Erinnerung, Verantwortung und politische Rhetorik – Aussagen von AfD-Politikern (hier: Höcke, Gauland und Krah) oder warum ich eine AfD niemals in Regierungsverantwortung sehen möchte.
Veröffentlicht von Rainer Langlitz in Essays · Montag, 09. März 2026 · 16:00
Einleitung
Politische Aussagen über den Nationalsozialismus gehören in Deutschland zu den sensibelsten Themen des öffentlichen Diskurses. Die historische Erfahrung des Holocaust und der Diktatur des Nationalsozialismus prägen bis heute die politische Kultur der Bundesrepublik. Erinnerung, Gedenken und historische Verantwortung sind zentrale Elemente der demokratischen Selbstvergewisserung Deutschlands.
Vor diesem Hintergrund lösen Aussagen von Politikern, die direkt auf die Zeit des NS-Regimes Bezug nehmen, regelmäßig intensive gesellschaftliche Debatten aus. Ein Beispiel dafür ist eine Rede von Björn Höcke, einem führenden Politiker der Alternative für Deutschland, bei einer Wahlkampfveranstaltung am 7. März 2026 in Reutlingen im Rahmen der baden-württembergischen Landtagswahl.
Dort sagte Höcke unter anderem:
„Ja, die Nazis haben sich gewaschen. Ich werde nicht aufhören mich zu waschen, weil sich die Nazis gewaschen haben. Ja, die Nazis haben sich für Naturschutz eingesetzt. Als Patriot setze ich mich selbstverständlich auch für Naturschutz ein. Nazis haben Deutsch gesprochen und ich werde nicht aufhören Deutsch zu sprechen, weil die Nazis Deutsch gesprochen haben.“
Die Reaktionen auf diese Aussagen reichten von Zustimmung bis zu scharfer Kritik. Um sie besser zu verstehen, lohnt sich eine Einordnung aus drei Perspektiven: der rhetorischen Strategie, der politikwissenschaftlichen Analyse sowie dem Kontext der deutschen Erinnerungskultur.
1. Die rhetorische Strategie hinter der Aussage
1.1 Zurückweisung von „Schuld durch Assoziation“
Die Struktur der Argumentation folgt einem bekannten rhetorischen Muster: der Zurückweisung des sogenannten Fehlschlusses der „Schuld durch Assoziation“ (guilt by association).
Dieser logische Fehlschluss besagt, dass eine Handlung oder Idee allein deshalb abgelehnt wird, weil sie mit einer negativ bewerteten Gruppe verbunden ist. Höcke versucht in seiner Rede zu zeigen, dass bestimmte Dinge nicht automatisch falsch werden, nur weil sie auch im NS-Staat vorkamen.
Die von ihm gewählten Beispiele sind bewusst banal:
- Körperpflege („sich waschen“)
- Naturschutz
- die deutsche Sprache
Durch diese Beispiele soll beim Publikum der Eindruck entstehen, dass eine pauschale Ablehnung von allem, was im Nationalsozialismus existierte, logisch unsinnig wäre.
1.2 Provokation als politische Kommunikationsstrategie
Neben der logischen Struktur spielt Provokation eine wichtige Rolle. In der politischen Kommunikation ist es ein häufig beobachtetes Muster, dass bewusst Tabuthemen angesprochen werden, um Aufmerksamkeit zu erzeugen.
Typische Elemente solcher Strategien sind:
- emotional stark aufgeladene Begriffe
- bewusste Grenzüberschreitungen im politischen Diskurs
- kalkulierte Provokationen
In Deutschland gehört der Begriff „Nazis“ zu den historisch sensibelsten Begriffen überhaupt. Seine wiederholte Verwendung garantiert fast zwangsläufig eine starke mediale Resonanz.
1.3 Vereinfachung komplexer historischer Zusammenhänge
Ein weiteres rhetorisches Mittel ist die Vereinfachung komplexer historischer Zusammenhänge. In Höckes Darstellung wird der Nationalsozialismus auf einzelne isolierte Beispiele reduziert.
Dabei geraten zentrale Aspekte des NS-Regimes aus dem Blick:
- seine rassistische Ideologie
- seine totalitären Herrschaftsstrukturen
- die systematische Verfolgung und Ermordung von Millionen Menschen
Solche Vereinfachungen sind in politischen Reden nicht ungewöhnlich, da sie komplexe Themen auf leicht verständliche Botschaften reduzieren.
2. Politikwissenschaftliche Perspektive
2.1 Strategien populistischer Kommunikation
In der Politikwissenschaft wird die Kommunikation vieler populistischer Bewegungen als bewusst konfrontativ beschrieben. Politiker greifen Themen auf, die starke Emotionen auslösen oder gesellschaftliche Tabus berühren.
Solche Strategien können mehrere Effekte erzeugen:
- mediale Aufmerksamkeit
- Mobilisierung der eigenen Anhängerschaft
- Polarisierung der öffentlichen Debatte
Aussagen über historische Tabuthemen können in diesem Zusammenhang als Teil einer solchen Strategie interpretiert werden.
2.2 Der Kampf um Deutungshoheit über Geschichte
Politik ist auch ein Kampf um die Interpretation der Vergangenheit. Fragen wie diese stehen häufig im Mittelpunkt politischer Konflikte:
- Wie soll Geschichte interpretiert werden?
- Welche Rolle spielt nationale Identität?
- Wie soll Erinnerungspolitik gestaltet werden?
In Deutschland ist dieser Konflikt besonders intensiv, weil die NS-Zeit einen zentralen Bezugspunkt der politischen Kultur bildet.
2.3 Symbolpolitik und kulturelle Konflikte
Politikwissenschaftler sprechen in diesem Zusammenhang häufig von „kulturellen Konflikten“.
Dabei geht es um Themen wie:
- nationale Identität
- Erinnerungskultur
- historische Verantwortung
Diese Themen sind emotional stark aufgeladen und prägen politische Debatten oft stärker als klassische Politikfelder wie Steuer- oder Wirtschaftspolitik.
3. Erinnerungskultur und historische Verantwortung
3.1 Die Entwicklung der deutschen Erinnerungskultur
Die deutsche Erinnerungskultur entwickelte sich über Jahrzehnte. Nach dem Zweiten Weltkrieg stand zunächst der Wiederaufbau im Vordergrund. Erst später begann eine intensivere gesellschaftliche Auseinandersetzung mit der Vergangenheit.
Wichtige Stationen dieser Entwicklung waren:
- die Studentenbewegung der 1960er Jahre
- historische Forschung und Aufarbeitung
- Gedenkstätten und Bildungsprogramme
Der zentrale Bezugspunkt bleibt dabei das Gedenken an die Opfer des Holocaust.
3.2 Normen des öffentlichen Diskurses
Aus dieser Entwicklung entstanden bestimmte Normen des öffentlichen Umgangs mit der NS-Vergangenheit:
- klare moralische Verurteilung des NS-Regimes
- Sensibilität gegenüber relativierenden Vergleichen
- Betonung historischer Verantwortung
Diese Normen prägen bis heute politische Debatten in Deutschland.
3.3 Die historischen Verbrechen des NS-Regimes
Das nationalsozialistische Regime unter Adolf Hitler (1933–1945) war verantwortlich für einige der schwersten staatlich organisierten Verbrechen der Geschichte.
Dazu gehören unter anderem:
- der Völkermord an rund sechs Millionen Juden im Holocaust
- die Verfolgung und Ermordung von Sinti und Roma, politischen Gegnern, Homosexuellen und Menschen mit Behinderungen
- medizinische Experimente an KZ-Gefangenen
- Zwangsarbeit für Millionen Menschen
- der Zweiter Weltkrieg mit etwa 60 Millionen Toten weltweit
Diese Verbrechen prägen bis heute das historische Gedächtnis Europas.
4. Kontroversen um Aussagen von AfD-Politikern
Die Debatte über Höckes Rede steht nicht isoliert, sondern ist Teil einer Reihe politischer Kontroversen.
Beispiele sind etwa:
- Höckes Bezeichnung des Berliner Holocaust-Mahnmals als „Denkmal der Schande“ (2017)
- seine Forderung nach einer „erinnerungspolitischen Wende um 180 Grad“
- die „Vogelschiss“-Aussage von Alexander Gauland über die NS-Zeit
- die SS-Äußerung von Maximilian Krah
Solche Aussagen werden von Kritikern häufig als problematische Relativierungen interpretiert, während Unterstützer sie als missverstandene oder aus dem Kontext gerissene Aussagen betrachten.
Fazit
Die Rede von Björn Höcke in Reutlingen zeigt, wie stark politische Kommunikation über den Nationalsozialismus in Deutschland emotional aufgeladen ist. Rhetorisch handelt es sich um eine Argumentation gegen den Fehlschluss der „Schuld durch Assoziation“, verbunden mit bewusst provokativen Beispielen.
Politikwissenschaftlich lässt sich die Rede als Teil einer polarisierenden Kommunikationsstrategie verstehen, die Aufmerksamkeit erzeugt und kulturelle Konflikte anspricht.
Gleichzeitig bewegt sich eine solche Rhetorik im Spannungsfeld der deutschen Erinnerungskultur, die stark von der historischen Verantwortung gegenüber den Verbrechen des Nationalsozialismus geprägt ist.
Gerade deshalb lösen Äußerungen mit direkten NS-Bezügen regelmäßig intensive gesellschaftliche Debatten aus. Sie berühren grundlegende Fragen darüber, wie Geschichte erinnert wird, welche Rolle sie für die Gegenwart spielt und wie politische Sprache in einer demokratischen Gesellschaft verantwortungsvoll eingesetzt werden sollte.
Es ist erschreckend, wie verharmlosend hier Björn Höcke mit den Nazis der Hitlerzeit umgeht und diese quasi in ein normales Licht zu rücken versucht:
Die Verbrechen des NS-Regimes unter Adolf Hitler zwischen 1933 und 1945 gehören zu den schwersten staatlich organisierten Verbrechen der Geschichte. Der Staat der Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei (NSDAP) war eine Diktatur, die auf Rassismus, Antisemitismus, Gewalt und Expansion beruhte.
Im Folgenden ein Überblick über die wichtigsten Verbrechen.
1. Der Holocaust (Völkermord an den Juden)
Der schlimmste Teil der NS-Verbrechen ist der systematische Völkermord an den europäischen Juden, der als Holocaust bezeichnet wird.
- Etwa 6 Millionen Juden wurden ermordet.
- Sie wurden verfolgt, entrechtet, deportiert und in Vernichtungslagern ermordet.
Typische Orte der Massenmorde waren Konzentrations- und Vernichtungslager wie:
- Auschwitz-Birkenau
- Treblinka
- Sobibor
Menschen wurden dort in Gaskammern, durch Zwangsarbeit, Hunger, Erschießungen oder medizinische Experimente getötet.
2. Verfolgung und Ermordung anderer Gruppen
Die Nazis verfolgten und ermordeten viele weitere Gruppen, die sie als „minderwertig“ oder „unerwünscht“ betrachteten:
- Sinti und Roma (Völkermord, mehrere hunderttausend Opfer)
- Menschen mit Behinderungen im sogenannten
Aktion T4 - politische Gegner (z. B. Sozialdemokraten, Kommunisten)
- Homosexuelle
- Zeugen Jehovas
- Kriegsgefangene, besonders aus der Sowjetunion
Auch hier wurden viele Menschen in Konzentrationslagern ermordet.
3. Der Zweite Weltkrieg
Das NS-Regime begann 1939 mit dem Überfall auf Polen den
Zweiter Weltkrieg.
Zweiter Weltkrieg.
Dieser Krieg führte zu:
- etwa 60 Millionen Toten weltweit
- massiven Zerstörungen in Europa
- systematischen Kriegsverbrechen gegen Zivilisten
Beispiele für NS-Kriegsverbrechen:
- Massaker an Zivilisten
- Hungerpolitik in besetzten Gebieten
- Zerstörung ganzer Städte und Dörfer
- Verschleppung von Millionen Menschen zur Zwangsarbeit
4. Terror im eigenen Land
Auch in Deutschland selbst herrschte ein Terrorstaat:
- Oppositionelle wurden von der
Gestapo verfolgt - Menschen wurden ohne Gerichtsverfahren in Konzentrationslager gebracht
- Pressefreiheit und Demokratie wurden abgeschafft
- politische Gegner wurden gefoltert oder ermordet
5. Menschenversuche und medizinische Verbrechen
In einigen Lagern führten NS-Ärzte grausame Experimente an Gefangenen durch:
- Unterkühlungsversuche
- Infektion mit Krankheiten
- Zwangssterilisationen
Diese Experimente führten oft zu schweren Verletzungen oder zum Tod der Opfer.
6. Zwangsarbeit
Millionen Menschen aus besetzten Ländern mussten im Deutschen Reich Zwangsarbeit leisten:
- in Fabriken
- in der Landwirtschaft
- im Bergbau
Viele starben durch Hunger, Misshandlung oder extreme Arbeitsbedingungen.
Das NS-Regime war verantwortlich für:
- Völkermord an Millionen Menschen
- einen Weltkrieg mit enormen Opfern
- systematische Kriegsverbrechen
- Terror gegen die eigene Bevölkerung
- massive Menschenrechtsverletzungen
Diese Verbrechen prägen bis heute die Erinnerungskultur in Deutschland und Europa.
Björn Höcke hat an jenem Samstag in Reutlingen am 07. März 2026 nonchalant diese Verbrechen der Nazis ausgeblendet und solch trivialen bzw. unspezifischen Verhaltensweisen der Nazis unter Adolf Hitler wie "Körperwäsche", "Naturschutz" und "deutsch sprechen" in den Mittelpunkt der Betrachtung von Nazis gerückt.
AfD-Wahlkampf: Björn Höcke macht es wie die Nazis | SPIEGEL TV
Höcke unternimmt damit den Versuch einer Normalisierung von nationalsozialistischem Gedankengut und dieser Nazi-Ideologie. Gleichzeitig hat er für mich an dieser Stelle die Unverfrorenheit, den Versuch zu unternehmen, mit dieser unspezifischen Benennung von Nazi-Verhaltensweisen die Nazi-Ideologie gesellschaftlich salonfähig zu machen.
Solange sich die AfD als ganze Partei sich nicht eindeutig von solchen Nazi-Relativierungen, die immer wieder in Reden und Interviews vollzogen werden ...
- beispielsweise wenn Maximilian Krah sinngemäß in der italienischen Zeitung La Repubblica in der Ausgabe vom 18. Mai 2024 sagte, nicht jeder, der eine SS-Uniform trug, sei automatisch ein Verbrecher gewesen ("Le SS non erano tutte criminali.”), was eine breite politische Kontroverse auslöste, weil die SS eine zentrale Organisation des NS-Terrorapparates war:
- Die Schutzstaffel war zentral am Terrorstaat des NS-Regimes beteiligt.
- Sie organisierte große Teile des Holocaust.
- Bei den Nürnberger Prozessen wurde die SS offiziell als „verbrecherische Organisation“ eingestuft.
- oder wenn beispielsweise wiederum Björn Höcke 2017 das Berliner Holocaust-Denkmal für die ermordeten Juden Europas in einer Rede als „Denkmal der Schande“ bezeichnete, was viele Menschen als abwertende Bezeichnung des Holocaust-Gedenkens interpretierten und worin Historiker und Politiker ihm eine Relativierung der deutschen Erinnerungskultur vorwarfen. [Höcke erklärte später, er habe nicht die Opfer gemeint, sondern die historische Schuld Deutschlands.] - oder beispielsweise auch der Vergleich Alexander Gaulands 2018, bei dem er auf einem Parteitag die NS-Zeit als "Vogelschiss der Geschichte" bezeichnete, worin viele eine Verharmlosung der NS-Verbrechen sahen. Die ursprüngliche Aussage fiel am 2. Juni 2018 auf einem Bundeskongress der AfD-Jugendorganisation Junge Alternative in Seebach (Thüringen). Dort sagte Gauland: „Hitler und die Nazis sind nur ein Vogelschiss in über 1000 Jahren erfolgreicher deutscher Geschichte."
Gauland rechtfertige sich, indem er sagte, er habe nicht die Verbrechen relativieren wollen, sondern darauf hinweisen wollen, dass deutsche Geschichte nicht nur aus der NS-Zeit bestehe - oder wenn Björn Höcke 2017 eine "erinnerungspolitische Wende um 180 Grad“ forderte.
Beweis-Video ab Min. 45:11
"Rede Björn Höcke Dresden live vom 17.01.2017 bei der Jungen Alternative AfD - Dresdner Gespräche"
Kritiker interpretierten das als Forderung nach einer grundlegenden Veränderung der deutschen Erinnerungskultur, was abgelehnt werden muss. Unterstützer von Höcke argumentieren jedoch, dass damit eine stärkere Betonung nationaler Geschichte gemeint gewesen sei -
solange ist diese Partei einfach nicht wählbar, und man hüte sich davor, mit dem Feuer zu spielen, indem man dieser Partei die wertvolle Wählerstimme schenkt, denn dies könnte gefährlich werden und schlimme Folgen haben:
Wer in dieser Weise - wie Höcke es jüngst im März 2026 wieder getan hat - nonchalant solche Nazi-Vergleiche zieht und dadurch diese Verbrechen der Nazis zu relativieren und gesellschaftlich salonfähig zu machen, der offenbart an dieser Stelle, welch Geistes Kind er ist:
Wer in dieser Weise - wie Höcke es jüngst im März 2026 wieder getan hat - nonchalant solche Nazi-Vergleiche zieht und dadurch diese Verbrechen der Nazis zu relativieren und gesellschaftlich salonfähig zu machen, der offenbart an dieser Stelle, welch Geistes Kind er ist:
Ein solcher Mensch wie Björn Höcke hat Nazi-Phantasien.
Ein solcher Mensch wie Björn Höcke relativiert und liebäugelt mit der Nazi-Ideologie.
Und:
Ein solcher Mensch wie Björn Höcke ist genau deswegen eine Gefahr für die freiheitliche demokratische Grundordnung, die von den folgenden zentralen Prinzipien des deutschen Grundgesetzes geprägt ist:
Ein solcher Mensch wie Björn Höcke ist genau deswegen eine Gefahr für die freiheitliche demokratische Grundordnung, die von den folgenden zentralen Prinzipien des deutschen Grundgesetzes geprägt ist:
- Demokratie
- Rechtsstaatlichkeit
- Menschenwürde
- Gewaltenteilung
- Mehrparteiensystem
- Schutz von Minderheiten
Und noch eines muss Björn Höcke angelastet werden:
Er hat sich gegen die Inklusion in Schulen ausgesprochen. Inklusion in Schulen bedeutet, dass alle Kinder gemeinsam lernen, unabhängig davon, ob sie eine Behinderung, Lernschwierigkeiten, unterschiedliche soziale Hintergründe oder besondere Begabungen haben. Ziel ist es, dass niemand ausgeschlossen wird und jedes Kind die Unterstützung bekommt, die es braucht.
Die Grundidee der Inklusion ist, dass bei der Inklusion nicht erwartet, dass sich das Kind an das System anpasst, sondern dass sich die Schule an die Bedürfnisse der Kinder anpasst.
Das bedeutet zum Beispiel:
- Kinder mit Behinderungen lernen zusammen mit Kindern ohne Behinderung.
- Unterricht wird individuell angepasst.
- Schulen schaffen barrierefreie Zugänge und Unterstützung.
Die Grundlage dafür ist unter anderem die Vereinte Nationen-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen (UN-Behindertenrechtskonvention).
In einer inklusiven Schule können zum Beispiel:
- Kinder im Rollstuhl gemeinsam mit anderen Kindern im Unterricht sitzen.
- Kinder mit Lernschwierigkeiten zusätzliche Förderung bekommen.
- Förderschullehrer oder Schulbegleiter im Unterricht unterstützen.
- Unterrichtsmaterialien angepasst werden (z. B. einfache Sprache oder technische Hilfsmittel).
Björn Höcke hat sich dagegen ausgesprochen: Inklusion verhindere Bildung. Inklusion bremse die Bildung der nicht-behinderten Kinder aus. Auch diese Einstellung von Björn Höcke lehne ich als gefährlich ab. Sie erinnert an dunkle Zeiten unserer deutschen Geschichte. Diese Ansichten von Björn Höcke in Bezug auf seine Ablehnung von Inklusion weisen auf die elitäre und menschenverachtende Gesinnung von diesem Politiker namens Björn Höcke von der Alternativen für Deutschland (AfD) hin.
Und vergessen dürfen wir auch nicht, das Björn Höcke bewusst die Nazi-Parole "Alles für Deutschland" zu Unrecht verwendet hatte:
Das Landgericht Halle verurteilte Höcke 2024 wegen Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen (§ 86a StGB) zu insgesamt 13.000 € Geldstrafe. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass Höcke die Parole öffentlich verwendet hatte, obwohl sie eine Losung der SA aus der NS-Zeit ist und ihre Verwendung verboten ist.
Solange sich die AfD von solchen Politikern wie Björn Höcke in ihren eigenen Reihen nicht eindeutig distanziert und diese nicht einem Parteiauschlussverfahren unterzieht und solange sich die AfD nicht von ihrem braunen Sumpf distanziert, denn man muss sich doch nur manch peinlich berührenden Beiträge anschauen, wenn bestimmte Menschen ihre Sympathie mit der AfD zum Ausdruck bringen, solange muss ich für mich feststellen:
Die Partei "Alternative für Deutschland" (AfD) ist weder eine wahre noch eine gute Alternative für Deutschland.
Die Partei "Alternative für Deutschland" (AfD) ist genau wegen dieser iterativen Verharmlosungen der NS-Zeit verbunden mit den Versuchen, die Nazi-Zeit quasi gesellschaftlich salonfähig zu machen, indem die Erinnerungskultur an die Nazi-Zeit sukzessive vernachlässigt werden soll, für mich nicht wählbar.
Dieser Partei die eigene wertvolle Stimme zu geben bedeutet, mit Feuer zu spielen, und manch einer musste schon zusehen, wie ganze Häuser (damals 1938 waren es Synagogen, heute sind es die Häuser von Menschen, die hier im Asyl leben) angezündet wurden und in Flamme aufgingen.
Die Partei "Alternative für Deutschland" (AfD) mag für viele Menschen, die von den etablierten Parteien CDU/CSU, SPD, Grüne, Linke und FDP enttäuscht sind, eine Alternative sein. Die Politiker*innen der AfD kommen rhetorisch wortgewaltig und eloquent daher. Viele Menschen fasziniert diese Rhetorik jener AfD-Politiker*innen. Jene Menschen wünschen sich endlich eine starke Hand, um nicht zu sagen eine "starke Führung" für Deutschland, die wirtschaftspolitisch wieder Prosperität für Deutschland und seine Bürgerinnen und Bürger bringt, die jedoch zumindest die Deindustrialisierung in Deutschland beendet, die innenpolitisch für mehr Sicherheit sorgt und die Kriminalität - besonders wird hier auf die Ausländerkriminalität abgestellt - bekämpft, die energiepolitisch wieder zur Kernenergie und damit zur Atomkraft zurückfindet, um wieder günstige Energie für die Unternehmen in Deutschland zur Verfügung zu stellen, die die LGBT- und Gender-Ideologie als überflüssig beendet, die den Kampf gegen die Klimaveränderung als unsinnig bezeichnet, die in patriotischer Weise das Geld in Form von Steuereinnahmen dem eigenen deutschen Volk zugute kommen lässt und nicht an die Menschen im Ausland verschwendet und die endlich sich illegal in Deutschland aufhaltende und/oder kriminell verhaltende Asylbewerber ausweist, d. h. Abschiebung / Remigration / Zurückweisung von bestimmten Menschen. All dies mag sich politisch vorteilhaft und sinnvoll anhören, weswegen auch einige Menschen meinen, man könne diese Partei ohne Weiteres und ohne schlechtes Gewissen zu haben, wählen.
Doch dieser Partei die eigene wertvolle Stimme zu geben bedeutet, mit Feuer zu spielen, und manch einer musste schon in Schockstarre zusehen, wie ganze Häuser (damals 1938 waren es Synagogen, heute sind es die Häuser von Menschen, die hier im Asyl leben) angezündet wurden und in Flamme aufgingen.
Wer die AfD wählt, läuft Gefahr, dass die Freiheitsrechte von Angehörigen der LGBT-Bewegung eingeschränkt werden. Bestes Beispiel sind Verbotsgesetze von öffentlichen CSD-Veranstaltungen Ungarn, das die AfD-Vorsitzende Frau Dr. Alice Weidel ja so sympathisch findet.
Wer die AfD wählt, sorgt dafür, dass Inklusion an Schulen abgeschafft wird, die Kinder mit Einschränkungen so dringend benötigen.
Wer die AfD wählt, sorgt dafür, dass es zu heftigen Unruhen in Deutschland kommen wird, denn die Antifa wird niemals zulassen, dass eine solche Partei wie die der AfD, über die immer noch der Verdacht steht, eine rechtsextreme Partei zu sein, die eine Gefahr für die freiheitliche demokratische Grundordnung darstellen und die damit die Prinzipien der Demokratie, der Rechtsstaatlichkeit, der Menschenwürde, der Gewaltenteilung, des Mehrparteiensystems sowie des Schutzes von Minderheiten einschränken könnte.
Wer die AfD wählt, will eine bessere Politik für dieses Land und seine Menschen.
Wenn ich auch eine Dr. Alice Weidel und ein Tino Chrupalla (die beiden derzeitigen Vorsitzenden der AfD) noch eher als gemäßigt einstufen würde, so wabert und wabbelt weit unterhalb dieser Partei ein brauner Sumpf mit vielen unschönen Gesinnungen, Einstellungen und mit einer Bereitschaft, diesen Staat auf negative Weise umzukrempeln; und wenn diese - ich sage mal - Neo-Nazis das Sagen haben würden bedingt durch die Wahlentscheidung, dann ist es zu spät.
Zum Glück - muss man sagen - kann man aber feststellen:
Damit die AfD eine Bundesregierung führen könnte, müsste sie entweder über 50 % der Sitze im Bundestag erreichen oder Koalitionspartner finden. Beides ist derzeit politisch schwierig, weil andere Parteien eine Kooperation mit der AfD aus meiner Sicht zurecht ausschließen.
In der Opposition ist diese Partei möglicherweise gut aufgehoben.
An die Regierung sollte man eine AfD eher nicht kommen lassen.
Rainer Langlitz
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