Diskurs, Wissenschaft, Scientokratie, Demokratie, Lobby-Wissenschaft, Totalitarismus und deren Vorteile bzw. Gefahren am Beispiel der Corona- und der Klimapolitik

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Diskurs, Wissenschaft, Scientokratie, Demokratie, Lobby-Wissenschaft, Totalitarismus und deren Vorteile bzw. Gefahren am Beispiel der Corona- und der Klimapolitik

Rainer Langlitz
Veröffentlicht von Rainer Langlitz in Essays · 29 Mai 2023
Diskurs, Wissenschaft, Scientokratie, Demokratie, Lobby-Wissenschaft, Totalitarismus und deren Vorteile bzw. Gefahren am Beispiel der Corona- und der Klimapolitik

I.) Einleitung und Begriffsklärungen.

II.) Interessenkonflikte am Beispiel der Corona- und Klimapolitik.

III.) Fazit und Abwägung.



I.) Einleitung und Begriffsklärungen

Meinungen, aber auch die Wissenschaft können schnell ideologisch missbraucht werden. Wissenschaft möchte dazu beitragen, dass die Wirklichkeit wahrheitsgemäß abgebildet wird. Wissenschaft kann aber auch fehlgeleitet sein, wie wir im Verlauf dieses Essays sehen werden.

Insofern stellen sich u. a. die beiden folgenden Fragen:

1.) Welcher Bereich sollte eine stärkere Gewichtung in Bezug auf den Diskurs und in Bezug auf eine gesellschaftliche Diskussion zu den verschiedenen Themen einnehmen:

a) die Wissenschaft
b) die Demokratie

?

2.) Ist die Regierungsform der Demokratie alternativlos und welche Vorteile, aber auch welche Gefahren wären mit einer Regierungsform assoziiert, bei der alleinig die Wissenschaft am Schalthebel sitzt?


Zunächst wollen wir einige o. g. Begriffe sachlich erklären:

a) Diskurs:

Austausch und Abwägung verschiedener Meinungen innerhalb einer (gesellschaftlichen) Diskussion.

b) Wissenschaft (nach Wikipedia):

"Das Wort Wissenschaft (lateinisch scientia) bezeichnet die Gesamtheit des menschlichen Wissens, der Erkenntnisse und der Erfahrungen einer Zeitepoche, welches systematisch erweitert, gesammelt, aufbewahrt, gelehrt und tradiert wird."

c) Scientokratie (nach Wikipedia):

"Mit Scientokratie (lateinisch scientia ‚Wissen‘, ‚Wissenschaft‘ und altgriechisch κράτος krátos ‚Gewalt‘, ‚Macht‘, ‚Herrschaft‘) wird die politische oder anderweitig gesellschaftlich relevante „Herrschaft der Wissenschaft“ bzw. „Herrschaft der Wissenschaftler“ bezeichnet."

d) Demokratie (nach Wikipedia):

"Demokratie (von altgriechisch δημοκρατία dēmokratía Volksherrschaft) ist ein Begriff für Formen der Herrschaftsorganisation auf der Grundlage der Partizipation bzw. Teilhabe aller an der politischen Willensbildung. [...] Je  nach zugrundeliegendem Demokratiebegriff gibt es jedoch  unterschiedliche Kriterien dafür, wann ein Staat als Demokratie gilt.  Neben und auch statt der bereits genannten Begriffe werden so z. B. Volkssouveränität, Mehrheitsherrschaft, verfassungsmäßige Ordnung, allgemeine Wohlfahrt, Pluralismus, Rechts- und Sozialstaatlichkeit, Schutz des Privateigentums etc. genannt. Daher unterscheiden sich die unter der Bezeichnung „Demokratie“ in Vergangenheit und Gegenwart registrierten politischen Systeme."

e) Lobby-Wissenschaft:

Wissenschaft, die vom Lobbyismus (zu politischen Zwecken u. a. finanziell) gesteuert, beeinflusst und manipuliert wird, um Gesellschaft(en) zu verändern bzw. größeren finanziellen Nutzen zu generieren.

f) Totalitarismus (nach Wikipedia):

"Totalitarismus bezeichnet eine politische Herrschaft  mit einem uneingeschränkten Verfügungsanspruch über die Beherrschten,  auch über die öffentlich-gesellschaftliche Sphäre hinaus in den  persönlichen Bereich. Ihr Ziel ist die umfassende Durchsetzung ihres  Wertesystems. Im Unterschied zu einer autoritären Diktatur  strebt der Totalitarismus an, in alle sozialen Verhältnisse  hineinzuwirken, oft verbunden mit dem Anspruch, einen „neuen Menschen“  gemäß einer bestimmten Ideologie zu formen. Insbesondere werden der italienische Faschismus, der Nationalsozialismus und der stalinistische Kommunismus als Prototypen totalitärer Regime eingeordnet."



II.) Interessenkonflikte am Beispiel der Corona- und Klimapolitik.

Zunächst soll verdeutlicht werden, dass es in Bezug auf Wissenschaft und Demokratie durchaus Interessenkonflikte geben kann.

Diese Interessenkonflikte sollen am Beispiel der Corona- und der Klimapolitik veranschaulicht werden.


1. Interessenkonflikt (Scientokratie vs. Demokratie):

Innerhalb der Scientokratie wird eine Mehrheit der Wissenschaftler herangezogen, um Wahrheit abzubilden, wonach sich schließlich die Politik ausrichtet. Die Meinungsbildung innerhalb der Demokratie wird dabei durch die Vernunft der Wissenschaft erreicht. Problem hierbei ist, dass nicht jede Wissenschaft a priori vernünftig ist.

Beispiele:

  • Technische Wissenschaft in Form der Kernphysik und Kernspaltung (Atomenergie und Entwicklung von nuklearen Atomwaffen).
  • Gentechnik und deren Manipulationen an natürlichen Prozessen.
  • Automobiltechnik (CO²-Emissionen als negative Auswirkung auf das Klima).

2. Interessenkonflikt (Einseitige Wissenschaft als Beraterin der Politik):

Oftmals werden Wissenschaftler als Berater der Politik herangezogen. Bei der Beratung kann es jedoch sein, dass es keine Ausgewogenheit in der Gruppe der Wissenschaftler gibt, was wir extrem innerhalb der Corona-Politik erlebt haben: Es gab ganze Hörsäle von Wissenschaftlern, die das Phänomen "Corona" und die dazu gehörige Politik und infolge dessen die gesellschaftliche Meinungsbildung anders gesehen und bewertet  haben als die Wissenschaftler, die von der Politik in die Beratung berufen wurden.

Beispiel:

Corona-Politik und die daraus resultierenden Maßnahmen wie Ausgangssperren und die Debatte um eine Allgemeine Impfpflicht, denn innerhalb der Corona-Politik sind wir meiner Meinung nach und für meine Begriffe haarscharf an einer Katastrophe vorbei geschmettert: mit Katastrophe meine ich die Propagierung der Notwendigkeit einer Allgemeinen Impfpflicht mit einem nur bedingt zugelassenen und voreilig auf den Pharmamarkt gebrachten Wirkstoff. Hierbei scheint es sich um einen Konflikt zu handeln, der dadurch entstanden ist, dass die regierende Politik auf einseitige Weise Wissenschaftler in die Beratung mit hinein genommen hat.

3. Interessenkonflikt (Lobby-Wissenschaft vs. Auswirkungen auf die Gesellschaft):

Lobby-Wissenschaft führt zu Verzerrungen, Verengungen und zu Verschiebungen der Meinungsbildung innerhalb der Gesellschaft.

Beispiele:

  • Vitamin D3 und die Pharmaindustrie.



Man könnte bei diesem dritten genannten Interessenkonflikt auch erneut die Corona-Politik heranziehen, denn es ist davon auszugehen, dass es sich bei der Corona-Impfpolitik auch um Impf-Lobbyismus handelte.

4. Interessenkonflikt (Meinungen vs. faktenbasierte Wissenschaft)

Die Meinungsfreiheit ist vom Grundgesetz (noch) erlaubt. Ich darf theoretisch eine andere Meinung vertreten als die fakten-basierte Wissenschaft, sofern die Meinung nicht zum Unfrieden innerhalb der Gesellschaft führt ("Volksverhetzung nach § 130 StGB").

Zu diesem vierten Interessenkonflikt möchte ich als Beispiel die Diskussion bei "Markus Lanz" vom 25. Mai 2023 heranziehen.

Eingeladen zu dieser Sendung und Diskussionsrunde bei Markus Lanz waren:

  • Prof. Mojib Latif, Klimaforscher.

  • Steffen Kotré, energiepolitischer Sprecher der AfD-Fraktion.

  • Melanie Amann, Journalistin und "SPIEGEL"-Redakteurin.

Die Art der Diskussion hätte nicht noch kontroverser sein können. Prof. Latif stellt in dieser Diskussion als Klimaforscher faktenbasiert die Tatsachen des menschenverursachten Klimawandels dar.

Steffen Kotré hält dagegen, argumentiert jedoch weniger faktenbasiert und mehr aufgrund einer "Meinung". Der Verlauf der Diskussion und die Argumente, die Kotré bringt, werden zunehmend skurril: Kotré verweist darauf, dass ein gesellschaftlicher Diskurs in der Frage der Klimapolitik verengt werde. Es gäbe - so Kotré - keine eindeutigen Hinweise, wie stark der Einfluss des Menschen auf den Klimawandel sei. Dabei zitiert Kotré als Beleg für seine Behauptung(en) Prof. Anton Zeilinger, der als Quantenphysiker nach Aussagen von Kotré den menschenverursachten Klimawandel in Frage gestellt habe. Zeilinger habe argumentiert, dass nach wissenschaftlichen Erkenntnissen die Zukunft der Menschheit nicht voraussagbar sei. Dies sei - so Markus Lanz - eine derartige allgemeine Ansicht, dass sie möglicherweise von den meisten Menschen so akzeptiert werde, die jedoch so auf den Klimawandel nicht anwendbar sei.

Melanie Amann analysiert die energiepolitischen Konzepte sowie die Rhetorik der AfD. Hierbei wird jener o. g. Interessenkonflikt deutlich: Kotré argumentiert möglicherweise nicht aufgrund faktenbasierter Wissenschaft, sondern aufgrund einer populistischen Meinung, die derzeitig in Deutschland und auf dieser Welt teilweise immer noch opportun ist. Warum ist diese Meinung von Kotré immer noch opportun? Grund hierfür scheint mir zu sein, dass die Transformation (Veränderung der Wirklichkeit) in Sachen Klimapolitik relativ schwer umsetzbar ist, da es - wie wir gerade gesellschaftlich sehen - zu erheblichen Einschränkungen, Entbehrungen bis hin zu möglichen Enteignungen bei den privaten Verbrauchern, aber auch in Bezug auf die Industrie kommt, die politischerseits (zurecht oder zu Unrecht?) verursacht sind.

Beispiele:

  • Hohe Gesetzesauflagen.
  • Wärmepumpen und Sanierungsauflagen für Wohnungseigentümer.



III.) Fazit und Abwägung

Am Beispiel Politik lassen sich die Gefahren bzw. die Vorteile von Diskurs, Wissenschaft, Scientokratie, Demokratie, Lobby-Wissenschaft darstellen.

Einerseits ist selbstverständlich Diskurs notwendig. Der gesellschaftliche Diskurs unter der Bevölkerung, der politischerseits zur Meinungsbildung beiträgt und der für die Demokratie essentiell ist, wird zurecht durch die Vernunft der Wissenschaft gefördert. Allerdings ist festzustellen, dass es neben einer fakten-basierten Wissenschaft auch eine von mir sogenannte "Lobby-Wissenschaft" gibt, die von fremden Interessen geleitet ist - meistens industrieller und damit finanz- und umsatz bzw. profit-bezogener Art.

Eine Scientokratie halte ich für problematisch: Wissenschaft darf und soll zwar Politik beraten, sollte jedoch nicht eine Regierungsform sein, da - wir wir gesehen haben - das Problem der Lobby-Wissenschaft besteht, die von Manipulation und damit von Verfälschungen geprägt sein kann bzw. ist.

Wir stehen - so ist mein Eindruck - derzeit in der Gefahr, uns von demokratischen Grundsätzen mehr und mehr zu verabschieden.

Die Notwendigkeit, weltweit Probleme zu lösen, geht mit der Globalisierung einher und bedingt dabei oftmals (zurecht oder zu Unrecht ?) eine autoritäre bzw. unipolare - um das Wort "diktatorisch" zu vermeiden - Anordnung und Regierung. Wir sahen und erlebten dies zuletzt in der Corona-Politik, wo seitens der WHO weltweit eine Pandemie ausgerufen wurde. Hierbei scheint es das Ziel mancher Volksvertreter zu sein, der WHO noch mehr Befugnisse einzuräumen bis hin zur alleinigen Souveränität in Gesundheits- resp. in Pandemiefragen.

Dieser zuletzt genannte Aspekt würde dann in der Tat ein Verabschieden von demokratischen Grundsätzen bedeuten und wäre zutiefst undemokratisch.

Die Vermutung scheint mir zulässig, dass wir es zukünftig mit einem totalitären Handeln weltweit zu tun bekommen könnten.

Rainer Langlitz


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