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Die Waffenlobby, die Debatte um die Wehrpflicht und die Angst vor dem Ernstfall oder die Fragen: Wie wahrscheinlich ist es, dass Russland westliches Territorium, insbesondere NATO-Territorium, angreift? Welche Welt wäre eine ideale?

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Die Waffenlobby, die Debatte um die Wehrpflicht und die Angst vor dem Ernstfall oder die Fragen: Wie wahrscheinlich ist es, dass Russland westliches Territorium, insbesondere NATO-Territorium, angreift? Welche Welt wäre eine ideale?

Rainer Langlitz
Veröffentlicht von Rainer Langlitz in Essays · Sonntag, 07. September 2025 · Lesezeit 20:30
Russland - man müsste besser sagen: Menschen, die ehemals Brüder zu den Menschen in der Ukraine waren - greift unerbittlich, gnadenlos, auf hasserfüllte und auf von Machthabern diktierte Weise mit Drohnen, Raketen und Bomben ukrainisches Territorium an und bringt dadurch Menschen zu Tode.

Heute Morgen am Sonntag, 07. September 2025, musste ich zur Kenntnis nehmen, dass der Angriff von heute auf die Ukraine und damit auf eines der ukrainischen Regierungsgebäude in Kiew einer der schlimmsten seit dem 24. Februar 2022 war.

Heute, am 7. September 2025, ist der 1.292. Angriffstag seit Beginn des russischen Angriffskriegs vom 24. Februar 2022.

Viele Menschen wissen:

Jeder Krieg, und so auch dieser, hat Ursachen, die hier gar nicht im Einzelnen diskutiert und angeführt werden sollen.

Worum geht es bei Kriegen im Allgemeinen?

Es stehen in diesem Blogartikel zwei sehr unterschiedliche Fragen im Raum, die dennoch selbstverständlich miteinander in Zusammenhang stehen: die eine ist relativ konkret, die andere sehr allgemein:

1.) Wie wahrscheinlich ist es, dass Russland westliches Territorium, insbesondere NATO-Territorium, angreift?

2.) Welche Welt wäre eine ideale verbunden mit der Frage: Wie sehe ich die Hintergründe von Kriegen?

Ich möchte zunächst auf die Frage eingehen, welche Welt ideal wäre und was die Hintergründe von Kriegen sind. Zwei Fragen, die scheinbar wegen ihrer Komplexität nicht beantwortet werden können...?

Dazu habe ich mir eine Skizze angelegt quasi in einem Brainstorming, in der ich vor allem drei Komponenten darstelle:

Gott - Mensch - Welt

Es geht in dieser Skizze um einen Überblick über die wahrnehmbare Realität verbunden mit den Fragen:

  1. Was finden wir in der Welt vor?
  2. Wie steht die Welt zu Gott und dem Menschen? Wie steht Gott zur Welt und zum Menschen? Und: Wie steht der Mensch zur Welt und zu Gott?



Ich möchte diese skizzenhafte Darstellung gar nicht weiter erläutern, sondern zu einer zweiten von mir brainstormartig angefertigten Skizze kommen, wo es mir um die Frage der Konflikte ging:



Schließlich gab es dann noch eine dritte Skizze über eine Gegenüberstellung von Pazifismus und Militarisierung in Bezug auf das Thema "Wehrpflicht":




Nun fragt sich sicherlich der ein oder andere, warum ich diese drei Skizzen angefertigt habe.

Angeregt, diese drei Skizzen anzufertigen, wurde ich durch eine Diskussion:

"Für Deutschland kämpfen? Pazifist vs. Bundeswehr-Veteran – Talk zur Wehrpflicht | DER SPIEGEL"

Zu dieser Diskussion heißt es:

"Im SPIEGEL-Spitzengespräch diskutieren Autor und Wehrpflichtgegner Ole Nymoen, Bundeswehr-Veteran Wolf Gregis und CDU-Politikerin Wiebke Winter über Kriegsdienst, die persönliche Freiheit einer Generation und den Ernstfall."


Ich fragte mich also:

In welcher Welt lebe ich, leben wir eigentlich?

Was finden wir vor?

Worum geht es in dieser Welt?

Was sind Ziele von Menschen auf dieser Welt?

Welche Welt wäre eine ideale?

Es stehen also die beiden Fragen in diesem Blogartikel im Mittelpunkt:

1.) Wie wahrscheinlich ist es, dass Russland westliches Territorium, insbesondere NATO-Territorium, angreift?

2.) Welche Welt wäre eine ideale verbunden mit der Frage: Wie sehe ich die Hintergründe von Kriegen?

Während die erste Frage noch durch bestimmte Aspekte beantwortet werden zu können scheint, scheint die zweite Frage kaum beantwortet werden zu können.

Was wäre eine ideale Welt?

Geld spielt sicherlich eine sehr große Rolle bei uns Menschen, die wir auf dieser Welt leben.

Sicherlich haben Menschen wesentlich dazu beigetragen, dass sich die Welt so verändert hat, wie sie sich verändert hat. Dabei haben bestimmte Aspekte eine Rolle gespielt. Zwei wesentliche Aspekte möchte ich dabei nennen:

1.) die Bedürfnisse des Menschen.

2.) die Neigung zur Bequemlichkeit in uns Menschen.

Grundbedürfnisse als Motor der Zivilisation
  • Menschen haben Grundbedürfnisse (Ernährung, Schutz, Gemeinschaft, Sicherheit).
  • Um diese zu erfüllen, entstanden Innovationen: Ackerbau, Städtebau, Medizin, Handelssysteme.
  • Jede neue Stufe der Zivilisation entstand aus dem Wunsch, das Leben sicherer und stabiler zu machen.

Bequemlichkeit als Innovationsantrieb
  • Bequemlichkeit bedeutet: das Leben leichter, schneller, angenehmer gestalten.
  • Viele technologische Fortschritte sind nicht nur aus Notwendigkeit, sondern auch aus dem Drang zur Vereinfachung entstanden:
    • Rad, Wagen, Motor → weniger Mühe beim Transport.
    • Elektrizität, Haushaltsgeräte → Entlastung von körperlicher Arbeit.
    • Digitalisierung, Internet → Kommunikation und Wissen jederzeit verfügbar.

Diese „Abkürzungen“ haben die Geschwindigkeit der Weltentwicklung enorm erhöht.

Gesellschaftliche Folgen
  • Wohlstand und Lebensqualität: Bequemlichkeit führte zu mehr Freizeit, Bildung, Kultur.
  • Ungleichheit: Wer Zugang zu „bequemeren Lösungen“ hatte, gewann oft Macht oder Reichtum (z. B. Industrialisierung im Westen).
  • Abhängigkeit: Menschen gewöhnen sich schnell an Komfort – Energie, Technik, Konsumgüter werden als selbstverständlich erlebt.
  • Trägheit: Bequemlichkeit kann Innovation hemmen, wenn Anpassungen an neue Umstände zu lange hinausgezögert werden (z. B. Klimakrise vs. bequeme fossile Energie).

Ambivalenz für die Weltentwicklung
  • Positiv: Fortschritt, Effizienz, globale Vernetzung.
  • Negativ: Ressourcenverschwendung, Umweltzerstörung, Überkonsum.
  • Paradox: Die Suche nach Bequemlichkeit hat die Welt komplexer gemacht (Beispiel: Smartphone macht Kommunikation einfach, aber globale Lieferketten und Umweltprobleme schwierig).

Psychologischer Kern
  • Der Mensch balanciert ständig zwischen Sicherheitsbedürfnis und Komfortbedürfnis.
  • Große Umbrüche (Agrarrevolution, Industrialisierung, Digitalisierung) lassen sich als Antworten auf Bedürfnisse und Bequemlichkeitsstreben deuten.
  • Fortschritt entsteht oft da, wo Not und Bequemlichkeit zusammentreffen – z. B. Medizin (Not: Krankheit, Bequemlichkeit: Schmerzfreiheit).

Die Welt, wie wir sie kennen, wäre ohne das menschliche Streben nach Bedürfnisbefriedigung und nach Bequemlichkeit nicht denkbar. Beide sind Motor und zugleich Herausforderung: Sie treiben Erfindungen und Fortschritt voran, bergen aber auch Risiken von Abhängigkeit, Ungleichheit und Übernutzung der Erde.


Und damit sind wir bei der zweiten Teilfrage: Wie sehe ich die Hintergründe von Kriegen?

Ich möchte eine Antwort vorausschicken, die viele Menschen als zu allgemein, als zu einfach bzw. als zu naiv halten werden. Aber diese Antwort scheint mir nicht ganz abwegig zu sein:

Scheinbar ist ein jeweiliger Krieg erst dann vorbei, wenn die jeweils daran beteiligten

a) machtgeilen Politiker

b) geldgeilen Kapitalisten

genug haben, befriedigt sind und ihre Ziele erreicht haben.

Nicht umsonst sprechen einige auch ganz offen von "Deals, seltenen Erden und wirtschaftlichen Interessen".

Dass in jedem Krieg aber Menschen sterben und ihr Leben opfern, wird billigend in Kauf genommen...




Wir kommen damit zum anderen Themenkomplex, auf den ich konkreter und ausführlicher eingehen möchte:

Wie wahrscheinlich ist es, dass Russland westliches Territorium, insbesondere NATO-Territorium, angreift?

Die Wahrscheinlichkeit, dass Russland direkt NATO-Territorium angreift, wird von US-Geheimdiensten und anderen Sicherheitsanalysten als sehr gering, aber nicht null, eingeschätzt.

Obwohl ein direkter militärischer Angriff Russlands auf NATO-Staaten derzeit als unwahrscheinlich gilt, warnen trotzdem einige führende deutsche Politiker und Sicherheitsexperten vor möglichen hybriden Bedrohungen und Provokationen. Diese Einschätzungen unterstreichen die Notwendigkeit, die Verteidigungsbereitschaft zu erhöhen und auf verschiedene Bedrohungsszenarien vorbereitet zu sein.

Mehrere deutsche Politiker und Sicherheitsfachleute haben in den letzten Jahren sogar vor der Möglichkeit gewarnt, dass Russland direkt gegen den Westen, insbesondere gegen NATO-Staaten, vorgehen könnte. (Diese Einschätzungen basieren wohl auf aktuellen Bedrohungsanalysen und sicherheitspolitischen Bewertungen.)

So hatte BND-Präsident Bruno Kahl wiederholt betont, dass Russland die NATO herausfordern könnte, ohne dabei auf groß angelegte Bombenangriffe zurückzugreifen. Er warnte, dass Moskau möglicherweise versuchen könnte, den NATO-Bündnisfall zu provozieren, etwa durch gezielte Provokationen oder hybride Angriffe.

Generalinspekteur Carsten Breuer bezeichnete Russlands militärische Aufrüstung als eine „deutliche Bedrohung“ für die NATO. Er betonte, dass Putins Ziel darin bestehe, die NATO zu „zerstören“, und setzte 2029 als „Zielmarke“ für die eigene Aufrüstung.

Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) warnte vor einer hybriden Kriegsführung Russlands gegen Deutschland, die Angriffe auf Infrastruktur, Energieversorgung und Beeinflussung von Wahlkämpfen umfassen könnte. Er betonte, dass Deutschland besonders im Fokus stehe und sich darauf vorbereiten müsse, diesen Bedrohungen entgegenzutreten.

Außenminister Johann Wadephul (CDU) warnte davor, die Gefahr für Deutschland durch Russland zu unterschätzen. Er erklärte, dass Russland direkt auch das Leben in Frieden und Freiheit in Deutschland bedrohe.

Roderich Kiesewetter (CDU) forderte eine massive Erhöhung der Verteidigungsausgaben in Deutschland und betonte, dass die Bedrohungslage für Deutschland eine „Kriegstüchtigkeit“ erfordere, um abzuschrecken und eine Gesamtverteidigung zu ermöglichen.

Generalleutnant Alfons Mais, Inspekteur des Heeres der Bundeswehr, sprach am 26. Juni 2025 bei Maybrit Illner ("Krieg oder Frieden – Sicherheit nur mit den USA?") sogar von einer zielgerichteten Vorbereitung Russlands auf eine (Zitat) "groß-maßstäbliche konventionelle Auseinandersetzung mit dem Westen."

Alfons Mais äußerte sich folgendermaßen (Zitat):

Aufrüstungszahlen, in Produktionszahlen, die ziehen jedes Jahr 200.000 Wehrpflichtige, die haben gerade die Vorbereitung auf eine groß-maßstäbliche konventionelle Auseinandersetzung mit dem Westen, und in jeder Talkshow in Moskau wird da abends drüber gesprochen. Das ist nicht geheim. Und das ist die Frage, wie gehen wir damit um?"

Vgl. ab Minute 49:00 des YouTube-Videos mit folgendem Link:


Demnach besteht ein gewisser Widerspruch zwischen der Einschätzung der Bedrohungslage durch die US-Geheimdienste aus den Jahren 2023-2025 auf der einen Seite und der Einschätzung, die scheinbar innerhalb der EU bzw. der NATO auf der anderen Seite herrscht - zumindest wird es so von Generalleutnant Alfons Mais geäußert.

Dazu hatte nun der kritische bzw. investigative Journalist Florian Warweg, dem der Vorwurf einer prorussischen Berichterstattung gemacht wird, bei einer Bundespressekonferenz vom 02. Juli 2025 (siehe unten genanntes YouTube-Video ab 01:06:35) nachgefragt, woher der Generalleutnant Alfons Mais seine Quellen beziehe, nach denen Russland jedes Jahr 200.000 Wehrpflichtige einziehe, die Wehrpflicht von einem auf zwei Jahre erhöht und den Personalumfang auf 1,5 Millionen erhöht habe, was Mais als einen zentralen Beleg dafür anführe, dass die russische Föderation eine großangelegte konventionelle Auseinandersetzung mit dem Westen suche und entsprechend Deutschland reagieren müsse. Warweg sagt, dass alle verfügbaren russischen Quellen davon sprächen, dass es weiterhin eine einjährige Wehrpflicht in Russland gäbe, und er habe darüber hinaus auch bei der Presseabteilung der russischen Botschaft angerufen, die ihm das bestätigt habe. Warweg will also wissen, auf welcher Quellen- und Faktengrundlage der Heeresinspektor Alfons Mais sich so bei Maybrit Illner geäußert habe. Als Antwort gibt Hans-Dieter Müller, der als Sprecher des Bundesministeriums für Verteidigung sprach (BMVg):

"Auf Grundlage unserer eigenen Lagebewertung!"

Auf eine Nachfrage Warwegs antwortet Müller:

"Also, mir liegt nicht vor, auf welche Grundlage der Heeresinspekteur seine Aussage getroffen hat. Wir haben eine militärische Lagebeurteilung und eine Lagebewertung, die auf unseren eigenen Quellen beruht. Diese legen wir in der Regel nicht offen, weil es die militärische Sicherheit betrifft, und deswegen kann ich dazu nicht mehr sagen."


Merkwürdigerweise gibt es offene Aussagen der US-Geheimdienste aus den Jahren 2023 - 2025:

Auf Seite 12 der PDF der jährlichen Bedrohungsanalyse der US-Geheimdienste vom 06. Februar 2023 heißt es:

"Russia probably does not want a direct military conflict with U.S. and NATO forces, but there is  potential for that to occur."

"Russland will wahrscheinlich keinen direkten militärischen Konflikt mit den US- und NATO-Truppen, aber es besteht das Potenzial, dass es dazu kommt."



Link und Quellenangabe:




Auf Seite 14 der PDF der jährlichen Bedrohungsanalyse der US-Geheimdienste vom 05. Februar 2024 heißt es:

"Russia almost certainly does not want a direct military conflict with U.S. and NATO forces and will continue asymmetric activity below what it calculates to be the threshold of military conflict globally."

"Russland will mit ziemlicher Sicherheit keinen direkten militärischen Konflikt mit US- und NATO-Truppen und wird seine asymmetrischen Aktivitäten unterhalb dessen fortsetzen, was es als die Schwelle eines weltweiten militärischen Konflikts berechnet."






Auf Seite 16 der PDF der jährlichen Bedrohungsanalyse der US-Geheimdienste aus März 2025 heißt es:

"Russia views its ongoing war in Ukraine as a proxy conflict with the West, and its objective to restore Russian strength and security in its near abroad against perceived U.S. and Western encroachment has increased the risks of unintended escalation between Russia and NATO. The resulting heightened and prolonged political-military tensions between Moscow and Washington, coupled with Russia’s growing confidence in its battlefield superiority and defense industrial base and increased risk of nuclear war, create both urgency and complications for U.S. efforts to bring the war to an acceptable close."

"Russland betrachtet seinen anhaltenden Krieg in der Ukraine als Stellvertreterkonflikt mit dem Westen, und sein Ziel, Russlands Stärke und Sicherheit im nahen Ausland gegen vermeintliche Übergriffe der USA und des Westens wiederherzustellen, hat das Risiko einer unbeabsichtigten Eskalation zwischen Russland und der NATO erhöht. Die daraus resultierenden verschärften und anhaltenden politisch-militärischen Spannungen zwischen Moskau und Washington, gepaart mit Russlands wachsendem Vertrauen in seine Überlegenheit auf dem Schlachtfeld und seiner verteidigungsindustriellen Basis sowie dem erhöhten Risiko eines Atomkriegs, machen die Bemühungen der USA, den Krieg zu einem akzeptablen Ende zu bringen, sowohl dringlich als auch kompliziert."



Link und Quellenangabe:



Die Berichte der US-Geheimdienste von 2023-2025 schätzen die Gefahr einer direkten Konfrontation zwischen Russland und dem Westen (USA, NATO, EU) differenziert ein:

2023:

"Russland will wahrscheinlich keinen direkten militärischen Konflikt mit den US- und NATO-Truppen, aber es besteht das Potenzial, dass es dazu kommt."

2024:

"Russland will mit ziemlicher Sicherheit keinen direkten militärischen Konflikt mit US- und NATO-Truppen und wird seine asymmetrischen Aktivitäten unterhalb dessen fortsetzen, was es als die Schwelle eines weltweiten militärischen Konflikts berechnet."

2025 wird die Lage von den US-Geheimdiensten bereits ernster eingestuft. Es bestehe ein erhöhtes Risiko eines Atomkriegs und einer unbeabsichtigten Eskalation zwischen Russland und der NATO, was die Bemühungen der USA, den Krieg zu einem akzeptablen Ende zu bringen, sowohl dringlich als auch kompliziert machten.

Im Bericht von 2025 wird demnach die Bedrohungsanalyse etwas noch oben gefahren. Eine direkte Gefahr eines russischen Angriffs auf westliches Territorium wird jedoch nicht gesehen. Es könne eher eine unbeabsichtigte Eskalation eintreten.

Unbeabsichtigt ist nun das Gegenteil von "beabsichtigt".


Wie sind demnach die Quellen zu beurteilen, die scheinbar im Widerspruch zueinander stehen:

a) die jährlichen Berichte zur Bedrohungslage der US-Geheimdienste aus 2023 - 2025
b) Aussagen einiger deutscher Politiker und Sicherheitsfachleute

?

Die US-Geheimdienstberichte gehen nicht davon aus, dass Russland eine direkte Konfrontation mit den Streitkräften der USA und der NATO suche.

Der deutsche Generalleutnant Alfons Mais u. a. spricht jedoch davon, Russland suche eine großangelegte konventionelle Auseinandersetzung mit dem Westen, worauf entsprechend Deutschland reagieren müsse.

Dazu sieht die deutsche Regierung unter CDU/CSU und SPD mittlerweile folgende Strategie vor, wie das Bundesministerium für Verteidigung (BMVg) auf seiner Webseite schreibt:

"Neuer Wehrdienst – Regierung schafft rechtliche Grundlage

Verteidigungsminister Boris Pistorius möchte mit einer  einfachgesetzlichen Änderung – das heißt ohne Änderung des Grundgesetzes  – ein neues Wehrdienstmodell und die dafür dringend erforderlichen  Strukturen und Kapazitäten schaffen. Das  Wehrdienst-Modernisierungsgesetz (WDModG) tritt nach derzeitigen  Planungen am 1. Januar 2026 in Kraft.


Modern, freiwillig und mit einer starken Reserve

Der  vom Kabinett beschlossene Entwurf sieht vor, dass mit Einführung des  Neuen Wehrdienstes zahlreiche attraktivitätssteigernde Maßnahmen  vorgenommen werden. So tritt beispielsweise anstelle des bislang  „Freiwilligen Wehrdienstes als besonderes staatsbürgerliches Engagement“  der Status einer Soldatin beziehungsweise eines Soldaten auf Zeit. Dies  führt zu besoldungs- und versorgungsrechtlichen Verbesserungen. Das  Ziel des Neuen Wehrdienstes ist, einen Beitrag zur Stärkung der Reserve –  also die Erhöhung der Anzahl der zur Verfügung stehenden Reservistinnen  und Reservisten – und einer Stärkung der aktiven Truppe, gerade im  Bereich der Mannschaften, zu leisten. Der Neue Wehrdienst eröffnet die  Möglichkeit, schon mit kurzen Verpflichtungszeiten ab sechs Monaten,  einen eigenen Beitrag zur Sicherheit Deutschlands zu leisten.

Wie  lange er oder sie Wehrdienst leisten möchte, kann jeder und jede für  sich selbst entscheiden. Monatsweise bis zu 23 Monate oder – bei Eignung  – sogar längere Verpflichtungszeiten bis zu 25 Jahren sind möglich. Je  nach Bildungsgrad, Qualifizierung, Eignung oder Bedarf ist es unabhängig  davon möglich, die Laufbahn zu wechseln und später sogar Berufssoldatin  oder Berufssoldat zu werden. Der Gesetzentwurf sieht weiterhin vor, die  Wehrerfassung zu modernisieren. Sie soll an das aktuelle Melderecht  angepasst werden. Die Aufgabe der Wehrerfassungsbehörden geht von den  Meldebehörden auf die Bundeswehrverwaltung über. Dies bedeutet eine  Entlastung für die Meldebehörden der Länder.



Bereitschaftserklärung für Männer Pflicht

Im  Zuge der Wehrerfassung, so sieht es der vom Kabinett beschlossene  Gesetzentwurf vor, gibt es eine für Männer verpflichtende Befragung über  deren Bereitschaft und Fähigkeit zur Ableistung des Wehrdienstes, die  sogenannte Bereitschaftserklärung. Alle jungen Menschen erhalten nach  ihrem 18. Geburtstag einen Brief mit einem QR-Code zugesandt, der zu  einem Onlinefragebogen führt. Junge Männer sind verpflichtet, den  Fragebogen auszufüllen. Für Personen anderen Geschlechts ist die  Beantwortung der Fragen freiwillig, da sie nicht der Wehrpflicht  unterliegen.
In dem Fragebogen werden persönliche Daten,  Verfügbarkeit, Bildungsabschlüsse und sonstige Qualifikationen sowie die  Bereitschaft zu einer Wehrdienstleistung abgefragt. Wer sich bereit  erklärt, Wehrdienst zu leisten, wird zu einem Assessment eingeladen. Ab  1. Juli 2027 werden alle Wehrpflichtigen einer verpflichtenden Musterung  unterzogen. Durch Assessment und Musterung wird festgestellt: Ist die  Person geeignet und tauglich? Ist sie verfügbar? Wo könnte sie am  sinnvollsten eingesetzt werden? Und passt sie zum Bedarf der  Streitkräfte?
Es kann auch eine erneute verpflichtende Befragung  der Wehrpflichtigen erfolgen. Dadurch werden die Angaben aktualisiert.  Das alles geschieht mit der Absicht, ein besseres Lagebild über Eignung  und Qualifikation der Wehrpflichtigen zu erhalten.


Neue Bedrohungslage – Neuer Wehrdienst

Angesichts der massiv verschärften Bedrohungslage in Europa infolge  des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine richtet sich die  Bundeswehr noch konsequenter auf die Landes- und Bündnisverteidigung aus  und schafft dafür die erforderlichen Strukturen. Der Neue Wehrdienst  stellt ein zentrales Element dieser Entwicklung dar.


Im Ernstfall muss die Truppe schnell wachsen

Bereits  in Friedenszeiten muss die Bundeswehr dafür sorgen, dass sie im  Ernstfall schnell wachsen kann. Dafür muss sie unbedingt wissen, wen sie  heranziehen kann und wie geeignet der- oder diejenige ist. Auf der  Grundlage des vom Kabinett beschlossenen, aber noch nicht in Kraft  getretenen Gesetzentwurfs wird es der Bundeswehr ermöglicht, effektiver  und zielgerichtet das Potenzial der zur Verfügung stehenden jungen  Menschen sowie der künftigen Reservistinnen und Reservisten zu erfassen.  Dies ist eine wesentliche Voraussetzung dafür, bei einer Reaktivierung  der verpflichtenden Einberufung unmittelbar auf einen belastbaren  Datenbestand und bestehende administrative Strukturen zurückgreifen zu  können. Die Einsatzbereitschaft der Streitkräfte soll dadurch deutlich  verbessert werden.


Verantwortung für Deutschland

Deutschlands  Sicherheit ist keine Selbstverständlichkeit mehr, der Neue Wehrdienst  trägt dazu bei, diese zu erhöhen. Ein weiteres Ziel des Neuen  Wehrdienstes ist es, jungen Menschen die Möglichkeit zu geben, sich für  Deutschland zu engagieren. Dabei geht es darum, Verantwortung zu  übernehmen. Hierzu will die Bundeswehr ein Wehrdienstmodell bieten,  welches sinnstiftend und attraktiv für junge Menschen ist, sie  begeistert und ihnen neue Perspektiven ermöglicht. Sie sollen nicht nur  körperlich gefordert werden und neue Fähigkeiten erlernen, sondern damit  auch einen neuen Blick auf die Bundeswehr erhalten."

Zitat Ende.



Die Lageeinschätzung, was einen direkten Angriff Russlands auf NATO-Gebiete betrifft, wird in gewisser Weise unterschiedlich vorgenommen.

Zusammenfassend kann gesagt werden:

1. NATO-Mitgliedschaft als Abschreckung

  • Artikel 5 des NATO-Vertrags besagt, dass ein Angriff auf ein Mitglied als Angriff auf alle Mitglieder gilt.
  • Diese kollektive Verteidigungsverpflichtung gilt als starke Abschreckung gegen direkte Angriffe auf NATO-Staaten.
  • Selbst Russland hat wiederholt erklärt, dass es einen direkten Angriff auf NATO-Gebiete vermeiden will, um eine Eskalation zu einem umfassenden Krieg zu verhindern.

2. Militärische und politische Kalküle Russlands

  • Russland ist in der Ukraine massiv eingebunden; direkte Angriffe auf NATO-Gebiete würden massive Gegenmaßnahmen und internationale Isolierung auslösen.
  • Ein Angriff auf NATO-Gebiet hätte wahrscheinlich massive wirtschaftliche und militärische Folgen, inklusive Atomabschreckung.
  • Laut dem Annual Threat Assessment 2025 sieht die US-Geheimdienstgemeinschaft die Hauptbedrohung Russlands vor allem in regionalen Konflikten, Cyberoperationen und Destabilisierung von Nachbarstaaten, nicht aber in einem direkten NATO-Angriff.

3. Arten von Bedrohungen, die realistischer sind

  • Hybridkrieg und Cyberangriffe: Einflussnahme, Sabotage kritischer Infrastruktur oder Desinformationskampagnen in NATO-Ländern.
  • Lokale militärische Provokationen: Grenzverletzungen, Flugbewegungen im Baltikum oder Luftraumverletzungen, aber kein großangelegter Bodenangriff.

4. Einschätzung von Experten

  • US-Geheimdienste (ATA 2025): Kein Hinweis auf geplante NATO-Invasion, aber Beobachtung von Aggressionsmustern in Grenzregionen.
  • Europäische Sicherheitsanalysten: Wahrscheinlichkeit eines direkten NATO-Angriffs sehr niedrig, unter 5 % in den kommenden Jahren, solange die Abschreckung funktioniert.
  • Risiko steigt nur bei:
    • Eskalation im Ukraine-Krieg, die Russland als existenziell ansieht.
    • Fehlinterpretationen militärischer Bewegungen.
    • Unkontrollierte Provokationen, die zu unbeabsichtigter Eskalation führen.

Prof. Dr. Carlo Masala, ein renommierter Militär- und Sicherheitsexperte, warnte in diesem Zusammenhang sogar davor:

„Dies wird wohl der letzte Sommer sein, in dem wir in Frieden leben können.“ Masala äußerte diese Einschätzung im März 2025 bei Sandra Maischberger in Bezug auf die geopolitische Lage und die Bedrohung durch Russland. Masala ist Professor für Internationale Politik an der Universität der Bundeswehr München und gilt als einer der führenden Sicherheitsexperten Deutschlands. Er ist bekannt für seine kritischen Analysen zur geopolitischen Lage, insbesondere im Hinblick auf Russland und die NATO. Masala warnte, dass Russland sich auf einen groß angelegten Krieg vorbereite, wobei er ein Szenario skizzierte, in dem die NATO vor der Entscheidung stünde, ob sie einen Konflikt mit Russland riskieren wolle, um eine Stadt wie Narwa in Estland zu verteidigen. Masala warnte zusammen mit dem Militärhistoriker Prof. Dr. Sönke Neitzel vor einer möglichen Eskalation des Konflikts zwischen Russland und dem Westen. Sie bezeichneten den bevorstehenden Sommer als möglicherweise den letzten im Frieden und betonten die Notwendigkeit, sich auf mögliche militärische Auseinandersetzungen vorzubereiten. Diese Aussagen wurde von anderen Experten wie Generalinspekteur Carsten Breuer unterstützt, der ebenfalls die militärische Aufrüstung Russlands und die westwärts gerichteten Militärstrukturen betonte. Alle drei Experten warnten damit vor einer möglichen militärischen Konfrontation mit Russland bereits im Jahr 2029.


FAZIT:

Es steht mir zwar nicht zu, die Gefahr eines Angriffs Russlands auf NATO-Territorium einzuschätzen.

Ich würde aber sagen wollen, dass oftmals Gefahren bewusst höher eingestuft werden, als sie tatsächlich sind. Ob dies gut ist oder nicht, mag einmal dahin gestellt sein.

Angst kann sinnvoll sein. Angst kann aber auch Nachteile mit sich bringen.

Und: Mit der Angst lässt sich auch ein Geschäftsmodell bauen, mit dem man Vieles in der Politik und in der Gesellschaft steuern kann. Dies haben wir sehr gut innerhalb der sog. Corona-Pandemie beobachten können. Das Phänomen, dass Angst als Mittel der Beeinflussung und Steuerung von Menschen genutzt wird, lässt sich sowohl historisch als auch aktuell sehr klar nachweisen.

Historische Beispiele:



Aktuelle Beispiele:




Wir sollten uns demnach zwar vorsehen, aber nicht verängstigen und in Panik versetzen lassen.

Es gibt keine (!) konkreten Hinweise, dass Russland unter Putin beabsichtigt, 2029 oder sogar schon vorher NATO-Territorium oder gar Deutschland militärisch anzugreifen.

Warum deutsche Politiker und einige deutsche Sicherheitsexperten vor einem russischem Angriff auf NATO-Territorium und sogar auf deutsches Territorium warnen, kann ich derzeit natürlich nicht einschätzen bzw. erklären.

Aber es wird Angst generiert. Russland greift rücksichtslos ukrainisches Territorium an.

Die USA und die westlichen Staaten sind dringend dazu aufgerufen, diesen Krieg zu beenden.

Anklagend könnte man in kritischer Weise sagen:

Der Lobbyismus ist gnadenlos.

So wie die Pharmalobby nicht an Gesundheit, sondern an Krankheit interessiert ist, um Kapital, Geld und Umsatz zu generieren, so ist die Waffenlobby nicht am Frieden, sondern am Krieg interessiert.

Immer wieder las ich in der letzten Zeit, wie stark und wie gut doch die Rheinmetall-Aktie sei:

Seit 2022 liegt eine Kurssteigerung um das 16-fache seit Beginn des Ukraine-Kriegs vor.Der starke Kursanstieg ist eng verbunden mit massiven Rüstungsaufträgen im Zusammenhang mit dem Ukraine-Konflikt. Rheinmetall wurde im Juni 2025 als einzige ausschließlich Rüstungs-Aktie in den Euro Stoxx 50 aufgenommen – eine deutliche Anerkennung durch den Markt. Trotz des starken Wachstums kam es im 2. Quartal 2025 zu einem Rückgang bei Umsatz und Gewinn – was den Aktienkurs kurzfristig um etwa 6 % drückte. Analysten bleiben jedoch zuversichtlich: das Auftragsvolumen (Backlog) stieg auf 63,2 € Mrd., und das Unternehmen plant ein Sales-Wachstum von 25–30 % in 2025. Im August 2025 reagierte der Markt sensibel auf Friedenshoffnungen im Ukraine-Konflikt, was zu einem Rückgang bei Rüstungsaktien, einschließlich Rheinmetall, führte.

Scheinbar ist der Krieg erst vorbei, wenn manche

a) machtgeilen Politiker

b) geldgeilen Kapitalisten

genug haben, befriedigt sind und ihre Ziele erreicht haben.

Nicht umsonst sprechen einige auch ganz offen von "Deals, seltenen Erden und wirtschaftlichen Interessen".

Dass in jedem Krieg aber Menschen sterben und ihr Leben opfern, wird billigend in Kauf genommen.




Hierin liegt etwas Teuflisches!

Wann lernt wir Menschen endlich dazu und wann denken wir Menschen endlich anders?



Rainer Langlitz


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