Vom „Waffenarsenal der Demokratie“ zur AfD – Parallelen, Methoden und die Frage des Parteiverbots
Veröffentlicht von Rainer Langlitz in Essays · Freitag, 19. September 2025 · 13:30
„Wir gehen in den Reichstag hinein,
um uns im Waffenarsenal der Demokratie mit deren eigenen Waffen zu versorgen.“
(Joseph Goebbels, 1928)(Anmerkung 1)
Dieses Zitat Goebbels verdeutlicht die Strategie der NSDAP, demokratische Institutionen bewusst zu nutzen, um die Demokratie selbst zu schwächen. Die Partei der Nationalsozialisten verfolgte dabei keinen konstruktiven Kurs, sondern ein destruktives Projekt: Legale Beteiligung als taktisches Mittel zur Überwindung des Systems. Heute stellt sich die Frage, ob und wie sich ähnliche Muster bei der Partei Alternative für Deutschland (AfD) finden lassen – und ob ein Parteiverbot als ultima ratio der „wehrhaften Demokratie“ (Art. 21 Abs. 2 GG) (Anmerkung 2) gerechtfertigt wäre.
1. Historische Parallelen: NSDAP und AfD
Die NSDAP nutzte das Parlament der Weimarer Republik, um durch Provokationen, Störaktionen und aggressive Rhetorik Aufmerksamkeit zu generieren. Ihre Strategie bestand darin, das Vertrauen in die Demokratie zu untergraben und die Öffentlichkeit von der „Unfähigkeit“ parlamentarischer Prozesse zu überzeugen.
Auch die AfD verwendet Parlamente als Bühne, weniger zur konstruktiven Gesetzgebung, sondern vor allem zur Platzierung von Schlagworten wie „Plünderung der Sozialsysteme“, „Überfremdung“, „Islamisierung“, oder zur Leugnung der Klimakrise. Hinzu kommen Ressentiments gegenüber LGBT-Menschen und eine stark exkludierende Deutung von „Familie“, „Heimat“ und „Tradition“. Diese Begriffe wirken wie ideologische Marker, die gesellschaftliche Gruppen spalten und Zugehörigkeit exklusiv definieren.
Schaubild:
Parallelen in Methode und Diskurs: NSDAP damals – AfD heute

Exkurs:
Wie die Nationalsozialisten an die Macht kamen – Methodik und Strategie
Die nationalsozialistische Machtübernahme 1933 war kein plötzlicher Umsturz, sondern das Ergebnis einer langfristigen Strategie, die Propaganda (Anmerkung 3), Gewalt und die legale Nutzung demokratischer Institutionen miteinander verband. Joseph Goebbels brachte diese Methode bereits 1928 auf den Punkt: „Wir gehen in den Reichstag hinein, um uns im Waffenarsenal der Demokratie mit deren eigenen Waffen zu versorgen.“ Die Machtübernahme der Nazis beruhte auf einer Doppelstrategie: Sie kombinierten legale Beteiligung mit gewaltsamer Einschüchterung, Krisenrhetorik mit Propaganda, Inszenierung mit institutioneller Ausnutzung. Diese Methodik machte es möglich, eine Demokratie mit ihren eigenen Regeln in eine Diktatur zu verwandeln.
1. Krisennutzung und Propaganda
Die Weimarer Republik war geprägt von politischer Instabilität, wirtschaftlichen Katastrophen wie Hyperinflation und Weltwirtschaftskrise sowie sozialer Unsicherheit. Die NSDAP verstand es, diese Krisen in einfache Botschaften zu übersetzen: Arbeitslosigkeit wurde Juden und „Systemparteien“ angelastet, nationale Demütigungen dem „Versailler Diktat“. Die Propaganda reduzierte komplexe Probleme auf klare Feindbilder und schuf damit Mobilisierungskraft.
2. Gewalt und Massenbewegung
Mit der SA (Sturmabteilung) etablierte die NSDAP eine paramilitärische Organisation, die Gegner einschüchterte und Straßenkämpfe provozierte. Zugleich inszenierte sie sich durch Uniformen, Fahnen, Fackelzüge und Rituale als Bewegung, die Disziplin, Stärke und Gemeinschaft verkörperte. Angst und Zugehörigkeit waren zentrale Mechanismen.
3. Nutzung demokratischer Institutionen
Statt die Demokratie frontal zu stürzen, nutzten die Nationalsozialisten das Parlament als Bühne. Reichstagsreden, Wahlkämpfe und Mandate gaben ihnen Reichweite und Legitimität. Die Demokratie wurde formal eingehalten, inhaltlich jedoch systematisch verächtlich gemacht.
4. Machtübertragung und Ausschaltung der Opposition
Entscheidend war nicht die absolute Mehrheit, sondern die Bereitschaft konservativer Eliten, Hitler als Kanzler einzusetzen (30. Januar 1933). Mit der Reichstagsbrandverordnung (Anmerkung 4) und dem Ermächtigungsgesetz (Anmerkung 5) setzte die NSDAP binnen Wochen Grundrechte außer Kraft und entmachtete das Parlament. Gewalt, Terror und Propaganda sicherten die schnelle Ausschaltung der Opposition.
Exkurs Ende.
2. Propaganda, Feindbilder und Diskursverschiebung
Goebbels’ Propaganda folgte klaren Prinzipien: Vereinfachung komplexer Probleme, Personalisierung von Feindbildern, permanente Wiederholung zentraler Botschaften. Ähnlich verfährt die AfD: Migranten und Muslime werden pauschal mit Kriminalität verbunden, die Klimakrise als Erfindung diffamiert, Diversität und Gleichstellung als Bedrohung der „natürlichen Ordnung“ markiert. So entsteht eine Diskursverschiebung, bei der radikale Positionen normalisiert werden.
3. Parteiverbot: Verfassungsrechtlicher Rahmen
Das Grundgesetz sieht in Art. 21 Abs. 2 GG die Möglichkeit eines Parteiverbots vor.
Laut Bundesverfassungsgericht (BVerfG) sind dabei folgende Kriterien entscheidend:
- Ziele oder Verhalten der Anhänger müssen auf die Beseitigung oder Beeinträchtigung der freiheitlichen demokratischen Grundordnung abzielen.
- Es muss eine kämpferisch-aggressive Haltung gegen die Demokratie bestehen.
- Es muss ein Potenzial zur Umsetzung bestehen, d. h. die Partei darf nicht völlig bedeutungslos sein.
Vergangene Verfahren (SRP-Verbot 1952; KPD-Verbot 1956) zeigen, dass das BVerfG bereit ist, Parteien mit nachweislich demokratiefeindlichen Zielen zu verbieten. Das NPD-Verbotsverfahren 2017 scheiterte jedoch daran, dass der Partei kein reales Potenzial zugesprochen wurde, ihre verfassungsfeindlichen Ziele auch durchzusetzen.
4. Vor- und Nachteile eines AfD-Verbots
Vorteile:
- Schutz der demokratischen Institutionen vor weiterer Unterwanderung.
- Signalwirkung: Demokratie zeigt, dass sie sich aktiv gegen ihre Feinde verteidigt.
- Entzug staatlicher Mittel und Infrastruktur, die aktuell auch extremistischen Flügeln der AfD zugutekommen.
Nachteile:
- Märtyrer-Narrativ: Ein Verbot könnte in AfD-Kreisen als „Beweis“ für politische Verfolgung gedeutet werden.
- Gefahr der Radikalisierung im Untergrund.
- Sehr hohe juristische Hürden: Ein gescheitertes Verfahren würde der AfD eher Legitimität verleihen.
5. Fazit: Wehrhafte Demokratie statt Wehrlosigkeit
Goebbels’ Metapher vom „Waffenarsenal der Demokratie“ erinnert daran, dass Demokratien verletzlich sind, wenn sie von innen attackiert werden.
Die AfD verfolgt heute mit anderen Mitteln eine Strategie der Diskursverschiebung, Spaltung und Verächtlichmachung demokratischer Institutionen.
Ein Parteiverbot kann ein legitimes Mittel sein – aber nur, wenn es verfassungsrechtlich tragfähig und politisch verantwortungsvoll eingesetzt wird.
Wichtiger ist eine wehrhafte Zivilgesellschaft, die Propaganda entlarvt, Feindbilder dekonstruiert und den demokratischen Diskurs stärkt. Nur so lässt sich verhindern, dass Geschichte sich in neuer Form wiederholt.
6. Reflexion für die Gegenwart
Die Geschichte zeigt: Demokratien sind nicht nur durch äußere Bedrohungen gefährdet, sondern auch durch Akteure, die sie von innen aushöhlen. Heute bedienen sich rechtspopulistische Bewegungen – etwa die AfD – ähnlicher Muster: Sie nutzen Parlamente als Bühne, vereinfachen komplexe Probleme, arbeiten mit Feindbildern („Überfremdung“, „Islamisierung“, „Plünderung der Sozialsysteme“) und verschieben den öffentlichen Diskurs Schritt für Schritt nach rechts.
Anders als die NSDAP operieren sie nicht mit paramilitärischen Schlägertrupps, wohl aber mit digitaler Mobilisierung, Netzwerken in sozialen Medien und gezielter Provokation. Die Lektion aus der Geschichte lautet daher: Demokratien müssen wachsam bleiben, Propaganda und Manipulation frühzeitig entlarven und sich ihrer eigenen Verletzlichkeit bewusst sein. Eine wehrhafte Demokratie schützt sich nicht durch Unterdrückung legitimer Opposition, sondern durch klare Grenzen gegenüber jenen Kräften, die – wie einst Goebbels – die Demokratie nur als „Arsenal“ betrachten, um sie letztlich zu zerstören.
Rainer Langlitz
7. Anmerkungen
Anmerkung 1:
Anmerkung 2:
Art. 21 Abs. 2 GG:
(2) Parteien, die nach ihren Zielen oder nach dem Verhalten ihrer Anhänger darauf ausgehen, die freiheitliche demokratische Grundordnung zu beeinträchtigen oder zu beseitigen oder den Bestand der Bundesrepublik Deutschland zu gefährden, sind verfassungswidrig.
Anmerkung 3:
Was ist Propaganda? Propaganda (von lateinisch propagare, „weiter ausbreiten“, „ausbreiten“, „verbreiten“) bezeichnet in ihrer modernen Bedeutung[1] zielgerichtete Versuche, politische, religiöse oder weltanschauliche Meinungen oder öffentliche Sichtweisen zu formen, Erkenntnisse zu manipulieren und das Verhalten in eine vom Propagandisten oder Herrscher erwünschte Richtung zu steuern.
Anmerkung 4:
Die Reichstagsbrandverordnung, offiziell die "Verordnung des Reichspräsidenten zum Schutz von Volk und Staat", wurde am 28. Februar 1933 erlassen und setzte die zentralen Grundrechte der Weimarer Verfassung wie Meinungs- und Pressefreiheit, Versammlungsfreiheit und die Unverletzlichkeit der Wohnung außer Kraft. Sie diente als Rechtsgrundlage für Massenverhaftungen politischer Gegner, vor allem von Kommunisten und Sozialdemokraten, und war ein entscheidender Schritt auf dem Weg zur Errichtung der NS-Diktatur, indem sie den Weg für das Ermächtigungsgesetz ebnete.
Anmerkung 5:
Das Ermächtigungsgesetz, eigentlich „Gesetz zur Behebung der Not von Volk und Reich“, war ein Gesetz des deutschen Reichstags vom 23. März 1933, das die Grundlage für die NS-Diktatur legte. Es gab der Regierung Adolf Hitlers das Recht, ohne Zustimmung des Reichstags oder des Reichsrats Gesetze zu erlassen und von der Verfassung abzuweichen. Damit wurde die Gewaltenteilung aufgehoben, das parlamentarische System de facto abgeschafft und die Weimarer Demokratie zerstört.
8. Links
Wikipedia: NPD-Verbotsverfahren (2013-2017)
Robin Mesarosch (SPD-Politiker) auf Facebook/Meta über Goebbels und die AfD:
In Ergänzung zu Robin Mesarosch:
Welcher Partei gebe ich bei einer zukünftigen Wahl meine Stimme? Unsere Stimme bei einer Wahl ist sehr wertvoll und keinesfalls von ihrer Wichtigkeit her zu vernachlässigen...
Ich habe gestern Abend, nachdem ich den folgenden Redebeitrag von Robin Mesarosch gehört und ihn für nachdenkenswert befunden hatte
https://www.facebook.com/share/v/1J8dWRdmbW/
einen Blogartikel veröffentlicht mit der Überschrift:
Die zukünftige Form unseres Zusammenlebens
Welcher Partei gebe ich bei einer zukünftigen Wahl meine Stimme? Unsere Stimme bei einer Wahl ist sehr wertvoll und keinesfalls von ihrer Wichtigkeit her zu vernachlässigen...
Ich gebe an dieser Stelle zu und sage klipp und klar vorweg:
Politik ist nicht einfach!
In einer Gesellschaft kann Vieles schief gehen!
Politik ist nicht einfach!
In einer Gesellschaft kann Vieles schief gehen!
Die Frage ist deswegen:
Welche Form des gesellschaftlichen Zusammenlebens willst Du?
Wie stellst Du Dir die Gesellschaftsform vor, in der Du leben möchtest?
Inwiefern sind extreme (z. B. politische) Meinungen tolerierbar und förderlich für unsere Demokratie? Ist eine Haltung der Mitte nicht eher förderlich? (Davon geht im Übrigen die Psychologie aus - sc. Fritz Riemann; davon gingen "Jesus" und "Buddha" aus, und auch die soziale Marktwirtschaft ist die Mitte von Kapitalismus und Sozialismus).
Insofern ist dieser Post ein Aufruf zur Selbstreflexion!
Welche Form des gesellschaftlichen Zusammenlebens willst Du?
Wie stellst Du Dir die Gesellschaftsform vor, in der Du leben möchtest?
Inwiefern sind extreme (z. B. politische) Meinungen tolerierbar und förderlich für unsere Demokratie? Ist eine Haltung der Mitte nicht eher förderlich? (Davon geht im Übrigen die Psychologie aus - sc. Fritz Riemann; davon gingen "Jesus" und "Buddha" aus, und auch die soziale Marktwirtschaft ist die Mitte von Kapitalismus und Sozialismus).
Insofern ist dieser Post ein Aufruf zur Selbstreflexion!
Ich habe gestern Abend, nachdem ich den folgenden Redebeitrag von Robin Mesarosch gehört und ihn für nachdenkenswert befunden hatte
https://www.facebook.com/share/v/1J8dWRdmbW/
einen Blogartikel veröffentlicht mit der Überschrift:
"Vom „Waffenarsenal der Demokratie“ zur AfD – Parallelen, Methoden und die Frage des Parteiverbots"
Zunächst zu Robin Mesarosch. Robin Mesarosch sagt im Grunde genommen:
Die AfD macht den Parlamentarismus verächtlich, indem sie - ähnlich wie die NSDAP zur Zeit Adolf Hitlers - sich zunächst auf legale Weise aus dem "Waffenarsenal" (so formulierte es Joseph Goebbels selbst im Jahre 1928 - fünf Jahre vor der Machtübernahme der Nazis/der NSDAP) der Demokratie bedient, um sie (die Demokratie) dann zu "ermorden" und zu vernichten.
Gibt es hierzu also Parallelen zwischen AfD und NSDAP, wie Robin Mesarosch sagt?
Mesarosch sagt, die AfD wolle nicht parlamentarisch im Orchester der Demokraten regieren, sondern wolle die Demokratie und die Art der bestehenden Parteienlandschaft - ähnlich der Vorgehensweise der Nazis - als unattraktiv, unpragmatisch und als nicht durchsetzungsfähig darstellen, so dass dann - wäre die AfD an der Macht/an der Regierung - eine deutlich härtere Gangart und eine soziale Kälte eintreten würden.
Auf diesen Beitrag von Robin Mesarosch habe ich nun gestern Abend einen neuen Blogbeitrag veröffentlicht, nämlich den folgenden (wie oben bereits angedeutet):
https://www.rainer-langlitz.de/blog/index.php?vom-waffenarsenal-der-demokratie-zur-afd-parallelen,-methoden-und-die-frage-des-parteiverbots
Die Parallelen zwischen NSDAP und AfD sind nicht von der Hand zu weisen: man sucht seitens der AfD Sündenböcke, schürt Angst vor Überfremdung und vor Plünderung der Sozialsysteme bei gleichzeitiger Kritik an Entwicklungshilfe; man diskreditiert seitens der AfD LGBT als Gender-Ideologie. Es fehlt nur noch, dass man den CSD als "ent-artet" tituliert. Aber dieser Prozess der Titulierung als Ent-Artet ist ja bereits voll im Gange: Man wirft der LGBT-Bewegung Pädophilie und Perversion vor. Man behauptet in rechts-konservativen Kreisen, die LGBT-Bewegung befürworte bereits bei vier-, fünfjährigen Menschen eine Hormonbehandlung und "verführe" in der Schule zur Transsexualität. Transsexuelle Menschen werden ohnehin von intoleranten Menschen belächelt und herabgewürdigt. Stattdessen hält man vonseiten der AfD Werte wie "Heimat, Familie und Tradition" hoch.
Die Europäische Union wird ebenfalls seitens der AfD verächtlich gemacht. Der Überbau der Union sei ein Diktat an die Nationalstaaten. Hierüber lässt sich diskutieren. Über Letzteres kann man jedoch durchaus zurecht streiten und diskutieren - im Übrigen kann man auch über das Problem der Islamisierung sprechen, denn ich bin ein großer Verfechter der Ansicht, dass Staat und Religion bitte getrennt werden sollen. Kirche hat für meinen Geschmack immer noch zuviel (negativen) Einfluss, und auch die Rolle des Islam und deren Religionsangehörigen ist weiterhin fraglich hinsichtlich Extremisierung (hierbei denke ich an Kalifatsrufe etc.). Wenn es jedoch um reine religiöse Ansichten geht, so darf und soll gerne zur Wahrheitsfindung und zur Gestaltung des privaten Alltags diskutiert werden dürfen im Sinne einer Religionskultur, nicht jedoch im politschen Sinne!
An anderer Stelle habe ich bereits angedeutet, dass AfD-Politiker Inklusion an Schulen rückgängig machen wollen: Inklusion sei eine Gefahr für Bildung an Schulen und eine Gefahr für das Wirtschaftswachstum. Stattdessen fordert die AfD in ihrem Wahlprogramm völlig unrealisierbar den Mindestlohn für Werkstatt-Beschäftigte.
Zäune an den EU-Grenzen bei gleichzeitiger Reduktion der Entwicklungshilfe ist unmenschlich und deutet darauf hin, dass man hier in Europa bzw. in Deutschland in Reichtum leben will, während die Menschen in den ärmsten Ländern scheinbar ignoriert werden sollen. So kann aber Politik im 21. Jahrhundert in einer Welt, die extrem miteinander verbunden und gegenseitig abhängig ist, nicht funktionieren.
Ich entschuldige mich an dieser Stelle für meine Tendenz zur Pauschalisierung.
Ich bin jedoch ein Laie, was Politik anbetrifft, würde mich aber dennoch als sehr interessiert bezeichnen, was Politik, Philosophie & Theologie bwz. Gesundheitsfragen angeht.
Es wäre deshalb schön, wenn mein Beitrag höflich behandelt würde.
Ich weiß:
Viele teilen gerne Kritik aus, und können wenig Kritik einstecken. Das scheint etwas Menschliches zu sein.
Mir geht es einfach darum, den Aspekt der Menschlichkeit - also den Aspekt des Humanismus - in den Mittelpunkt zu rücken, d. h. den Wert von Menschen zu erkennen, sich selbst in seinem Verhalten zu reflektieren und sich selbst zu fragen: "Ist mein Verhalten in Ordnung? Wie würde ich mich fühlen, wenn ich so negativ behandelt werden würde, wie ich andere negativ behandle?" Mit "negativ" meine ich ein ethisch problematisches Verhalten wie z. B.:
---> jemanden runter "putzen"
---> jemanden auslachen
---> jemanden destruktiv kritisieren, ohne auch nur etwas (!) Positives an der anderen Person bzw. an dessen/deren Beitrag erkennen zu wollen.
---> Und es gibt ja noch weitaus schlimmere Verhaltensweisen als nur diese oben genannten...(ich nehme mich hierbei selbstkritisch hinzu).
---> etc.
Bleibt an dieser Stelle noch der Hinweis, wie man sich im Idealfall ein Feedback, eine Form der Kritik bzw. der wertschätzenden Rückmeldung wünschen und vorstellen würde, aber davon sind wir alle - auch ich - weit entfernt hier auf Social Media:
https://www.rainer-langlitz.de/blog/index.php?warum-ist-kritik-wichtig--wie-wenden-wir-kritik-richtig-an-
Bei der Kritik (Feedback bzw. Wertschätzende Rückmeldung) gibt es prinzipiell eine Person, die aktiv kritisiert (wertschätzende Rückmeldung geben) oder die passiv kritisiert wird (wertschätzende Rückmeldung annehmen).
Die AfD macht den Parlamentarismus verächtlich, indem sie - ähnlich wie die NSDAP zur Zeit Adolf Hitlers - sich zunächst auf legale Weise aus dem "Waffenarsenal" (so formulierte es Joseph Goebbels selbst im Jahre 1928 - fünf Jahre vor der Machtübernahme der Nazis/der NSDAP) der Demokratie bedient, um sie (die Demokratie) dann zu "ermorden" und zu vernichten.
Gibt es hierzu also Parallelen zwischen AfD und NSDAP, wie Robin Mesarosch sagt?
Mesarosch sagt, die AfD wolle nicht parlamentarisch im Orchester der Demokraten regieren, sondern wolle die Demokratie und die Art der bestehenden Parteienlandschaft - ähnlich der Vorgehensweise der Nazis - als unattraktiv, unpragmatisch und als nicht durchsetzungsfähig darstellen, so dass dann - wäre die AfD an der Macht/an der Regierung - eine deutlich härtere Gangart und eine soziale Kälte eintreten würden.
Auf diesen Beitrag von Robin Mesarosch habe ich nun gestern Abend einen neuen Blogbeitrag veröffentlicht, nämlich den folgenden (wie oben bereits angedeutet):
https://www.rainer-langlitz.de/blog/index.php?vom-waffenarsenal-der-demokratie-zur-afd-parallelen,-methoden-und-die-frage-des-parteiverbots
Die Parallelen zwischen NSDAP und AfD sind nicht von der Hand zu weisen: man sucht seitens der AfD Sündenböcke, schürt Angst vor Überfremdung und vor Plünderung der Sozialsysteme bei gleichzeitiger Kritik an Entwicklungshilfe; man diskreditiert seitens der AfD LGBT als Gender-Ideologie. Es fehlt nur noch, dass man den CSD als "ent-artet" tituliert. Aber dieser Prozess der Titulierung als Ent-Artet ist ja bereits voll im Gange: Man wirft der LGBT-Bewegung Pädophilie und Perversion vor. Man behauptet in rechts-konservativen Kreisen, die LGBT-Bewegung befürworte bereits bei vier-, fünfjährigen Menschen eine Hormonbehandlung und "verführe" in der Schule zur Transsexualität. Transsexuelle Menschen werden ohnehin von intoleranten Menschen belächelt und herabgewürdigt. Stattdessen hält man vonseiten der AfD Werte wie "Heimat, Familie und Tradition" hoch.
Die Europäische Union wird ebenfalls seitens der AfD verächtlich gemacht. Der Überbau der Union sei ein Diktat an die Nationalstaaten. Hierüber lässt sich diskutieren. Über Letzteres kann man jedoch durchaus zurecht streiten und diskutieren - im Übrigen kann man auch über das Problem der Islamisierung sprechen, denn ich bin ein großer Verfechter der Ansicht, dass Staat und Religion bitte getrennt werden sollen. Kirche hat für meinen Geschmack immer noch zuviel (negativen) Einfluss, und auch die Rolle des Islam und deren Religionsangehörigen ist weiterhin fraglich hinsichtlich Extremisierung (hierbei denke ich an Kalifatsrufe etc.). Wenn es jedoch um reine religiöse Ansichten geht, so darf und soll gerne zur Wahrheitsfindung und zur Gestaltung des privaten Alltags diskutiert werden dürfen im Sinne einer Religionskultur, nicht jedoch im politschen Sinne!
An anderer Stelle habe ich bereits angedeutet, dass AfD-Politiker Inklusion an Schulen rückgängig machen wollen: Inklusion sei eine Gefahr für Bildung an Schulen und eine Gefahr für das Wirtschaftswachstum. Stattdessen fordert die AfD in ihrem Wahlprogramm völlig unrealisierbar den Mindestlohn für Werkstatt-Beschäftigte.
Zäune an den EU-Grenzen bei gleichzeitiger Reduktion der Entwicklungshilfe ist unmenschlich und deutet darauf hin, dass man hier in Europa bzw. in Deutschland in Reichtum leben will, während die Menschen in den ärmsten Ländern scheinbar ignoriert werden sollen. So kann aber Politik im 21. Jahrhundert in einer Welt, die extrem miteinander verbunden und gegenseitig abhängig ist, nicht funktionieren.
Ich entschuldige mich an dieser Stelle für meine Tendenz zur Pauschalisierung.
Ich bin jedoch ein Laie, was Politik anbetrifft, würde mich aber dennoch als sehr interessiert bezeichnen, was Politik, Philosophie & Theologie bwz. Gesundheitsfragen angeht.
Es wäre deshalb schön, wenn mein Beitrag höflich behandelt würde.
Ich weiß:
Viele teilen gerne Kritik aus, und können wenig Kritik einstecken. Das scheint etwas Menschliches zu sein.
Mir geht es einfach darum, den Aspekt der Menschlichkeit - also den Aspekt des Humanismus - in den Mittelpunkt zu rücken, d. h. den Wert von Menschen zu erkennen, sich selbst in seinem Verhalten zu reflektieren und sich selbst zu fragen: "Ist mein Verhalten in Ordnung? Wie würde ich mich fühlen, wenn ich so negativ behandelt werden würde, wie ich andere negativ behandle?" Mit "negativ" meine ich ein ethisch problematisches Verhalten wie z. B.:
---> jemanden runter "putzen"
---> jemanden auslachen
---> jemanden destruktiv kritisieren, ohne auch nur etwas (!) Positives an der anderen Person bzw. an dessen/deren Beitrag erkennen zu wollen.
---> Und es gibt ja noch weitaus schlimmere Verhaltensweisen als nur diese oben genannten...(ich nehme mich hierbei selbstkritisch hinzu).
---> etc.
Bleibt an dieser Stelle noch der Hinweis, wie man sich im Idealfall ein Feedback, eine Form der Kritik bzw. der wertschätzenden Rückmeldung wünschen und vorstellen würde, aber davon sind wir alle - auch ich - weit entfernt hier auf Social Media:
https://www.rainer-langlitz.de/blog/index.php?warum-ist-kritik-wichtig--wie-wenden-wir-kritik-richtig-an-
Bei der Kritik (Feedback bzw. Wertschätzende Rückmeldung) gibt es prinzipiell eine Person, die aktiv kritisiert (wertschätzende Rückmeldung geben) oder die passiv kritisiert wird (wertschätzende Rückmeldung annehmen).
Die bei der Kritik beteiligten Personen sollten beachten:
Rückmeldungs-Geber:
-in der Ich-Form reden.
-Verallgemeinerungen vermeiden (immer, man).
-mit dem Positiven beginnen.
-das eigene Erleben/die eigenen Gefühle beschreiben.
-kurz, auf den Punkt, konkret.
-Wünsche des Rückmelde-Nehmers beachten.
-Verallgemeinerungen vermeiden (immer, man).
-mit dem Positiven beginnen.
-das eigene Erleben/die eigenen Gefühle beschreiben.
-kurz, auf den Punkt, konkret.
-Wünsche des Rückmelde-Nehmers beachten.
Rückmeldungs-Nehmer:
-zuhören.
-keine Rechtfertigung, stattdessen lieber bedanken.
-er entscheidet, wie viel Kritik er will und zu welchem Aspekt.
-Kritik als Chance sehen, um Infos über sich zu erhalten („Blinder Fleck“).
-Fremdwahrnehmung darf vom Selbstbild abweichen.
-Kritik ist kein Aufruf zur Veränderung – sie ist ein Anstoß zum Nachdenken über sich.
Stattdessen werden viele Posts und Poster schnell nieder gemacht.
Stattdessen werden entgegen dem Grundsatz des Pluralismus und entgegen dem Grundsatz der Toleranz Meinungen und Haltungsweisen ausgebuht und niedergetrampelt.
Dieser Post ist deswegen auch ein Aufruf zum In-Sich-Gehen und zur Selbstreflexion, zum Nachdenken über sich selbst und das eigene Verhalten:
Inwiefern sind extreme (z. B. politische) Meinungen tolerierbar und förderlich für unsere Demokratie? Ist eine Haltung der Mitte nicht eher förderlich? (Davon geht im Übrigen die Psychologie aus - sc. Fritz Riemann; davon gingen "Jesus" und "Buddha" aus, und auch die soziale Marktwirtschaft ist die Mitte von Kapitalismus und Sozialismus).
Nach welchem Modell wollen wir also unsere Gesellschaft formen? Nach einem "Modell der Mitte"? Nach einem progressiv-modernen Modell (was auch immer das bedeuten mag!) Nach einem konservativen Modell, das Heimat, Tradition und Familie in den Mittelpunkt rückt? Oder gar nach einem extremen Modell, das linksextreme Gruppen wie die sog. Antifa oder rechtsextreme Gruppen wie damals die NPD oder deren Nachfolge-Parteien bevorzugen?
Welche Form der Gesellschaft wollen wir zukünftig haben?
Und:
Welche Ethik wollen wir hier auf Social Media pflegen?
Daran schließt sich unmittelbar und summierend die Frage an:
Welcher Partei gebe ich bei einer zukünftigen Wahl meine Stimme? Diese Stimme bei einer Wahl ist sehr wertvoll, wichtig nicht zu vernachlässigen...
-er entscheidet, wie viel Kritik er will und zu welchem Aspekt.
-Kritik als Chance sehen, um Infos über sich zu erhalten („Blinder Fleck“).
-Fremdwahrnehmung darf vom Selbstbild abweichen.
-Kritik ist kein Aufruf zur Veränderung – sie ist ein Anstoß zum Nachdenken über sich.
Stattdessen werden viele Posts und Poster schnell nieder gemacht.
Stattdessen werden entgegen dem Grundsatz des Pluralismus und entgegen dem Grundsatz der Toleranz Meinungen und Haltungsweisen ausgebuht und niedergetrampelt.
Dieser Post ist deswegen auch ein Aufruf zum In-Sich-Gehen und zur Selbstreflexion, zum Nachdenken über sich selbst und das eigene Verhalten:
Inwiefern sind extreme (z. B. politische) Meinungen tolerierbar und förderlich für unsere Demokratie? Ist eine Haltung der Mitte nicht eher förderlich? (Davon geht im Übrigen die Psychologie aus - sc. Fritz Riemann; davon gingen "Jesus" und "Buddha" aus, und auch die soziale Marktwirtschaft ist die Mitte von Kapitalismus und Sozialismus).
Nach welchem Modell wollen wir also unsere Gesellschaft formen? Nach einem "Modell der Mitte"? Nach einem progressiv-modernen Modell (was auch immer das bedeuten mag!) Nach einem konservativen Modell, das Heimat, Tradition und Familie in den Mittelpunkt rückt? Oder gar nach einem extremen Modell, das linksextreme Gruppen wie die sog. Antifa oder rechtsextreme Gruppen wie damals die NPD oder deren Nachfolge-Parteien bevorzugen?
Welche Form der Gesellschaft wollen wir zukünftig haben?
Und:
Welche Ethik wollen wir hier auf Social Media pflegen?
Daran schließt sich unmittelbar und summierend die Frage an:
Welcher Partei gebe ich bei einer zukünftigen Wahl meine Stimme? Diese Stimme bei einer Wahl ist sehr wertvoll, wichtig nicht zu vernachlässigen...
---> einfach mal darüber nachdenken...
Rainer Langlitz
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