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Drosten und Wieler am 11.11.2025 im Untersuchungs-Ausschuss im Landtag zu Thüringen – Worüber die Medien nicht berichten

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Drosten und Wieler am 11.11.2025 im Untersuchungs-Ausschuss im Landtag zu Thüringen – Worüber die Medien nicht berichten

Rainer Langlitz
Veröffentlicht von Rainer Langlitz in Essays · Mittwoch, 19. November 2025 · Lesezeit 11:30
Am 11. November 2025 trat der Corona-Untersuchungsausschuss des Thüringer Landtags „(UA8/1 (Corona‑Maßnahmen in Thüringen)“ zu einer Sitzung zusammen, in der die prominenten Experten Prof. Dr. Christian Drosten[1] und Prof. Dr. Lothar Wieler[2] vor den Abgeordneten aussagten.

Bei dieser Anhörung im Thüringer Corona-Untersuchungsausschuss trat Wieler nicht allein auf: Er ließ sich von einem Rechtsanwalt[3] begleiten.

Ein hervorragendes (!) Zeitzeugnis zu diesem UA hat eine Gerichtsreporterin in diesem hier verlinkten YouTube-Video unter dem Kanalnamen „Die Jaworskis“ festgehalten:

Link:

 
Zitat aus der Vorstellung dieses Videos:
 
„Zeitzeugnis: 11.11.2025 - Thüringer Untersuchungsausschuss 6-stündige Einvernahmen lassen sich nicht auf 2 Minuten herunterbrechen, vor allem wenn es gilt, Corona-Aufarbeitung, die nicht live gestreamt wird, der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Nur singuläre Aussagen, die sich noch dazu auf rein hypothetische Szenarien beschränken, wie - dank des PCR-Tests - eine Rettung von 60.000 Menschen unter Rettung von 160.000 Toten, genügen nicht, um Aussagen der Sachverständigen in den Gesamtkontext zu stellen. Während der Regierungsberater Dr. Drosten als Erfinder des weltweit erstmals eingesetzten spezifischen PCR-Tests mit Mathematik Risikoszenarien zu berechnen versucht, hält Prof. Dr. Wieler als damaliger Chef des RKI die durch PCR-Tests gewonnene Inzidenz für keinen „wissenschaftlich evidenzbasierten Wert“. Über dieses kleine, aber entscheidende Detail berichteten die Medien nicht. Entsprechend der Stoßrichtung der Fragen der Regierungsfraktionen, was wäre, wenn man die Maßnahmen nicht ergriffen hätte, konzentrierte man sich auf angenommene Verhinderungs- oder Schreckensszenarien, sprich nicht nachweisbare Alternativverläufe, statt auf tatsächlich durch die Maßnahmen ausgelöste Schäden. Anders als andere Medien gebe ich den Bürgern, die diese Maßnahmen über sich ergehen lassen mussten, breiten Raum. Sie waren unter anderen über die Aussage von Dr. Drosten empört, „‚an‘ und ‚mit‘ Corona verstorben“ sei nur eine semantische Spitzfindigkeit. Doch sehen Sie selbst. Hinweis: Bei Minute 36:40 ist mir ein grober Fehler in der Bauchbinde unterlaufen. Ich habe Herr Ralph Hutschenreuther mit der falschen Fraktion aus der alten Bauchbinde versehen. Er gehört natürlich der BSW-Fraktion an, was ich aber deutlich mit dem BSW-Plakat markiert habe. Ich bitte um Entschuldigung.“

Zitat Ende.
 
Dieser Ausschuss markiert einen wichtigen Meilenstein in der retrospektiven Aufarbeitung der Corona-Politik – doch zugleich wirft er grundlegende Fragen auf: Geht es hier tatsächlich um eine nüchterne Fehleranalyse, oder vielmehr um ein politisches Kalkül? Denn die Einsetzung eines solchen Gremiums bietet nicht nur die Chance, Versäumnisse zu klären und Lehren für zukünftige Krisen zu ziehen, sondern birgt auch das Risiko instrumenteller Ausschussarbeit. Kritikern bleibt nicht verborgen, dass die Zusammensetzung und Zielsetzung des Ausschusses stark parteipolitisch geframt ist. So ist er nur eine Seite der Medaille – parallel existiert eine Enquetekommission zur Aufarbeitung der Pandemie, was den Eindruck verstärkt, wichtige Erkenntnisse könnten über Komplexitäts- und Zuständigkeitsfragen verwischt werden.

Zudem steht im Raum, ob die Verdienste der Expert:innen nicht überbetont und die politisch Verantwortlichen zu wenig zur Rechenschaft gezogen werden. Drosten betonte vor dem Ausschuss, dass ein Abwarten bei den ersten Corona-Maßnahmen katastrophale Folgen gehabt hätte und dass das frühe Eingreifen zehntausende Leben gerettet habe. Andererseits verneinte Wieler die weithin verwendete Formulierung einer „Pandemie der Ungeimpften“ als valide Beschreibung der Lage – ein Widerspruch zu starken politischen Narrativen, die in der Öffentlichkeit kursierten.
 
Diese Diskrepanz zwischen öffentlichem Narrativ und wissenschaftlicher Einschätzung wirft die Frage auf: Nutzt der Ausschuss seine Gelegenheit, um politisch vermarktete Vereinfachungen kritisch zu entlarven, oder läuft er Gefahr, in vorgeschriebene politische Rahmen zu fallen? Die Auseinandersetzung am 11. November ist damit nicht nur ein Akt der Aufklärung, sondern ein politischer Gradmesser dafür, ob demokratische Institutionen aus der Pandemie lernen oder nur symbolisch aufräumen wollen.

Was ist die Bedeutung eines Untersuchungsausschusses?
 
Ein Untersuchungsausschuss ist eines der schärfsten parlamentarischen Kontrollinstrumente in einer Demokratie. Seine Bedeutung lässt sich in mehreren Punkten zusammenfassen:

1. Kontrolle der Regierung
Ein Untersuchungsausschuss soll mögliche Fehler, Missstände oder Machtmissbrauch innerhalb der Regierung oder der Verwaltung aufklären. Das Parlament überprüft damit, ob die Exekutive korrekt gehandelt hat.

2. Herstellung von Transparenz
Viele politische Entscheidungen werden intern getroffen. Ein Untersuchungsausschuss zwingt Verantwortliche, ihre Handlungen öffentlich zu erklären. Das stärkt demokratische Transparenz und ermöglicht der Öffentlichkeit Einblick in staatliches Handeln.

3. Aufklärung von Sachverhalten
Der Ausschuss sammelt Dokumente, hört Zeug:innen an, wertet Akten aus und rekonstruiert Abläufe. Ziel ist, ein möglichst umfassendes Bild eines Vorgangs zu erhalten – beispielsweise einer Krise, eines Skandals oder eines staatlichen Versagens.

4. Politische und rechtliche Konsequenzen
Die Ergebnisse können:

  • politische Verantwortung klären
  • zu Rücktritten führen
  • Reformen und Gesetzesänderungen anstoßen
  • Strafverfolgungsbehörden Hinweise liefern

Der Ausschuss selbst spricht keine Strafen aus, aber er kann Konsequenzen anstoßen.

5. Minderheitenrecht
In Deutschland können auch Parlamentsminderheiten – oft Oppositionen – die Einsetzung eines Untersuchungsausschusses erzwingen. Damit dient er als wichtiges Gegengewicht zur Regierungsmehrheit.

Insgesamt:
Ein Untersuchungsausschuss ist ein demokratisches Werkzeug, um Regierungshandeln kritisch zu durchleuchten, Missstände aufzudecken und politische Verantwortung sichtbar zu machen. Er ist damit zentral für die Gewaltenteilung und das Vertrauen in staatliche Institutionen.
 
Auf der öffentlichen Seite des Thüringer Landtags ist anscheinend immer nur die aktuelle Pressemitteilung des Freistaats Thüringen zum Corona-Untersuchungsausschuss vom 11. November 2025 einsehbar:



Die Landesregierung des Freistaats Thüringen besteht aus einer Koalition der CDU, des BSW („Bündnis Sahra Wagenknecht“) und der SPD. Dieses Bündnis wird oft als „Brombeer-Koalition“. Die Koalition hat keine absolute Mehrheit im Thüringer Landtag: Die drei Partner verfügen zusammen nur über 44 von 88 Sitzen. Das bedeutet: Es ist eine Minderheitsregierung. Ministerpräsident ist Mario Voigt (CDU). Sein Kabinett ist seit dem 12. Dezember 2024 im Amt. Die stellvertretende Ministerpräsidentin ist Katja Wolf (BSW).
 
In Anlehnung an § 13 PUAG (Gesetzes zur Regelung des Rechts der Untersuchungsausschüsse des Deutschen Bundestages) („Parlamentarisches Untersuchungsausschussgesetz“) wurde die Beweisaufnahme (wie grundsätzlich üblich) in öffentlicher Sitzung durchgeführt, aber mit dem „Ausschluss von Ton- und Film- bzw. Rundfunkaufnahmen zum Zwecke der öffentlichen Vorführung.
 
Welche Medien berichteten über diesen Untersuchungsausschuss vom 11. November im Thüringer Landtag?

mdr:
Corona-Untersuchungsausschuss: Was Drosten und Wieler sagen
11. November 2025, 19:38 Uhr
 
 
insüdthüringen.de
Das hat Drosten in der Pandemie verblüfft
11.11.2025, 14:21 Uhr    


insüdthüringen.de
Gut reagiert? Wie Drosten und Wieler die Pandemie sehen

 
insüdthüringen.de
Rechtfertigungen, die keiner hören will
12.11.2025, 13:16 Uhr


SZ:
Wieler: Keine „Pandemie der Ungeimpften“
11. November 2025, 15:16 Uhr

 
n-tv:
Drosten und Wieler im Corona-Untersuchungsausschuss erwartet
06.11.2025, 13:23 Uhr
 

n-tv:
Drosten: Frühes Eingreifen rettete Zehntausenden das Leben
11.11.2025, 16:38 Uhr

Stern.de:
Drosten und Wieler im Corona-Untersuchungsausschuss
11. November 2025, 03:30 Uhr
 
 
Die Zeit:
Meldung über die Aussage von Drosten und Wieler
Drosten und Wieler im Corona-Untersuchungsausschuss
11. November 2025, 3:30 Uhr Quelle: dpa Thüringen
 
 
Epoch Times:
Thüringen: Widersprüche bei Wieler – Drosten: Kontaktbeschränkungen „effektiv“
13.11.2025
 
 
In Wikipedia gibt es zum Stand 19.11.2025 noch keinen Eintrag zum Untersuchungsausschuss im Landtag zu Thüringen vom 11.11.2025, obwohl ein allgemeiner Artikel zu Untersuchungsausschüssen im Thüringer Landtag in Wikipedia existiert.  

Das Medienecho zu diesem UA ist äußerst gering. Man kann wieder nur mutmaßen, woran das liegt.
 
Rainer Langlitz

 

   
 
Anmerkungen:

[1] Prof. Dr. Christian Drosten spielte in der Corona-Pandemie eine zentrale wissenschaftliche und kommunikative Rolle in Deutschland. Seine wichtigsten Funktionen lassen sich wie folgt zusammenfassen:

1. Frühe Identifikation und Entwicklung des PCR-Tests
Drosten war einer der Ersten weltweit, der einen verlässlichen PCR-Test für SARS-CoV-2 entwickelte. Damit lieferte er bereits im Januar 2020 die Grundlage für die schnelle Diagnostik in Europa. Sein Labor am Berliner Universitätsklinikum Charité wurde zu einem zentralen Referenzpunkt.

2. Wissenschaftlicher Berater der Politik
Als Leiter der Virologie an der Charité gehörte er zum Kreis jener Forschenden, die Bundesregierung und Landesregierungen informell und formal berieten.

Er lieferte Einschätzungen zu:
 
· Virusausbreitung
· Wirksamkeit von Schutzmaßnahmen
· Bedeutung von Tests, Masken, Kontaktreduktionen
· Variantenlage und epidemiologischen Risiken

Er traf jedoch keine politischen Entscheidungen, sondern lieferte wissenschaftliche Expertise, auf deren Grundlage Regierungen handelten.

3. Vermittler zwischen Wissenschaft und Öffentlichkeit
Drosten war eine der wichtigsten wissenschaftlichen Stimmen in der Pandemie. Besonders prägend war:

· der NDR-Podcast „Coronavirus-Update“, in dem er komplexe Zusammenhänge allgemeinverständlich erklärte,
· zahlreiche Interviews, Publikationen und Presseauftritte.

Damit trug er wesentlich dazu bei, das Verständnis der Bevölkerung für Infektionsschutzmaßnahmen und Risikoabschätzung zu erhöhen.

4. Kontroverse öffentliche Figur
Mit zunehmender Dauer der Pandemie wurde Drosten auch zu einem politisch aufgeladenen Symbol:
 
· Für viele galt er als vertrauenswürdige Stimme der Wissenschaft.
· Für andere wurde er Ziel politisierter Kritik und teils massiver persönlicher Angriffe.

Ein Teil dieser Debatten hatte weniger mit seiner wissenschaftlichen Arbeit zu tun, sondern mit politischer Instrumentalisierung und gesellschaftlicher Polarisierung.

5. Forschung zu Pandemie-Dynamiken
Seine Arbeitsgruppe publizierte regelmäßig zu Übertragungswegen, Varianten, Teststrategien, Immunität und Virusbiologie.

Damit trug er auch international zur wissenschaftlichen Bewältigung der Pandemie bei.

Kurz gesagt:
 
Christian Drosten war einer der wichtigsten virologischen Experten Deutschlands in der Corona-Pandemie. Er prägte das Verständnis der Lage, beriet Politik und Öffentlichkeit und wurde zu einer zentralen – zugleich aber umstrittenen – Figur im gesellschaftlichen Umgang mit der Krise.

[2] Rolle von Prof. Dr. Lothar Wieler in der Corona-Pandemie
 
1. Leiter der zentralen Bundesbehörde für Infektionskrankheiten
Als RKI-Präsident (2015–2023) war Wieler verantwortlich für:

· die epidemiologische Überwachung des Infektionsgeschehens,
· die Risikobewertung für Deutschland,
· Empfehlungen für Politik, Gesundheitsämter, Krankenhäuser und Öffentlichkeit.

Das RKI war die wichtigste staatliche Institution für Pandemiedaten, Lageberichte und wissenschaftliche Einschätzungen.

2. Berater der Bundesregierung und der Länder
Wieler war einer der engsten wissenschaftlichen Berater von Bundesregierung und Ministerien, besonders:
 
· im Corona-Krisenstab,
· im Austausch mit Gesundheitsminister Jens Spahn und Karl Lauterbach,
· in regelmäßigen Expertenrunden mit Landesregierungen.

Er gab Empfehlungen zu:
 
· Kontaktbeschränkungen
· Masken
· Impfstrategien
· Schul- und Kita-Schutzmaßnahmen
· Testregimen und Quarantäne

Die Regierung traf politische Entscheidungen, stützte sich aber stark auf die Expertise des RKI.

3. Gesicht der öffentlichen Gesundheitskommunikation
Wieler trat während der Pandemie regelmäßig in Pressekonferenzen gemeinsam mit Regierungsvertretern auf. Er beeinflusste öffentliche Debatten stark, z. B. durch:

· Risikoeinschätzungen („sehr hohe“ Gefährdungslage),
· Warnungen vor Überlastung des Gesundheitssystems,
· Appelle zur Kontaktreduktion,
· Erklärungen zu Impfkampagnen und Booster-Empfehlungen.

4. Verwaltung der nationalen Impfstrategie
Das RKI – unter Wielers Leitung – koordinierte gemeinsam mit der Ständigen Impfkommission (STIKO) und dem Gesundheitsministerium:
 
· Priorisierungsgruppen,
· Impfmonitoring,
· Studien zur Wirksamkeit der Impfstoffe,
· Empfehlungen zum Impfschutz.

5. Kontroversen und Kritik
Wieler wurde – ähnlich wie Drosten – zur politisch und gesellschaftlich aufgeladenen Figur.
Kritikpunkte, die gegen ihn bzw. das RKI geäußert wurden:
 
· unpräzise oder wechselnde Kommunikation (z. B. zu Masken, Inzidenzen, Schulschließungen)
· zu große Nähe zur Politik, weil er häufig zusammen mit Regierungsmitgliedern auftrat
· Vorwurf mangelnder Datenqualität, besonders bei Krankenhausbelegung, Impfdurchbrüchen oder Inzidenzabhängigkeit
· „Pandemie der Ungeimpften“-Debatte
· Überlastung der Gesundheitsämter trotz Warnungen und fehlender Digitalisierung

Wieler selbst betonte dagegen immer, dass das RKI wissenschaftlich unabhängig arbeite und politischen Einfluss auszuhalten habe.

6. Rücktritt 2023
Wieler trat im Januar 2023 zurück. Offiziell aus eigenem Wunsch — der Zeitpunkt wurde allerdings vielfach als Ausdruck der enormen Belastung und politisch aufgeheizten Situation interpretiert.
 
Kurzfazit
 
Lothar Wieler war der oberste staatliche Gesundheitswächter Deutschlands während der Pandemie.

Er spielte eine Schlüsselrolle bei:

· der Bewertung der Lage,
· der Beratung der Politik,
· der öffentlichen Kommunikation,
· der Entwicklung von Impf- und Hygienestrategien.

Er wurde dadurch zu einer der zentralen – aber auch umstrittenen – Figuren der deutschen Corona-Politik.

[3] Diese Begleitung durch juristischen Beistand ist politisch hochsymbolisch – und in mehr als einer Hinsicht bedeutsam: Erstens signalisiert es, dass Wieler seine Aussagen im Ausschuss nicht nur als wissenschaftlicher Experte, sondern auch mit Blick auf potenzielle rechtliche Risiken wahrnimmt. Indem er vorsichtig agiert, unterstreicht er, dass die juristische Dimension seiner Zeugenaussage nicht zu unterschätzen ist. Zweitens verweist die Entscheidung, einen Anwalt mitzubringen, auf die Schärfe der Fragestellungen: Der Ausschuss geht nicht nur wissenschaftlichen oder politischen Aspekten nach, sondern auch möglichen Haftungs- oder Verantwortungsfragen.
Dies wirft wiederum ein kritisches Licht auf die Rolle des RKI unter Wielers Leitung: War das Institut ausschließlich Berater – oder trägt es (mit-)politische Verantwortung für die Maßnahmen, die auf seinen Einschätzungen basierten? Der Rechtsbeistand könnte als strategisches Mittel dienen, um politische Verantwortung zu minimieren oder mögliche Haftungsrisiken abzuwehren.
 
Gleichzeitig ist die juristische Präsenz ein Indikator dafür, dass Wieler den Ausschuss sehr ernst nimmt: Er ist vorbereitet, willigt aber nicht in eine unbedachte Aussage unter Ausschussbedingungen ein, die später gegen ihn oder das Institut verwendet werden könnte. Für die Ausschussarbeit ist dies eine Herausforderung: Wenn Zeugen mit anwaltlichem Rückhalt auftreten, kann das die Offenlegung von Informationen erschweren und damit die Aufarbeitung potenzieller Fehlentscheidungen behindern.
Insgesamt zeigt Wielers Auftritt mit Rechtsanwalt, dass die juristische Klärung – nicht nur die politische oder wissenschaftliche – ein zentraler Teil der Corona-Aufarbeitung ist. Der Ausschuss steht damit nicht nur vor einer wissenschaftlichen, sondern auch vor einer rechtlichen Bewährungsprobe, in der es darum geht, wer Verantwortung tragen muss – und wer sich möglicherweise mit professioneller Verteidigung absichert.


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