheinlich aus einem sehr strengen katholischen Elternhaus. Durch diese Sozialisation wurde es diesen Menschen höchstwahrscheinlich unmöglich gemacht, zu ihrer Identität zu stehen.

Wenn es nicht erlaubt ist - von der Erziehung/Prägung her - schwul sein zu dürfen, dann muss ich es im Verborgenen tun.
 
Kein (!) Mensch kann seinen Sexualtrieb dauerhaft unterdrücken - schon gar nicht, wenn man schwul ist.
 
Früher führte dies zu "Subkulturen":
 
Schwule trafen sich im Verborgenen, im Dunkeln - dort, wo sie nicht entdeckt und erkannt werden konnten.
 
Dann kamen in den Anfängen der 80-er-Jahre "HIV" und "AIDS": Schwule wurden einer speziellen Schwulen-Krankheit ("GRID" = Gay-Related-Immune-Deficiency), wo das Schwulsein ohnehin schon als Krankheit gesehen und mit Lederkluft, Drogenkonsum und dem Dark-Milieu assoziiert wurde, bezichtigt.
 
Hierauf folgte eine Emanzipation von Schwulen und Lesben: die "CSD- Bewegung" ( = Christopher Street Day).
 
Infolge des Outings von vielen Prominenten, die sich zu ihrem Schwulsein bekannten, revidierte die WHO (World Health Organization), also die Welt-Gesundheits-Organisation, ihre Ansicht, Homosexualität sei eine pathologische Störung.
 
Es folgte in Deutschland 2006 das Antidiskriminierungsgesetz.
 
Ab Oktober 2017 wurde auch Homosexuellen (Schwule und Lesben) die standesamtliche Ehe gesetzlich erlaubt (Gleichgeschlechtliche Ehe).
 
Schließlich kam es politisch noch zu einem gesetzlichen Verbot, Homosexualität therapeutisch weg- bzw. umzutherapieren (Gesetz zum Schutz vor Konversionsbehandlungen).
 
Viele röm.-katholische Priester haben infolge dieser staatlichen Öffnungen aber auch aufgrund dieser unsäglichen Doppelmoral in ihrer eigenen Kirche den Mut aufgebracht, zu ihrem Schwulsein zu stehen und sich öffentlich dazu zu bekennen.
 
Dies führte in aller Regel zur Suspendierung von ihrem Priesteramt.
 
Es muss endlich Schluss sein mit dieser theologischen Ansicht, die von biblischen Stellen wie Genesis Kapitel 19 (Sodom und Gomorrah) oder wie Levitikus Kapitel 18 und 20 (Heiligkeitsgesetze) ausgeht, Homosexualität sei eine schwere Sünde.
 
Dies erfordert natürlich einen erheblichen "Aderlass" innerhalb der "Kirche:

Die Kirche in Rom wird auch hierzu große Fehler und falsche Ansichten einräumen müssen, wozu sie derzeit noch nicht bereit ist.

Jene kirchliche Reform der Sexualmoral wird viel Arbeit, große Kraftanstrengung und viele Zugeständnisse erfordern:
 

a) Das Unfehlbarkeitsdogma, das in das Papstamt gelegt wurde, wird in Frage zu stellen sein.
 

b) Die biblische Hermeneutik und auch die Autorität der Bibel werden sich verändern müssen.
 

c) Der Katechismus der Kirche wird umgeschrieben werden müssen.
 

d) Es wird m. E. zu einer Veränderung von theistischen Ansichten kommen müssen: der Anspruch anhand der Inspiration der Bibel, in der Gott sich angeblich selbst offenbart habe, wird stark ggf. zugunsten des Deismus eingeschränkt werden müssen.

Folgende Links zum Stichwort "Deismus" innerhalb meines Blogs:

1.) "Vom Monotheist zum Deist" Link 1
2.) "Bekenntnis zum Deismus" Link 2
3.)  "Vom Deismus, von den vier Gottespostulaten und von der Sinnhaftigkeit der Verbesserung dieser Welt" Link 3
4.)  "Das Gottesbild in Zeiten von Corona" Link 4
5.)  "Die Frage nach der Existenz Gottes" Link 5



All dies wird langfristig zu einem weiteren Machtverlust der "Kirche in Rom" führen.

Dieser Trend des Machtverlustes ist irreversibel - egal, ob sich die Kirche Homosexuellen gegenüber nun öffnet oder nicht.

Dieser Abwärtstrend der Kirche ist einerseits durch die Erscheinung der Säkularisierung erklärbar.
 
Dieser Abwärtstrend ist jedoch auch mit dem berechtigten Wunsch von Menschen nach Freiheit und Selbstbestimmung verbunden.
 

Mit anderen Worten:

a) Viele Menschen können nicht mehr an den Hokuspokus der theologisch-liturgischen, gottesdienstlichen Riten der Kirche wie Transsubstantiation bei der Eucharistie glauben, um nur 1 Beispiel zu nennen.

b) Viele Menschen suchen lieber einen therapeutisch erfahrenen Dipl.-Psychologen auf, als sich in die Hände eines kirchlichen Seelsorgers zu begeben.

c) Viele Menschen sind nicht mehr bereit, 8 bzw. 9 % ihrer Lohnsteuer an eine Gemeinschaft, in der sich bewusst tolerierend viele Pädosexuelle (Menschen, die sich sexuell an hilflosen Kindern vergreifen und diese misshandeln) aufhalten, abführen zu lassen.
 

Historisch stellen wir also seit der Reformation durch Martin Luther im 16. Jahrhundert, seit der Säkularisation unter Napoleon Bonaparte im 19. Jahrhundert bzw. seit der Sozialgesetzgebung unter Otto von Bismarck ebenfalls im 19. Jahrhundert eine starke und erhebliche Schwächung der "Kirche in Rom" fest.
 
Die massiven Kirchenaustritte im 20./21. Jahrhundert forcieren nun jenen Machtverlust des Christentums.
 
Hatte das Christentum ausgehend vom matthäischen Missionsbefehl noch in den ersten 3 - 4 Jahrhunderten nach unserer Zeitrechnung einen enormen Aufwärtstrend zu verzeichnen mit einem weltweiten Totalitätsanspruch, so ist mindestens seit der Renaissance und mindestens seit der Reformation durch Luther eine starke "Verwässerung" der kirchlichen Lehre zu erkennen. Mit der Reformation Luthers begann insofern der Abwärtstrend der römischen Kirche.
 
Wie lange es allerdings noch dauern wird, bis die römisch-katholische Kirche offiziell schwule und lesbische Sexualität moral-theologisch akzeptiert, bleibt fraglich.
 
Immerhin dauerte es mehr als 300 Jahre, bis Galileo Galilei von Papst Johannes-Paul II. am 31. Oktober 1992 rehabilitiert wurde.
 
Die deutsche Bundesregierung hat es immerhin nun geschafft, die Opfer des Schwulen-Paragraphen "175" zu rehabilitieren.
 
Wann solch ein Zugeständnis einer ideologischen Gemeinschaft, die wir Christentum bzw. Kirche nennen, möglich sein wird, wird spannend abzuwarten sein.

Ich vermute, dass es noch zwei bis drei neue Päpste braucht, bis die Kirche dorthin gekommen sein wird.

Rainer Langlitz
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